Rezension

Der S2 entspricht im Führungskreislauf dem Erkunden

Rezension von Lagefeststellung und Lagedarstellung aus der Reihe Technik – Taktik- Einsatz.

Kompetenz erlangen Einsatzkräfte, indem sie das, was sie gelesen haben, im Training umsetzen oder im Nachgang zu einem Einsatz anwenden. Das schreiben die Autoren Bernhard Horst und Martina Rehbein im Buch „Lagefeststellung und Lagedarstellung“ zu Beginn. Die Aufgaben des S2 sind umfangreich und bedürfen des fortgesetzten Trainings.

Eines vorweg: Der Rezensierende arbeitete niemals in einem Stab und überschritt in einer früheren Tätigkeit die Führungsstufe A nicht. Deshalb war das Thema das Buches Neuland. Allerdings erklären die Autoren die Aufgaben des S2 in Abgrenzung zu anderen Stabsfunktionen derart, dass ein Anfänger das Thema sehr gut versteht und auf diesem Wissen aufbauen kann.

Die Gliederung

Das Buch gliedert sich in die Abschnitte „Grundlagen“, „Lagefeststellung“, „Lagedarstellung“, „Information“, „Einsatzdokumentation“, „Lagemeldungen – Beispiele“.

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„Von Beginn an nicht kleckern, sondern klotzen“

Rezension von Vegetationsbrandbekämpfung aus der Reihe Technik – Taktik – Einsatz

Buchcover Vegetationsbrandbekämpfung

Zwischen 2019 und 2020 fiel in Australien eine Fläche von 126.000 km² einer beispiellosen Serie von Buschfeuern zum Opfer. Das entspricht annähernd einem Drittel der Fläche Deutschlands! Die um die Welt flackernden Fernsehbilder schockten die Weltbevölkerung und offenbarten das Ausmaß der bevorstehenden Veränderungen des Weltklimas. Andererseits betonten deutsche „Offizielle“, dass dieses Ausmaß in unseren Breitengraden ausgeschlossen sei – oder im Sinne des Soziologen Ulrich Beck formuliert: Die direkte Erfahrbarkeit fehlt und damit entsteht kein Handlungsdruck. Die Extreme des Jahres 2021 ändern möglicherweise etwas.

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Kompaktes Kompendium für Sanitätskräfte

Rezension von Besch et al. Ersthelfer im Einsatz

Buchcover "Ersthelfer im Einsatz"

Die Notfallversorgung von Betroffenen eines Unglücks durch die Feuerwehr ist in mancher Hinsicht eine Art Stiefkind, insbesondere dann, wenn diese den Rettungsdienst nicht auch organisatorisch wahrnimmt. Das Vertrauen, dass der Rettungsdienst bei Einsätzen schnell nachrückt verführt zu der Annahme, die Ausbildung auf die Kernkompetenzen zu konzentrieren. Dass die nicht-sanitätsdienstlichen Hilfsorganisationen eine über den Erste-Hilfe-Kurs hinausgehende Kenntnis zur Versorgung Verletzter besitzen sollten, ergibt sich sui generis durch den Status als Hilfsorganisation. Damit die Helfer auf dem aktuellen Stand der notfallmedizinischen Ausbildung bleiben, bieten die Autoren Besch, Drossel und Handwerker für ausgebildete Sanitäter ein kompaktes Buch, das zwischen Nachschlagewerk und Kompendium anzusiedeln ist.

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Den Zustand der Sicherheit herbeiführen

Den Zustand der Sicherheit herbeiführen

Rezension von Gädings Einsatz bei gefährlichen Stoffen und Gütern

So selten Einsätze mit Gefahrgut sind, umso vielfältiger sind sie. Die Anforderungen an die Feuerwehr und damit an die Feuerwehrleute sind enorm. Weil der Bereich der Gefahrstoffeinsätze groß ist, konzentriert sich Gäding auf die C-Einsätze, die am häufigsten vorkommen.

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„Tell the fire we are here“

Rezension von de Vries‘ Einsatz von Sonderrohren

Cover Buch Sonderrohr

Schon im Vorwort holt Holger de Vries zum Rundschlag aus, gut, abgeschwächt formuliert, hält er der deutschen Feuerwehrwelt den Spiegel vor und kritisiert einerseits die Feuerwehrangehörigen mit ihrem Wunsch, uncoole Technik lieber heute als morgen durch etwas Moderneres zu ersetzen, als auch Ausbildungseinrichtungen, die falsche Prioritäten setzen und Lehrmeinungen ungeprüft – und ungemessen – übernehmen.

Das Buch „Einsatz von Sonderrohren“ bezieht sich weniger auf den Einsatz des Sonderrohrs B, sondern betrachtet alle Löschgeräte, die nicht zu den täglichen Löschmittelabgabvorrichtungen gehören. Hierzu gliedert Holger de Vries das Buch in die Kapitel „LAV Schaum“, „Wasserwerfer, Monitore und Drehleiter-Wenderohre“, „Sonstige Sonderrohre“ und „LAV für Pulverlöschanlagen“.

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Brandschutz für Nicht-Brandschützer

Rezension von Ehrlichs‘ Der Brandschutzhelfer

Wenn es brennt, dann kommt die Feuerwehr. Bevor der abwehrende Brandschutz zur Tat schreitet, beginnt die Aufgabe des Brandschutzhelfers, jenem abseits der Fachöffentlichkeit nahezu unbekannten Wesens. Der oder die Brandschutzhelfer/in ist eine Person innerhalb eines Unternehmens, die der Arbeitgeber benennt

„Der Arbeitgeber hat eine ausreichende Anzahl von Beschäftigten durch fachkundige Unterweisung und praktische Übungen im Umgang mit Feuerlöscheinrichtungen vertraut zu machen und als Brandschutzhelfer zu benennen. Für Baustellen gilt diese Notwendigkeit nur für stationäre Baustelleneinrichtungen wie Baubüros, Unterkünfte, Werkstätten (siehe ASR A2.2 Abschnitt 7(1)).“ [1]

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„Jede Löschmethode ist nur so gut, wie der Strahlrohrführer“

Rezension von Cimolino et al. von Innenangriff aus der Reihe: Technik – Taktik – Einsatz

Das als Überschrift dieser Rezension benutzte Zitat aus dem Buch „Innenangriff“ bringt das Ziel der Publikation auf den Punkt: Hilfestellung für eine korrekte Ausbildung. In Abwandlungen wiederholen die Autoren diese Aussage, da eine in Wissen und Können feststellbare Diskrepanz bei deutschen Feuerwehren herrsche. „Innenangriff“ versucht deshalb insbesondere Fortgeschrittenen eine Übersicht über den aktuellen Stand der Technik und der wissenschaftlichen Forschung zu geben. Das ist der inhaltliche Unterschied zu einer ähnlichen, älteren Publikation der Autoren.[1] Zugleich bemühen sich die Autoren den Umfang auf das Wesentliche zu konzentrieren und den Eindruck einer rein wissenschaftlichen Abhandlung zu vermeiden. Deutlich schreiben sie, dass praktisches Wissen und Training Voraussetzung für das Verständnis des Buches sind.

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Respektvoller Umgang mit Naturereignissen

Rezension von Einsatz bei Extremwetterereignissen

„(D)er respektvolle Umgang mit Naturereignissen sollte … für jeden, im Speziellen aber für die Einsatzkraft, in eigenem Interesse selbstverständlich sein.“[i]Buchcover Einsatz bei Extremwetterereignissen

2018 und 2016 waren zwei Jahre, in denen extremes Wetter in weiten Teilen des Sommers herrschte. Während 2018 der Wärme kaum Niederschlag gegenübersteht und Löschflugzeuge das Sommerloch füllen, blieb 2016 vor allem durch die Bilder des Unwetters aus Braunsbach (BW) im Gedächtnis.[ii] Die Extreme werden zur Normalität und stellen erhöhte Anforderungen an die Einsatzvorbereitung der Feuerwehr. Extremwetterereignisse erfordern das angepasste Planen in Bezug auf Personal und das Koordinieren der knappen Einsatzressourcen. Das Buch „Einsatz bei Extremwetterereignissen“ aus der Reihe „Technik – Taktik – Einsatz“ versucht Einsatzplanern und Führungskräften ein gemeinsames Verständnis der Problemstellungen zu geben. Das Buch erklärt Extremwetterereignisse und deren mögliche Auswirkungen mit dem Fokus auf Einsatzplanung und -durchführung in der Gefahrenabwehr. More

Der Atemschutznotfall als Teil übergeordneter Planung

Rezension von Buchold/ Naujoks‘ Atemschutznotfallstaffel

Buchcover Atemschutznotfallstaffel

Das Thema Atemschutznotfall und spezialisierte Einheiten zum Retten in Not geratener Atemschutzgeräteträger scheinen, zumindest nach einem Blick in die einschlägige Fachpresse, momentan weniger im Fokus zu liegen. Zentrum der Wahrnehmung bilden Todesfälle unter Atemschutz, dabei offenbart die Analyse der verletzten Feuerwehrangehörigen eine erhebliche Erkenntnisvielfalt. Feuerwehrangehörige blenden diese Quelle der Erfahrung aus – „es ist ja nichts Schlimmes passiert!“ Ein Blick in die Auflistung der (bekannten) Atemschutzunfälle in Europa auf atemschutzunfaelle.eu zeigt, dass Unfälle unter Atemschutz häufiger vorkommen[1], als dies so mancher in der Feuerwehr realisiert hat.

Obwohl Feuerwehrangehörige die Themen Atemschutznotfall, (erweiterter) Sicherheitstrupp und Atemschutznotfallstaffeln als wichtigen Punkt sehen, existiert wenig Fachliteratur[2]. Mit dem Buch „Atemschutznotfallstaffel“ aus der Reihe „Fachwissen Feuerwehr“ widmen sich die Autoren Christian Buchold und Frank Naujoks explizit dem Aufstellen von Sondereinheiten zur aktiven Rettung von verunglückten Atemschutzgeräteträgern oder der präventiven Sicherheit an der Einsatzstelle. Damit schließen die beiden eine Lücke („offensichtlichen Bedarf“, S. 5) in der Literatur.[3]

Als einheitlichen Begriff schlagen die Autoren ANS – Atemschutznotfallstaffel – vor.[4] Weshalb im Buchtitel zusätzlich das durch die Berliner Feuerwehr geprägte Kürzel ANTS[5] auftaucht, sei dahin gestellt. More

„Eher selten für originären Einsatzzweck eingesetzt“

Rezension von Wolfgang Werfts Drehleitereinsatz

Buchcover Werft- Drehleiterinsatz / Bild: EcomedWolfgang Werft stellt bereits im Vorwort seines Buches „Drehleitereinsatz. Grundlagen und Vorgehensweise“ mit der in der Überschrift zitierten Feststellung (S. 8) klar, dass die Drehleiter eher selten für die Menschenrettung, dagegen jedoch in vielen anderen Einsatzlagen (sinnvolle) Verwendung findet – dieser Umstand spiegelt sich somit in seinen Ausführungen wieder.

Werft arbeitet hauptberuflich bei der Feuerwehr und verfügt über langjährige Ausbildungserfahrung im Bereich „Spezielle Rettung aus Höhen und Tiefen“.[1] More