Kolumne

Die Fähigkeiten der Gefahrenabwehr müssen sich stärker vernetzen!

Eine Kolumne von Dr. Ulrich Cimolino

In Deutschland sind verschiedene Organisationen für das breite Band der Gefahrenabwehr zuständig. Bisher tun sie das vor allem für sich selbst und nur in relativ wenigen Fällen kommt es zu übergreifenden Einsätzen bzw. abgestimmter Einsatzplanung oder -beschaffung oder gar echter Zusammenarbeit. Eher bekannt ist der Einsatz bei fehlenden Möglichkeiten der anfordernden Behörde bzw. Organisation durch eine andere z.B. im Rahmen der Amtshilfe. Je nach Bundesland kommt es hier in einigen Fällen allerdings zu unterschiedlichen Vorschriften oder deren Auslegungen, wie man es z.B. gerade im Bereich der einsatzbedingten Verkehrsregelung sieht. (In Bayern praktisch mit Aufgabe der Feuerwehr, in anderen Ländern für die Feuerwehr faktisch verboten. Selbst bei der einsatzbedingt ggf. erforderlichen Straßen(voll)sperrung wird teilweise noch diskutiert, ob das für die Feuerwehr überhaupt zulässig wäre…)

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Bingo der Ernüchterung

Eine Kolumne von Stefan Cimander

Zwei Feuerwehrleute bekämpfen einen Autobrand

„Ich bin mit der Gesamtsituation unzufrieden“ schimpfte Ranger im Film „Der Schuh des Manitu“, als er zusammen mit Abahachi an einen Marterpfahl der Schoschonen gefesselt, dort die Nacht verbringt. „Ich bin mit der Gesamtsituation unzufrieden“ offenbaren ebenso viele freiwillig der Feuerwehr angehörenden in Bezug auf ihre ehrenamtliche Tätigkeit.

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Konflikt der Generationen?

Eine Kolumne von Ulrich Wolf

Kürzlich, irgendwo in Deutschland, kam es Zoff bei einer freiwilligen Feuerwehr. Die „Jungen“ fordern sehr viel mehr Ausbildung und Übung, als die „Alten“ zu leisten bereit waren. Mit „alt“ ist Ü40 gemeint. Seit Jahren stritten die beiden Fraktionen um die Häufigkeit von Übungs- und Ausbildungsstunden. Während die „Jungen“ sich samstags zum zusätzlichen Dienst trafen, meinten die „Alten“, man hätte ja früher auch so jedes Feuer aus bekommen. Zusätzlich existierten Differenzen zum Thema Alkoholkonsum. Die „Alten“ pflegten die Kameradschaft gerne mit einem alkoholischen Getränk. Der ganze Streit endete mit dem Austritt von fast der Hälfte der Aktiven, die Führungskräfte eingeschlossen. Schade.

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Ad nauseam und diverse Nebelkerzen

Eine Kolumne von Stefan Cimander

Früher, ja früher, da war alles besser. Die Luft roch besser, schließlich standen viele Fabrikschlote und Kohlekraftwerke einfach so da; das Wasser schmeckte besser, weil jeder seine Hinterlassenschaften ungeklärt in den nächsten Fluss geben durfte; die Feuer brannten besser, weil der Brandschutz noch nicht in so fester bürokratischer Umarmung war.

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Nachwuchs mit Feuereifer

Eine Kolumne von Stefan Cimander

Blaulichtorganisationen scheinen fest in Familienhand, zumindest was den freiwilligen Teil betrifft. Großvater, Vater, Mutter, Kinder, Enkel, sie treffen sich wöchentlich, um zu trainieren, wie Anderen in einer Notlage zu helfen ist. Und jede Generation ist mit (Feuer) Eifer dabei. Eine Generation vererbt das Blaulichtgen an die Andere. Ausnahmen gibt es immer. Ich selbst kam ohne wirkliche Familientradition zu den Floriansjüngern (oder zählt das Zivilschutzschutzengagement in einer Regieeinheit väterlicherseits?). Es liegt nahe, dass Kinder dem Folgen, was sie von ihren Eltern kennen – oder sie grenzen sich bewusst davon ab! Schließlich wächst man mit dem Blaulicht auf und sich dessen magischer Wirkung zu entziehen, ist schwer.[1] Die wenigsten Kinder rennen schreiend weg, wenn die Feuerwehr mit Fanfaren um die Ecke rast (höchstens vor Schreck). Schon mal einen Kindergarten zu Besuch gehabt? Am liebsten würde die das Tatütata selbst einschalten und hören!

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Feuerwehr ist wie Marathon

Eine Kolumne von Stefan Cimander

Sich in der Freiwilligen Feuerwehr zu engagieren, ist mit einem Marathonlauf vergleichbar. Ich schreibe das nicht nur, weil ich selbst zum ersten Mal die 42k hinter mich brachte und nun übereifrig eine Verknüpfung zwischen den beiden Herausforderungen Marathon und Freiwillige Feuerwehr suche, nein, zwischen beiden bestehen verschiedene Berührungspunkte und ähnliche Motivationsgründe. More

„Die Wissenden reden nichts, die Redenden wissen nichts.“

Eine Kolumne von Stefan Cimander

Der Weg zum Wissen ist ein steiniger und ist keineswegs ein gerade Spur zum Licht der Erkenntnis.

„Die Wissenden reden nichts, die Redenden wissen nichts“, klagt ein chinesisches Sprichwort an und meint, dass die, die nützliches Wissen besitzen, es nicht mit anderen teilen, während die, die kein Wissen haben, das Nicht-Wissen lautstark verbreiten. Fake News, nennen wir das im Neusprech. Dem ließe sich entgegenhalten, „Reden ist Silber, Schweigen ist Gold“. Manchmal sollte der, der unbedingt Reden will, schweigen, statt unpassendes, überflüssiges oder gefährliches Halb- und Unwissen zu verbreiten. Der Schaden ist immens, siehe Elon Musk, siehe POTUS Trump, siehe „Söderhofer“.

Während das eine Idiom auf die Teilhabe an Wissen zum Nutzen aller abzielt, ist das andere Sprichwort auf das Individuum bezogen. „Reden ist Silber, Schweigen ist Gold“ lässt sich auch anders interpretieren: Manchmal ist es besser zu schweigen, um sich als Individuum zu schützen, nicht angreifbar zu machen, nicht im Mittelpunkt zu stehen. Abseits linguistischer Haarspalterei treffen beide Sprichworte auf das Kommunikationsverhalten in der (freiwilligen) Feuerwehr zu. More

Projekt 42/5 – Es werde Licht

Fit For Fire Fighting mit Laufschuhen

Bist Du für oder gegen Zeitumstellung? Bist Du für oder gegen die immerwährende Sommerzeit? Bisher gingen diese Debatte und die EU-weite Umfrage an mir vorbei, auch wenn das Umstellen der Uhren ein Ärgernis war. Vor Kurzem bemerkte ich, dass ich als Läufer von dieser Diskussion betroffen wäre. Stichwort Licht!

Wie schön war das, als ich morgens um kurz nach fünf bei Tageslicht und angenehmen Temperaturen meine Trainingseinheiten ausführen konnte. Nun sind die Temperaturen morgens angenehm, angenehmer als im Hochsommer, dafür geht die Sonne um sieben Uhr auf. Zack, schon wieder über ein Schlagloch gestolpert; Jaul, schon wieder einen freilaufenden Hund erwischt; Raschel, der Weg war zwei Meter vorne bereits zu Ende. More

Den Letzten beißen die Hunde

Eine Kolumne von Stefan Cimander

Dunkelheit. Nacht. Ruhe. Schlaf. Plötzlich erwacht eine kleine, unscheinbare Lärmmaschine zum Leben, reist den freiwilligen Angehörigen der Feuerwehr aus seinen seligen Träumen. Ab jetzt läuft alles automatisch: Shirt und Hose an, Schuhe überziehen, der Griff ans Schlüsselbrett, Tür auf, Tür zu und ab in Richtung Feuerwehrhaus. Zu Fuß sprinten, auf dem Fahrrad rollen oder mit dem Auto fahren, das bevorzugte Fortbewegungsmittel richtet sich oftmals nach einem Kriterium: der Entfernung des Wohnortes zum Feuerwehrhaus. More

Minenfeld statt Sommerloch

Eine Kolumne von Stefan Cimander

Teamwork bei der Feuerwehr

Würdigung der freiwillig erbrachten Leistungen und Anerkennung[i] des Ehrenamts[ii] sind ein Thema, das seit langer, langer Zeit, mal mehr, mal weniger virulent durch die Medien tanzt. In Zeiten von Twitter, Facebook und Snapchat nehmen wir dieses Themenfeld häufiger wahr, weil sich die, die sich über vermeintlich fehlende Wertschätzung echauffieren, sich der neuen Medien bedienen, um ihrem Frust Ausdruck zu verleihen. Statt eines Sommerlochs, über das alle Schmunzeln, stellt sich das Thema eher als Löcher produzierendes Minenfeld dar, in das der Autor abzustürzen droht. Der Autor dieses Textes ist, was den Aspekt der Anerkennung betrifft, ebenso hin- und hergerissen zwischen zwei Positionen, die sich in Teilen widersprechen.

Diese Kolumne entstand nach dem Lesen von zwei Beiträgen im Netz. Einerseits verkündete eine Feuerwehrzeitschrift die fünf größten Irrtümer bezüglich der Feuerwehr[iii], andererseits las ich auf einem Nachrichtenportal die Rezension des Buchs „Anerkennung“[iv] des Philosophen Axel Honneth[v]. Auf den ersten Blick passen die Texte nicht zusammen, auf den zweiten Blick öffnet sich das von mir als Minenfeld bezeichnete Problem. More