Offside

Einhundert Prozent ist das Mindeste

Eine Kolumne von Stefan Cimander

Feuerwehr – freiwillige Feuerwehr – kein Dienst ohne Ereignis, über das man sich nicht aufregen könnte. Klar, wo Menschen unterschiedlichen Alters, aus verschiedenen sozialen Milieus mit divergierenden Meinungen aufeinandertreffen, da kracht es verbal einmal, zweimal, dreimal, man findet aber immer wieder zusammen und steht während des Einsatzes trotz aller Differenzen gemeinsam Seite an Seite. Bisweilen handelt es sich ja bloß um Kleinigkeiten, die den Wirbel nicht wert sind. Es gibt allerdings Vorkommnisse und speziell verbale Aussagen in Bezug auf das Ehrenamt Feuerwehr, da könnte ich persönlich an die Decke gehen, die bei mir zugleich Zweifel an der Zuverlässigkeit des die Aussage aussprechenden Kameraden wecken, insbesondere wenn nächstens zusammen im Ernstfall agiert werden muss. Diese Äußerung lautet sinngemäß, man müsse nicht hundert Prozent bringen, weil man Feuerwehr ja schließlich freiwillig mache. Brisanz bekommen solche markigen Sprüche insbesondere dann, wenn sie von einer Führungskraft stammen.

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May, the fourth

Weingarten (Württemberg), Feuerwehr mit Wandgemälde "St. Florian" Fotograf: Andreas Praefcke (C 3.0) / Quelle: Wikimedia Commons

Weingarten (Württemberg), Feuerwehr mit Wandgemälde „St. Florian“ Fotograf: Andreas Praefcke (C 3.0) / Quelle: Wikimedia Commons

(sc). Der 4. Mai … ist heute. Geschehen ist an diesem Tag so einiges, wie der Wikipedia zu entnehmen ist. Der 4. Mai hat aber für viele von uns eine ganz besondere Bedeutung, und damit meine ich nicht den von Disney ausgerufenen Star Wars Day: Der 4. Mai ist der Namenstag von St. Florian, den Feuerwehrleute beim Funken anrufen und symbolisch um Beistand bitten. Gut, auch Star Wars handelt von Transzendenz und Glaube, aber zurück zum Thema. Vor einigen Jahren habe ich in einem längeren Erklärungsversuch zusammengeschrieben, weshalb St. Florian zum Schutzpatron der Feuerwehrleute wurde. [„Verschon mein Haus, Zünd andre an!“]

Feuer bei der Feuerwehr

Eine Kolumne von Stefan Cimander

Symbolbild Feuerwehrhaus

Symbolbild Feuerwehrhaus

Ich war sechs Jahre alt, verbrachte die Sommerferien bei den Großeltern und wurde nachts durch das Geheul der Warnsirene, mit dem die örtliche freiwillige Feuerwehr damals alarmiert wurde, elektrisiert. Am nächsten Tag erfuhr ich, dass Teile der Unterkunft einer Hilfsorganisation ein Raub der Flammen wurde. Mein jüngeres Ego war damals betroffen, aber als Erwachsener bin ich heute nicht weniger schockiert, wenn ich erleben muss, wie die Fahrzeuge und die Häuser der Retter selbst zum Einsatzort werden. Mittlerweile erfährt man regelmäßig über den Totalverlust eines Hauses der Feuerwehr (oder einer anderen Hilfsorganisation) oder schwere Schäden durch Brände: Kronshagen (2017)[i], Brachttal (2017)[ii], Bad Wiessee (2017)[iii], Kressbronn (2016)[iv], Buxheim (2016)[v], Jebenhsauen (2014)[vi], Crumstadt (2014)[vii], Scharrel (2013)[viii], Syke (2009)[ix], etc.; nur um mal einige Beispiele zu nennen, bei denen nicht nur Millionenschaden entstand, sondern es mitunter auch größere Feuerwehren traf. Trifft es nur freiwillige Feuerwehren? Keineswegs! Auch ständig besetzte Feuerwachen sind betroffen, so z. B. ein Verwaltungsgebäude in Duisburg (2008)[x] oder die Leitstelle der Feuerwehr Hamburg (2016)[xi]. More

Alarmcode 6920/6 – Status 6

Laufshirt "Feuerwehr in Bewegung" und Running Schuhe

Das musste passieren. Irgendwann. Jeden trifft es einmal, den Einen früher, den Anderen später. Da steht man im Saft, ist super fit, und dann das. Für mindestens die nächsten sechs Wochen darf ich meine sportlichen Ziele begraben, denn eine Verletzung am Fuß zwingt mich zu einer Laufpause und gleichzeitig auch zu einer Feuerwehrpause. Letzteres ist ja noch verkraftbar, aber kein Sport bzw. kein für den Fuß belastender Sport? Das geht ja mal gar nicht. More

Alarmcode 6920/5 – Sonne, Schweiß & Schmerzen

Startnummer Freiburg HalbmarathonWas für ein Lauf, was für ein Tag, was für ein Finish und das nach bangen Tagen um das Wetter und um die eigene Formkurve. Aber der Reihe nach. Ziel eins wurde beim Halbmarathon in Freiburg erreicht: ankommen. Ziel zwei wurde auch erreicht: eine Zeit unter 1:40h (1:37:56h). Ziel drei wurde auch erreicht: dreistellige Platzierung (722/5640).

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Bist du fit für jeden Einsatz?

Eine Kolumne von Martin Brombeis

Bei der letzten Atemschutzunterweisung war es wieder so weit: Ich hörte Geschichten über Feuerwehrangehörige, die im Einsatz ihr Leben ließen. Das ist jedes Mal der Moment, wenn mir eiskalt der Schauer über den Rücken läuft und mir wieder bewusst wird, dass die Gefahr real ist. Wir nehmen die Einsatzbedingungen zu oft auf die leichte Schulter und vergessen, dass es auch engste Freunde oder sich selbst treffen kann.

Neben dem Einhalten der Einsatzgrundsätze und regelmäßiger Übung spielt die körperliche Fitness eine sehr wichtige Rolle, wenn es darum geht, gesund zum Einsatz und wieder zurück nach Hause zu kommen. Jeder Feuerwehrangehörige sollte sich deshalb aus eigenem Interesse fit für den Einsatz machen, um damit ein Sicherheitspolster für den Ernstfall zu schaffen und effektiver helfen zu können. More

Alarmcode 6920/4 – Das Kreuz mit der Wade

Der Halbmarathon am 2. April in Freiburg i. Br. rückt näher und näher und nun beginnt meine Wade „zicken“ zu machen. Leider ist es bei mir derzeit nicht so, dass ich, wie es Dieter Baumann in seiner aktuellen Kolumne in der Runner’s World (ext. Link) schrieb, ein grundsätzlicher Friede mit der Wade herrsche. Immerhin bin ich nicht der einzige, der über Wadenprobleme klagt. Die Ursachen können vielfältig sein, ich persönlich vermute eher eine Trainingsüberbelastung, sprich, meine Wade schreit nach einer Verschnaufpause. Und in der Tat war gerade die letzte Woche anstrengend, bedingt durch das Verschieben von Trainingsterminen, kam ich auf fast 60 gelaufene Kilometer in sieben Tagen – und da würde ich als Wade ebenso „not amused“ sein. Was tun?

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Klima, Pandemie und VB

Gesammelte Links 01/2017

Vegetationsbrand

Bild: Gerald Vicker, U.S. Fish and Wildlife Service

In den vergangenen Monaten haben sich wieder einige Links zu interessanten Themen angesammelt, die ich nun nachfolgend mit einer kurzen Einleitung zum Lesen empfehle. Der Schwerpunkt liegt dabei eher auf dem Bevölkerungsschutz bzw. den Planungsauswirkungen für eben diesen: Klima, Klimawandel; Pandemie; Feuerökologie; Asteroiden und vorbeugende Brandschutz.

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So wirst Du fit in 42 Tagen

Die Tage werden wieder länger, die Temperaturen steigen und der Blick auf die Waage verrät, dass der Winter, wenn er auch nicht sehr lange andauerte, Erinnerungen in Form von Fettpolstern hinterlassen hat. Von Panik, „Hilfe, ich bin fett“, über Fatalismus, „Naja, ist halt so“, bis hin zum Aktivistischen, „Ja, ich schaffe das“, reichen die Reaktionen.

Nun gäbe es die Möglichkeit, ein äußeres, zwar religiös behaftetes, Ereignis als Anlass zu nehmen, den Pfunden den Kampf anzusagen, die Fastenzeit, die von Aschermittwoch bis Karfreitag andauert (Feuerwehr Weblog 2016: „FFFF-Matrix. Ein Neuansatz zur persönlichen Gefährdungsbeurteilung“). Wobei so richtig fasten, habe weder ich in der Vergangenheit gemacht, noch empfehle ich dies mit diesen Zeilen. Wer das Durchführen will, sollte sich unbedingt fachlichen Rat holen. Ich habe diese sechswöchige Abstinenz in den letzten beiden Jahren etwas eigenwillig umdefiniert, mit dem Ziel nicht nur fitter zu werden, sondern sich auch bewusster zu ernähren und durch diese Kombination das eigene Gewicht dauerhaft zu optimieren. More

Eine ganz besondere Zahl

Der 11. Februar ist der 42. Tag des Jahres.

Für viele von uns ist er ein besonderer Tag, denn die 42 ist eine ganz spezielle Zahl, eine magische Zahl, da sie ja bekanntlich die Antwort auf die Frage nach dem “life, the universe and everything” ist.

Der 11. Februar ist aber auch der Tag des Europäischen Notrufs. An jedem 11.2 eines Jahres wird europaweit auf die einheitliche Notrufnummer aufmerksam gemacht.

Aber wie hängen nun die 42 und die 112 zusammen? Eine knifflige Frage, die mich fast die ganze Nacht wach gehalten hat.

Also die Quersumme 1+1+2 gibt 4 und das Querprodukt von 1*1*2 gibt 2. Oder aber man multipliziert die 4 mit 0,5 (1/1/2 gibt ½ ) und tada, und schon haben wir wieder eine 2. Hintereinandergeschrieben haben wir nun die 42.

Diese spontane und nicht ernst gemeinte Herleitung stellt keine Aufforderung an euch dar, die 112-Hotline anzurufen, um nach der richtigen Lösung der Gleichung zu fragen. Vielleicht ist die 112 im übertragenen Sinne die Frage auf die Antwort nach dem Leben, dem Universum und dem ganzen Rest, denn wer dort anruft, erhält spezifische Fragen, die über Leben entscheiden. In diesem Sinne: 112 – da werden sie geholfen.