Waldbrand

Die Fähigkeiten der Gefahrenabwehr müssen sich stärker vernetzen!

Eine Kolumne von Dr. Ulrich Cimolino

In Deutschland sind verschiedene Organisationen für das breite Band der Gefahrenabwehr zuständig. Bisher tun sie das vor allem für sich selbst und nur in relativ wenigen Fällen kommt es zu übergreifenden Einsätzen bzw. abgestimmter Einsatzplanung oder -beschaffung oder gar echter Zusammenarbeit. Eher bekannt ist der Einsatz bei fehlenden Möglichkeiten der anfordernden Behörde bzw. Organisation durch eine andere z.B. im Rahmen der Amtshilfe. Je nach Bundesland kommt es hier in einigen Fällen allerdings zu unterschiedlichen Vorschriften oder deren Auslegungen, wie man es z.B. gerade im Bereich der einsatzbedingten Verkehrsregelung sieht. (In Bayern praktisch mit Aufgabe der Feuerwehr, in anderen Ländern für die Feuerwehr faktisch verboten. Selbst bei der einsatzbedingt ggf. erforderlichen Straßen(voll)sperrung wird teilweise noch diskutiert, ob das für die Feuerwehr überhaupt zulässig wäre…)

More

Je mehr Mensch, desto weniger Feuer

Vegetationsbrand

Vegetationsbrand. Bild: Gerald Vicker, U.S. Fish and Wildlife Service (Link)

Noch ein Nachtrag zum Thema Waldbrände (Abnormal ist das neue Normal; Einen Fuß immer im Schwarzen halten; @fire OSIRAS-Konzept; Waldbrandgefahr hat global zugenommen): Wissenschaftler des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT), der schwedischen Universität Lund sowie des amerikanischen National Center for Atmospheric Research in Colorado konnten nachweisen, dass der Einfluss der demografischen Entwicklung auf Feuer in Ökosystemen genauso stark wie der des Klimawandels ist. Einfach ausgedrückt: Je mehr Mensch, desto weniger Feuer. More

Detektion von Feuer aus dem All

FireBIRD ist eine Mission zur Feuerfernerkundung und besteht aud den Kleinsatelliten BIROS und TET-1. Grafik: DLR

FireBIRD ist eine Mission zur Feuerfernerkundung und besteht aud den Kleinsatelliten BIROS und TET-1. Grafik: DLR

Diesmal geht es nicht um „Feuer im All“ (1, 2, 3, 4), sondern darum, Hochtemperaturereignisse – also Feuer – aus dem All mithilfe des Kleinsatelliten BIROS (Bi-Spektral Infrared Optical System) auf der Erde zu detektieren und zu analysieren. Der vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) entwickelte 130 Kilogramm leichte Satellit wurde Ende Juni gestartet und befindet sich 515 Kilometer über der Erde. Zusammen mit dem nach Waldbränden Ausschau haltenden Satelliten TET-1 bildet BIROS die Mission FireBIRD (Fire Bispectral InfraRed Detector) – eine auf zehn Jahre angelegte Mission zur Feuerfernerkundung. Im Rahmen dieser Mission sollen neben Waldbränden auch vulkanische Aktivitäten, Gasfackeln oder Industrie-Hotspots beobachtet und dokumentiert werden. More

Einen Fuß immer im Schwarzen halten

Rezension von Vegetationsbrandbekämpfung aus der Reihe Einsatzpraxis Feuerwehr

Buchcover Cimolino et al "Vegetationsbrandbekämpfung"

Ist es im Sommer länger anhaltend trocken, steigt auch in unseren Breitengraden die Gefahr von Bränden auf Wiesen und in Wäldern. Auch wenn wir hierzulande nicht von den gigantischen Feuersbrünsten Nordamerikas oder Australiens betroffen sind, stellen Brände in der Vegetation die Feuerwehr vor Herausforderungen, die durch Fortbildung und Übung zu vermitteln und im Rahmen der Einsatzplanung zu beachten sind. Und mit einer Zunahme dieser Einsätze ist aufgrund der klimatischen Veränderungen zu rechnen – auch in den weniger warmen Jahreszeiten. More

Drohnen behindern Löscharbeiten

Laut einer Meldung auf heise.de behinderten privaten Drohnen die Löscharbeiten bei einem Waldbrand in Kalifornien. Wenn ich es mal plakativ formuliere, bekommt Gaffen damit eine neue Dimension. Grundsätzlich möchte ich den Einsatz von Drohnen bei Einsätzen nicht verdammen, es gibt Situationen, da kann ein aktuelles Luftbild sinnvoll sein, aber das Fluggerät sollte dann von den zuständigen Hilfsorganisationen gesteuert werden. Habt ihr schon einmal positive wie auch negative Erfahrung mit privaten Drohnen an Einsatzstellen gemacht? [Link]

Waldbrandgefahr hat global zugenommen

Vegetationsbrand

Vegetationsbrand. Bild: Bert Knottenbeld/flickr (CC BY-SA 2.0)

Die Aussage, dass es mehr Waldbrände geben wird, ist zwar in gewisser Hinsicht ein alter Hut – weil schon lange vermutet -, passt aber a) zur derzeitigen Wetterlage und b) zur eben erfolgten Veröffentlichung des Buches „Vegetationsbrandbekämpfung“ aus der Feder von Cimolino und Co. (Rezension und Verlosung des Buchs im Feuerwehr Weblog folgen!).

Wissenschaftler haben anhand der Wetterdaten von 1979 bis 2013 nachvollzogen, dass die Gefahr von Waldbränden tatsächlich zugenommen hat und sich die Dauer der Feuersaison um durchschnittlich 18 Prozent verlängert hat. Auch sind mehr Flächen betroffen. Die Aussagen gelten übrigens für alle Kontinente außer der Antarktis. [Scinexx.de]