Kolumne

Ein starker Markenname

Eine Kolumne von Stefan Cimander

Feuerwehr – ein Wort und jeder weiß sofort, um was es sich dreht. Seit mehr als 150 Jahren existiert den Begriff mittlerweile.[1] Als Teil der staatlichen Daseinsvorsorge ist die als bürgerschaftliche Organisation entstandene Einrichtung nicht mehr wegzudenken.

Was wäre, wenn der Name „Feuerwehr“ nicht mehr genutzt werden könnte oder wenn es ihn nicht gäbe? Welchen Grund gäbe es, den Namen zu wechseln? Wie wäre bei der Namensfindung vorzugehen? Welchen Namen müsste diese Notfallorganisation als Alternative bekommen?

Eines ist klar, am Anfang steht ein Arbeitskreis, bei dem erstmals keiner weiter weiß.

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Mir liegt da was am Herzen

Eine Kolumne von Dr. Frank Eisenblätter

Atemschutzgeräteträger beim Vorgehen in Brandraum

Atemschutz gehört zu den anstrengenden Tätigkeiten im Feuerwehrdienst. Deshalb müssen die Feuerwehrleute gesund und fit sein.

Es ist wieder mal an der Zeit, Führungskräfte mit der Nase in etwas hineinzustoßen. Ich weiß, „Man macht das nicht“, „Das funktioniert beim Erziehen von Hunden auch nicht“, „Hunde machen trotzdem ihr Malheur oder ihre Dummheiten“. Und sie – die Hunde – merken erst im Nachhinein, dass sie gerade etwas Falsches taten. Ist die die Wohnung voller Flocken der Inneneinrichtung, dann schauen sie mit treuen Augen ganz traurig und ziehen den Schwanz ein. Nun der Bogen zum Verhalten von Führungskräften, wenn etwas überhaupt nicht so lief, wie es eigentlich hätte laufen sollen: Ein Angehöriger der Feuerwehr kommt nicht mit den anderen aus dem Einsatz zurück.

An dieser Stelle geht es nicht um Unfälle oder die ungeheure Gefahr eines Dreitagebarts, der ganze Generationen von Feuerwehrwitwen erzeugte, sonst würde er nicht immer wieder für ein Sommerlochthema herhalten. Hier geht es alleine um den anderen Klassiker: Herzprobleme im Einsatzdienst. More

Vom Geben und Nehmen

Eine Kolumne von Matthias Ott

Führungskräfte in Feuerwehren sehen sich oft mit der Frage konfrontiert, welche Informationen sie wann und wie an die Helferinnen und Helfer weitergeben und welche nicht. Umgekehrt beklagen sich landauf, landab immer wieder Angehörige der Feuerwehr, dass sie von ihren Führungskräften nicht in Entscheidungen einbezogen und informationstechnisch an der kurzen Leine gehalten werden. More

Fahnen, Fanfaren und Feuerwehr

Eine Kolumne von Stefan Cimander

Feuerwehrleute beim Löschen

„Traditionspflege ermöglicht das Bewahren und Weitergeben von Werten und Vorbildern, die sinnstiftend sind“ heißt es in dem Ende vergangenen Jahres durch das Bundesministerium der Verteidigung zur Diskussion gestellten Entwurfs des neuen Traditionserlasses für die Bundeswehr.[1] Tradition und das Militärische sorg(t)en in Deutschland für bizarre Erscheinungsformen in den Kasernen und den Medien. Mich führte das zu der Frage, was Tradition für die Feuerwehr bedeutet? Und ob wir Tradition in Form der Sinnstiftung benötigen? More

Feuerwehr und Wissenschaft

Eine Kolumne von Florian Besch

Feuerwehrmann als optisches Bild und Darstellung im Display einer WBK

Lasst uns heute mit einer relativ einfachen Frage anfangen. In welchem Rhythmus erfolgen bei der Herz-Lungen-Wiederbelebung die Herzdruckmassage und die Beatmungen? „30:2“ wird jetzt der Leser direkt antworten und gleich ergänzen „aber früher haben wir x:y gedrückt“. Je nach dem, welche Werte bei x und y eingesetzt werden, kann man bequem das Alter des Helfers abschätzen, spätestens, wenn er erzählt, dass es einen Unterschied macht, ob man mit einem oder 2 Helfern reanimiert.

Dieses Spiel kann man jetzt mit einigen anderen Fragen rund um das Thema (Auffinden des Druckpunktes, initiale Atemkontrolle, initiale Atemspende) fortsetzen und immer wird ein Teil der Antwort sein „wobei früher hat man …“.

Warum ist das so? Und was hat das alles mit Feuerwehr zu tun? More

Die Hütte brennt!

Ein Kolumne von Stefan Cimander

3. Dezember 1999, Worcester/Massachusetts (USA), sechs Feuerwehrleute sterben beim sogenannten „Cold Storage Warehouse Fire“. Auf der Suche nach in dem leer stehenden Kühlhaus schlafenden Obdachlosen verirrte sich der vorgehende Trupp. Bei der eingeleiteten Rettungsaktion verliefen sich zwei weitere Trupps. Alle sechs Feuerwehrleute konnten das Gebäude nicht mehr rechtzeitig verlassen und starben an Rauchgasvergiftungen und Verbrennungen.1 Einsatztaktische Fehler und Kritik am vorbeugenden Brandschutz an dieser Stelle außen vorgelassen, soll es um eine gesellschaftliche Tendenz gehen, die die Feuerwehren hierzulande zukünftig stärker treffen und belasten wird und der den Kreis zum tragischen Unglück von Worcester schließt.

Die Rede ist von der zunehmenden Wohnungslosigkeit in Deutschland, die sich, schenkt man den neuesten Statistiken glauben, tief in die Mittelschicht frisst.2 Damit einher geht die steigende Obdachlosigkeit.3 Leer stehende Gebäude, egal welcher Art, werden nun noch häufiger und von noch mehr Personen als Unterschlupf genutzt. Das hat Folgen für die Einsatztaktik der Feuerwehr. Gerade in größeren Städten, in denen eine angespannte Situation auf dem Wohnungsmarkt herrscht, ist bei jedem Brandereignis in dem angesprochenen Gebäudetyp mit der Belegung durch Unterschlupf suchenden Personen zu rechnen. Die Feuerwehr steht natürlich vor dem Problem, zu entscheiden, ob sie nun Feuerwehrangehörige zum Absuchen in das Gebäude schickt oder nicht. Für die zuerst eintreffende Führungskraft gilt es nun unverzüglich auf die Details zu achten, die auf Personen im Gebäude hinweisen. Gibt es aufgebrochene Türen und Fenster? Sind Absperrmaßnahmen in einer bestimmten Weise verändert? Stehen Personen auffällig in der Nähe? Wissen die Nachbarn etwas? Ist der Polizei etwas bekannt? Ähnlich wie im Falle von vermuteten Terrorlagen4, muss auf kleinste Nuancen geachtet werden. Ansonsten gilt wie immer: Erkundung, Erkundung, Erkundung. More

Fährt die Feuerwehr elektrisch?

Eine Kolumne von Stefan Cimander

Inbetriebnahme des ersten automobilen Feuerlöschzuges der Welt fand am 19. Februar 1902 an der damaligen Feuerwache II in der Nordstadt von Hannover statt. Bild: Wikimedia Commons/Public Domain (Link)

1901 wurde auf der „Internationalen Ausstellung für Feuerschutz und Feuerrettungswesen“ das erste, mit Benzin betriebene Feuerwehrfahrzeug vorgestellt – und fand keine Beachtung. Die Besucher drängten sich stattdessen um den „Elektromobilen Löschzug“ der Berufsfeuerwehr Hannover. Benzinautomobile galten als zu unausgereift, störanfällig und überhaupt, „mit Benzin zum Feuer zu fahren“1 hielten die Zeitgenossen für äußerst gewagt. Dem elektrischen Antrieb maßen die Feuerwehroffiziere die Zukunft bei, zumindest einige, denn auch damals stritt man sich im Feuerwehrwesen heftig, sogar besonders heftig und selten auf Basis objektiver Bewertungen.

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Sprech ick Schinesisch, oder was?

Eine Kolumne von Dr. Frank Eisenblätter

Die Feuerwehr bei einem THL-Einsatz

So in etwa äußern sich viele im Rettungsdienst und der Feuerwehr, wenn beide sich im vertraulichen Gespräch auf das Thema Kommunikation mit den im Notarztdienst tätigen Ärzten beziehen. Oder kürzer gefragt: Können die eigentlich Deutsch? Wollen die nicht oder können die nicht?

Es wäre einfach und billig, schon hier einen Schlussstrich zu ziehen und zu sagen: „Nö, das sind die Zugewanderten mit Sprachmängeln.“ Doch dieses Problem würde ich hier sicher nicht ansprechen, würde ich nicht noch eine viel tiefere Problematik sehen:

Leider geschieht diese Zusammenkunft immer in zeitkritischen Momenten, z. B. dann, wenn Rot und Weiß gemeinsam um Leben und Gesundheit eines Menschen kämpfen. Wäre es nur ein reines Sprachproblem, könnte man die Notärzte auf Sprachkurs schicken, die Installation einer Deutsch-Lern-App empfehlen und auf den Erfolg der digitalen Sprachschule setzen. Ein Sprachkundenachweis, wie z. B. den Rechtschreibtest beim Aufnahmetest zur BF, setzt man beim Medizinstudium nicht voraus. So erhält auch der Friese in Franken seine Chance, ohne bereits beim Diktat durchzufallen, weil alle Konsonanten weich klingen. More

Die Resilienz im Ehrenamt

Drei Feuerwehrleute vor einer Flammenwand

Das Feuer der Leidenschaft? Das Engagement in einer Hilfsorganisation hat vieles mit diesem Idiom gemein, jedoch muss ein Feuer wiederholt neu entfacht werden. Bild: Feuerwehr Weblog

Jeder, der ehrenamtlich in einer Hilfsorganisation tätig ist, unabhängig, ob in der Feuerwehr, in einem der Sanitätsdienste oder im Technischen Hilfswerk, hat im Laufe seiner Dienstzeit („Zeitraum des Engagements“ klingt emotionaler), persönliche „Hochs“ und „Tiefs“, ausgelöst durch verschiedenste Ursachen. Diese können beruflicher, familiärer, gesundheitlicher, ideologischer, mentaler, zwischenmenschlicher, soziologischer oder organisationsinterner Natur sein. Während das Engagement während einer „Phase des Hochs“ selten hinterfragt oder in Frage gestellt wird, drehen sich in der „Phase des Tiefs“ die Gedanken häufig um die Frage, ob oder in welcher Form die ehrenamtliche Teilhabe in der Organisation noch Sinn ergibt. Anders formuliert, soll man weitermachen oder nicht. Nicht Resilienz im soziologischen, sondern im psychologischen Sinne steht daher im Vordergrund der nachfolgenden Gedanken. More

Achtet auf das Gewicht!

Eine Kolumne von Dr. Ulrich Cimolino

Feuerwehrfahrzeug der FF Hamburg

Symbolbild Feuerwehrfahrzeug. Bild: fwnetz.de/feuerwehr-weblog.org

Zunehmend – welch herrliches Wortspiel – gibt es Probleme mit den Gewichten.

Dies betrifft zum einen das Einsatzpersonal, das sich durch die Aufnahme des Body-Mass-Index in die Beurteilungskriterien der G 26.3 angegriffen bzw. mindestens in der Ehre bedroht fühlt. Aber mal ehrlich: Wer kennt einen Feuerwehr-Kraftsportler, der ggf. weit über den üblichen BMI-Werten liegt, aber trotzdem topfit ist – und wegen eines zu hohen BMI vom Arbeitsmediziner für untauglich im Sinne der G 26.3 geschrieben wurde – persönlich?

Vermutlich keiner! Und ebenso vermutlich ist jedem klar, dass es viele gibt, die mit ach und krach die Untersuchung schaffen – ggf. auch nur als alte Bekannte jahrelang für die Feuerwehr tätiger Ärzte? – mit denen man aber nicht unbedingt im Angriffs- geschweige denn notwendig werdenden Sicherheitstrupp zusammenarbeiten möchte, weil man sich nicht sicher ist, ob die Leistungsfähigkeit reicht. Seit Jahren gibt es zahlreiche Fitnessprogramme auch speziell für die Feuerwehr. Wie sieht es ganz ehrlich mit deren Akzeptanz und regelmäßiger (!) Nutzung aus?

Wo sind eigentlich die, die sich vehement für die „echten Kerle“ (bzw. deren Gewichte) bei der Feuerwehr einsetzen, die man nicht ausschließen dürfe, wenn es um die Gewichtsdiskussionen von Feuerwehrfahrzeugen geht? More