Feuerwehr ist wie Marathon

Eine Kolumne von Stefan Cimander

Sich in der Freiwilligen Feuerwehr zu engagieren, ist mit einem Marathonlauf vergleichbar. Ich schreibe das nicht nur, weil ich selbst zum ersten Mal die 42k hinter mich brachte und nun übereifrig eine Verknüpfung zwischen den beiden Herausforderungen Marathon und Freiwillige Feuerwehr suche, nein, zwischen beiden bestehen verschiedene Berührungspunkte und ähnliche Motivationsgründe. More

Außerirdischer Ausnahmezustand

20 Jahre Internationale Raumstation

International Space Station. Bild: NASA / Wikimedia Commons

International Space Station. Bild: NASA / Wikimedia Commons

20 Jahre sind für einen Menschen kein Alter, für ein Fahrzeug bei der Feuerwehr schon eher, obwohl Laufzeiten von 30 und mehr Jahren keine Seltenheit waren (und teilweise noch sind).

20 Jahre sind für eine Raumstation dagegen ein ordentliches Alter, zumal es durchaus angebracht ist, von einem permanenten Ausnahmezustand zu sprechen, wenn es um den Betrieb des menschlichen Außenpostens geht. Ruhepausen gibt es nicht. Die Gefahr, dass etwas passiert, ist ständig gegeben. Schließlich leben und arbeiten die „Außerirdischen“ unter extremsten Bedingungen. Technische Defekte, Mikrometeoriten oder Weltraumschrott, sie alle bedrohen das Leben der Wissenschaftler dort oben, 400 Kilometer über der Erde. Zu den Bedrohungen gehört auch der Aspekt Feuer, dem das Feuerwehr Weblog vor einiger Zeit mehrfach Aufmerksamkeit schenkte.

20 Jahre ohne größere Zwischenfälle. Allein das ist ein Grund zum Feiern. Happy Birthady liebe ISS. Auf die nächsten … Jahre.

Links im Feuerwehr Weblog

#OnThisDay: Der Rhein ist r(t)ot

Der Großbrand von Schweizerhalle

Nur wenige Ereignisse aus meiner Kindheit brannten sich ins Gedächtnis. Nur wenige Ereignisse sind auch nach mehr als 30 Jahren bildlich präsent. Genauer gesagt erinnere ich mich an die Fernsehbilder, die einen rot gefärbten Rhein zeigen und Männer in Schutzanzügen, die tonnenweise tote Fische entsorgen.

1986 – das Jahr der Katastrophen. Der GAU von Tschernobyl und die Explosion der Raumfähre Challenger waren weit weg, jedenfalls bis zum 1. November 1986. An diesem Tag kam es zu einer Brandkatastrophe mitten im Herzen von Mitteleuropa: Schweizerhalle, Sandoz.[1] Die Beck’sche Risikogesellschaft konzentriert auf drei Ereignisse in einem Jahr.[2]

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Projekt 42/6 – Vorfreude

Fit For Fire Fighting mit Laufschuhen

Haaaatschiiieeeee … och nö, nicht jetzt, nicht ein paar Tage, bevor es losgeht. Na prima. Wenn ich den erwische, der mir diese Viren oder was auch immer verabreicht hat, dann … Was? Ich bin auf Sendung? … … … Hallo lieber Leserinnen und Leser. Ich heiße sie herzlich Willkommen zu einer neuen Ausgabe meiner Laufkolumne.

Stellt euch vor, ihr sitzt auf 26 Millionen PS und dann fällt plötzlich der Motor aus. Bäm. Blöd. Passiert halt mal. Dann kracht man eben nach einer ballistischen Flugbahn wieder auf der Erde. So ähnlich wie den Astronauten Alexei Owtschinin und Nick Hague geht es mir gerade: Da ist die Nervosität vor dem Start verflogen, man freut sich riesig auf das, was einen erwartet und dann, stottert der Motor … Haaatschieee … ihr könnt euch denken, was ich meine. More

„Die Wissenden reden nichts, die Redenden wissen nichts.“

Eine Kolumne von Stefan Cimander

Der Weg zum Wissen ist ein steiniger und ist keineswegs ein gerade Spur zum Licht der Erkenntnis.

„Die Wissenden reden nichts, die Redenden wissen nichts“, klagt ein chinesisches Sprichwort an und meint, dass die, die nützliches Wissen besitzen, es nicht mit anderen teilen, während die, die kein Wissen haben, das Nicht-Wissen lautstark verbreiten. Fake News, nennen wir das im Neusprech. Dem ließe sich entgegenhalten, „Reden ist Silber, Schweigen ist Gold“. Manchmal sollte der, der unbedingt Reden will, schweigen, statt unpassendes, überflüssiges oder gefährliches Halb- und Unwissen zu verbreiten. Der Schaden ist immens, siehe Elon Musk, siehe POTUS Trump, siehe „Söderhofer“.

Während das eine Idiom auf die Teilhabe an Wissen zum Nutzen aller abzielt, ist das andere Sprichwort auf das Individuum bezogen. „Reden ist Silber, Schweigen ist Gold“ lässt sich auch anders interpretieren: Manchmal ist es besser zu schweigen, um sich als Individuum zu schützen, nicht angreifbar zu machen, nicht im Mittelpunkt zu stehen. Abseits linguistischer Haarspalterei treffen beide Sprichworte auf das Kommunikationsverhalten in der (freiwilligen) Feuerwehr zu. More

Emmissionsfrei, lautlos aber einsatzbereit

Inbetriebnahme des ersten automobilen Feuerlöschzuges der Welt fand am 19. Februar 1902 an der damaligen Feuerwache II in der Nordstadt von Hannover statt. Bild: Wikimedia Commons/Public Domain (Link)

Dieselfahrverbote, Stickoxide und CO2-Austoß dominieren die Nachrichten und den gesellschaftlichen Diskurs, denn die Gefahren, die von den Verbrennungsmotoren ausgeht, gelten für Mensch, Tier und Umwelt als zu hoch. Deshalb gilt den hybriden oder elektromobilen Antrieben die Zukunft.

Für den Individualverkehr ist das mit der entsprechenden Infrastruktur eine lösbare Aufgabe. Für die Feuerwehren, oder die Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben allgemein, ist das Umstellen nicht einfach durchzuführen. Wichtige Erfahrungswerte fehlen außerdem. More

Projekt 42/5 – Es werde Licht

Fit For Fire Fighting mit Laufschuhen

Bist Du für oder gegen Zeitumstellung? Bist Du für oder gegen die immerwährende Sommerzeit? Bisher gingen diese Debatte und die EU-weite Umfrage an mir vorbei, auch wenn das Umstellen der Uhren ein Ärgernis war. Vor Kurzem bemerkte ich, dass ich als Läufer von dieser Diskussion betroffen wäre. Stichwort Licht!

Wie schön war das, als ich morgens um kurz nach fünf bei Tageslicht und angenehmen Temperaturen meine Trainingseinheiten ausführen konnte. Nun sind die Temperaturen morgens angenehm, angenehmer als im Hochsommer, dafür geht die Sonne um sieben Uhr auf. Zack, schon wieder über ein Schlagloch gestolpert; Jaul, schon wieder einen freilaufenden Hund erwischt; Raschel, der Weg war zwei Meter vorne bereits zu Ende. More

Den Letzten beißen die Hunde

Eine Kolumne von Stefan Cimander

Dunkelheit. Nacht. Ruhe. Schlaf. Plötzlich erwacht eine kleine, unscheinbare Lärmmaschine zum Leben, reist den freiwilligen Angehörigen der Feuerwehr aus seinen seligen Träumen. Ab jetzt läuft alles automatisch: Shirt und Hose an, Schuhe überziehen, der Griff ans Schlüsselbrett, Tür auf, Tür zu und ab in Richtung Feuerwehrhaus. Zu Fuß sprinten, auf dem Fahrrad rollen oder mit dem Auto fahren, das bevorzugte Fortbewegungsmittel richtet sich oftmals nach einem Kriterium: der Entfernung des Wohnortes zum Feuerwehrhaus. More

Respektvoller Umgang mit Naturereignissen

Rezension von Einsatz bei Extremwetterereignissen

„(D)er respektvolle Umgang mit Naturereignissen sollte … für jeden, im Speziellen aber für die Einsatzkraft, in eigenem Interesse selbstverständlich sein.“[i]Buchcover Einsatz bei Extremwetterereignissen

2018 und 2016 waren zwei Jahre, in denen extremes Wetter in weiten Teilen des Sommers herrschte. Während 2018 der Wärme kaum Niederschlag gegenübersteht und Löschflugzeuge das Sommerloch füllen, blieb 2016 vor allem durch die Bilder des Unwetters aus Braunsbach (BW) im Gedächtnis.[ii] Die Extreme werden zur Normalität und stellen erhöhte Anforderungen an die Einsatzvorbereitung der Feuerwehr. Extremwetterereignisse erfordern das angepasste Planen in Bezug auf Personal und das Koordinieren der knappen Einsatzressourcen. Das Buch „Einsatz bei Extremwetterereignissen“ aus der Reihe „Technik – Taktik – Einsatz“ versucht Einsatzplanern und Führungskräften ein gemeinsames Verständnis der Problemstellungen zu geben. Das Buch erklärt Extremwetterereignisse und deren mögliche Auswirkungen mit dem Fokus auf Einsatzplanung und -durchführung in der Gefahrenabwehr. More

Minenfeld statt Sommerloch

Eine Kolumne von Stefan Cimander

Teamwork bei der Feuerwehr

Würdigung der freiwillig erbrachten Leistungen und Anerkennung[i] des Ehrenamts[ii] sind ein Thema, das seit langer, langer Zeit, mal mehr, mal weniger virulent durch die Medien tanzt. In Zeiten von Twitter, Facebook und Snapchat nehmen wir dieses Themenfeld häufiger wahr, weil sich die, die sich über vermeintlich fehlende Wertschätzung echauffieren, sich der neuen Medien bedienen, um ihrem Frust Ausdruck zu verleihen. Statt eines Sommerlochs, über das alle Schmunzeln, stellt sich das Thema eher als Löcher produzierendes Minenfeld dar, in das der Autor abzustürzen droht. Der Autor dieses Textes ist, was den Aspekt der Anerkennung betrifft, ebenso hin- und hergerissen zwischen zwei Positionen, die sich in Teilen widersprechen.

Diese Kolumne entstand nach dem Lesen von zwei Beiträgen im Netz. Einerseits verkündete eine Feuerwehrzeitschrift die fünf größten Irrtümer bezüglich der Feuerwehr[iii], andererseits las ich auf einem Nachrichtenportal die Rezension des Buchs „Anerkennung“[iv] des Philosophen Axel Honneth[v]. Auf den ersten Blick passen die Texte nicht zusammen, auf den zweiten Blick öffnet sich das von mir als Minenfeld bezeichnete Problem. More