Offside

Projekt 42/3 – Schuhfetisch

Fit For Fire Fighting mit Laufschuhen

Nicht bloß Frauen haben einen Schuhfetisch. Ihnen gleich tut es die Gattung des Läufers! Laufschuhe, Laufschuhe kann man(n) nie genug besitzen. Moment, ich sehe da grad ein Angebot. … Ihr entschuldigt mich kurz? … Ich gehe Laufschuhe bestellen!

Nach ein paar Tagen steigt die Ungeduld und klingelt der Paketlieferdienst, bricht sich die Vorfreude bahn wie die Lava eines explodierenden Vulkans. Wie eine Reliquie hält der Läufer das neueste Exemplar seiner Jagd in den Händen, betrachtet diese ehrfurchtsvoll von allen Seiten, bevor er hineinschlüpft und sich die Emotionen einem Orgasmus gleich in den Worten äußern: „Was für geile Schuhe!“ Kennt ihr? Gratulation, willkommen im Club der wahren Läufernatur! More

Ein starker Markenname

Eine Kolumne von Stefan Cimander

Feuerwehr – ein Wort und jeder weiß sofort, um was es sich dreht. Seit mehr als 150 Jahren existiert den Begriff mittlerweile.[1] Als Teil der staatlichen Daseinsvorsorge ist die als bürgerschaftliche Organisation entstandene Einrichtung nicht mehr wegzudenken.

Was wäre, wenn der Name „Feuerwehr“ nicht mehr genutzt werden könnte oder wenn es ihn nicht gäbe? Welchen Grund gäbe es, den Namen zu wechseln? Wie wäre bei der Namensfindung vorzugehen? Welchen Namen müsste diese Notfallorganisation als Alternative bekommen?

Eines ist klar, am Anfang steht ein Arbeitskreis, bei dem erstmals keiner weiter weiß.

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Projekt 42/2 – Die Gattung des Läufers

Fit For Fire Fighting mit Laufschuhen

Das in freier Natur anzutreffende Läufer ist eigentlich ein arttypisch einzelgängerisches Exemplar, das gelegentlich in Gruppen auftritt, dann aber häufig zu dominantem Verhalten neigt und schneller als alle anderen sein will. Zu unterschieden sind mehrere Gattungen, grob gesagt zwischen dem nachtaktiven, tagaktiven und dem morgenaktiven Laufschuhträger. Letzteres Exemplar richtet seine Aktivitäten meist nach den zu erwartenden Tagestemperaturen in den warmen Monaten des Jahres. Dabei lässt es sich freiwillig von einem kreischenden Weckgerät aus seinen seligen Läuferträumen reißen, um seinen natürlichen Drang nach Sport auszuleben. More

Mir liegt da was am Herzen

Eine Kolumne von Dr. Frank Eisenblätter

Atemschutzgeräteträger beim Vorgehen in Brandraum

Atemschutz gehört zu den anstrengenden Tätigkeiten im Feuerwehrdienst. Deshalb müssen die Feuerwehrleute gesund und fit sein.

Es ist wieder mal an der Zeit, Führungskräfte mit der Nase in etwas hineinzustoßen. Ich weiß, „Man macht das nicht“, „Das funktioniert beim Erziehen von Hunden auch nicht“, „Hunde machen trotzdem ihr Malheur oder ihre Dummheiten“. Und sie – die Hunde – merken erst im Nachhinein, dass sie gerade etwas Falsches taten. Ist die die Wohnung voller Flocken der Inneneinrichtung, dann schauen sie mit treuen Augen ganz traurig und ziehen den Schwanz ein. Nun der Bogen zum Verhalten von Führungskräften, wenn etwas überhaupt nicht so lief, wie es eigentlich hätte laufen sollen: Ein Angehöriger der Feuerwehr kommt nicht mit den anderen aus dem Einsatz zurück.

An dieser Stelle geht es nicht um Unfälle oder die ungeheure Gefahr eines Dreitagebarts, der ganze Generationen von Feuerwehrwitwen erzeugte, sonst würde er nicht immer wieder für ein Sommerlochthema herhalten. Hier geht es alleine um den anderen Klassiker: Herzprobleme im Einsatzdienst. More

Von harten Männern

Die Entwicklung vom offenen zum geschlossenen Feuerwehraufbau

Historischer Mannschafts- und Gerätewagen der FF Bretten

Der Mannschafts- und Gerätewagen der FF Bretten wurde 1934 von Metz auf einem Mercedes-Benz aufgebaut. Im Einsatzdienst stand das Fahrzeug bis 1966. Der Mercedes – Benz Typ L-60 hat einen 4 Zylinder M66-Benzinmotor, der 66 PS leistet. Der Hubraum beträgt 4.908 ccm, Höchstgeschwindigkeit 68km/h. Nach Ende der Dienstzeit verkaufte die FF Bretten das Fahrzeug, holte es aber 1986 zurück. Das Fahrzeug der FF Bretten wurde von 1998 bis 2001 restauriert. Foto: sc/fwnetz.de

Bis weit in die 1940er Jahre dominierten Feuerwehrfahrzeuge mit offenen Mannschaftskabinen das Bild auf der Straße. Obwohl technisch realisierbar, verzichteten die Beschaffer noch in den 1930er Jahren auf geschlossene Kabinen. Der Grund für die ablehnende Haltung ist, wie vieles in der Feuerwehr, mit den dominierenden Werten und Ansichten zu erklären.

Trotz benzin-elektrischer Motorisierung hatten Feuerwehrleute in der chauvinistisch geprägten, konservativ-militaristischen Gesellschaft harte Männer zu sein. Offene Kabinen waren deshalb Gebot und Zwang zugleich. Ähnliches galt im Übrigen für die offenen und ungepolsterten Holzbänke. Die „Abhärtung der Mannschaften“ (Josef Schütz) besaß oberste Priorität. More

Vom Geben und Nehmen

Eine Kolumne von Matthias Ott

Führungskräfte in Feuerwehren sehen sich oft mit der Frage konfrontiert, welche Informationen sie wann und wie an die Helferinnen und Helfer weitergeben und welche nicht. Umgekehrt beklagen sich landauf, landab immer wieder Angehörige der Feuerwehr, dass sie von ihren Führungskräften nicht in Entscheidungen einbezogen und informationstechnisch an der kurzen Leine gehalten werden. More

Tag der Feuerwehrleute

Feuerwehr im Einsatz

Der 4. Mai ist der „Internationaler Tag der Feuerwehrleute“. An dieser Stelle ein großes Dankeschön an alle Feuerwehrleute, egal ob im Hauptamt oder im Ehrenamt für diesen Dienst.

Wer jetzt sagt, Moment mal, der 4. Mai war doch bisher immer der Florianstag, richtig, jedoch entschloss man sich 1998 den Tag umzuwidmen – und bis heute wissen das auch viele Angehörige der Feuerwehr nicht.

Nachdem am 2. Dezember 1998 fünf Feuerwehrleute unter tragischen Umständen in einem Lauffeuer im australischen Linton, Region Victoria ums Leben kamen, entschloss man sich den Tag des Heiligen St. Florian zu einem Gedenktag für alle Feuerwehrleute zu machen. Die Intention ist das Ehren und Anerkennen der Verstorbenen und der aktiven Einsatzkräfte, aber auch das Unterstützen der Hinterbliebenen und der Hinweise auf die Notwendigkeit von Trainings- und Ausbildungsmöglichkeiten.

Was passierte am 2. Dezember 1998 in Linton? Die Einsatzkräfte brachten den Brand nicht unter Kontrolle, weshalb Verstärkung angefordert wurde. Eine diese Einheiten war die Geelong West Fire Brigade, für die sich u.a. Garry Vredeveldt, Chris Evans, Stuart Davidson, Jason Thomas und Matthew Armstrong auf den Weg nach Linton machten. Leider gerieten die vier mit ihrem Fahrzeug in die Flammen und verbrannten.

Kurz darauf initiierte der australische Feuerwehrangehörige JJ Edmondson am 4. Januar 1999 eine E-Mail-Kampagne, um diesen Tag einzuführen. Im Gegensatz zum angelsächsischen Sprachraum, wird der Tag in Deutschland nicht wirklich wahrgenommen, denn in Amerika gibt es mit www.firefightersday.org eine eigene Webseite, die sich mit diesem Ehren auseinandersetzt.

Übrigens ist der Heilige St. Florian nicht überall Schutzpatron der Feuerwehrangehörigen, in Frankreich z. B. nimmt diese Funktion die Heilige Barbara wahr, es kommen jedoch auch die Hl. Agatha und andere der sogenannten 14 Nothelfer „zum Einsatz“. Wen es interessiert, das Feuerwehr Weblog veröffentlichte vor einiger Zeit einen Beitrag zum Thema „St. Florian“ (dieser wurde ursprünglich im FWNetz veröffentlicht).

Fahnen, Fanfaren und Feuerwehr

Eine Kolumne von Stefan Cimander

Feuerwehrleute beim Löschen

„Traditionspflege ermöglicht das Bewahren und Weitergeben von Werten und Vorbildern, die sinnstiftend sind“ heißt es in dem Ende vergangenen Jahres durch das Bundesministerium der Verteidigung zur Diskussion gestellten Entwurfs des neuen Traditionserlasses für die Bundeswehr.[1] Tradition und das Militärische sorg(t)en in Deutschland für bizarre Erscheinungsformen in den Kasernen und den Medien. Mich führte das zu der Frage, was Tradition für die Feuerwehr bedeutet? Und ob wir Tradition in Form der Sinnstiftung benötigen? More

„Lebenswichtige Ergänzung zur Feuerwehrgrundausbildung“

Rezension von de Vries‘ Einsatz von Hohlstrahlrohren

Buchcover de Vries - Einsatz von Hohlstrahlrohren

De Vries behauptet nicht, er misst nach und widerlegt! Wer den Namen des Autors auf dem Buchcover liest, dem sollte klar sein, dass keine eingängige, dafür eine wissenschaftlich solide Abhandlung vorliegt. Genau das gilt für die aktuelle Publikation „Einsatz von Hohlstrahlrohren“ aus der Reihe Fachwissen Feuerwehr, dessen Wert de Vries für alle Feuerwehrangehörigen mit der in der Überschrift genannten Feststellung im Vorwort beschließt: „diese Broschüre [ist] eine lebenswichtige Ergänzung zur Feuerwehrgrundausbildung“ (S. 7). More

„Eher selten für originären Einsatzzweck eingesetzt“

Rezension von Wolfgang Werfts Drehleitereinsatz

Buchcover Werft- Drehleiterinsatz / Bild: EcomedWolfgang Werft stellt bereits im Vorwort seines Buches „Drehleitereinsatz. Grundlagen und Vorgehensweise“ mit der in der Überschrift zitierten Feststellung (S. 8) klar, dass die Drehleiter eher selten für die Menschenrettung, dagegen jedoch in vielen anderen Einsatzlagen (sinnvolle) Verwendung findet – dieser Umstand spiegelt sich somit in seinen Ausführungen wieder.

Werft arbeitet hauptberuflich bei der Feuerwehr und verfügt über langjährige Ausbildungserfahrung im Bereich „Spezielle Rettung aus Höhen und Tiefen“.[1] More