Geschichte

100 Jahre Technische Nothilfe

Der Deutschlandfunk berichtet aktuell über den 100. Jahrestag der Gründung der „Technischen Nothilfe“ (TN). Wer sich jetzt fragt, was dies für eine Organisation ist, das ist die Vorläuferorganisation des Technischen Hilfswerks (THW). Gegründet, heute vor 100 Jahren, war diese aus Freiwilligen bestehenden Organisation zunächst darauf ausgerichtet, während Streiks, von denen es in den frühen Jahren der Weimarer Republik so manche gab, die öffentliche Versorgung mit Gas, Wasser und Elektrizität sicherzustellen.

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Badische Bande

Die Geschichte der Wahlverwandtschaft von Mercedes-Benz und Metz

Jedes Feuerwehrfahrzeug besteht aus – einfach gehalten – zwei Komponenten: dem Chassis und dem Aufbau. Die Hersteller und Konstrukteure der beiden Komponenten lassen sich in Deutschland an einer Hand abzählen. Dennoch haben wir es mit einer großen Varianten- und Kombinationsvielfalt zu tun. Die Globalisierung und das EU-Recht führen zu einer immer bunteren Vielfalt. Das war nicht immer so.

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Unser Job: Jedi!

Feuerwehr im Einsatz

Schwarze Maske, schweres Schnaufen und dann dieser eine, ikonische Satz: „Ich bin Dein Vater, Luke!“ Schwarze Maske, schweres Schnaufen, schwitzende Gesichter und garantiert jede(r) Feuerwehrangehörende zitiert mindestens einmal in jedem Atemschutztraining diese Sternstunde der Popkulturgeschichte. Als bekennender Trekki fällt es mir natürlich sehr schwer, das niederzuschreiben und noch schwerer fällt es mir zuzugeben, diese Aussage selbst immer wieder auszusprechen – natürlich nur inkognito unter der schwarzen Maske. (Mr. Worf schaut schon ganz grimmig und schärft sein Bat’leth).

„Es war einmal vor langer Zeit in einer weit, weit entfernten Galaxis ..“

Weshalb dieser Vergleich? Nun, der 4. Mai ist „Star Wars Day“[1], ein inoffizieller Ehrentag, den man zum Gedenken an die Star Wars-Filme einführte. Vermutlich spielten Marketing und Merchandising eine nicht unwichtige Rolle beim Launch dieses Tages. Im Englischen klingt die Aussprache des Datums „May the 4th“ sehr dem wohl populärsten Satz aus dem Weltraummärchen: „May the force be with you“.

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Von harten Männern

Die Entwicklung vom offenen zum geschlossenen Feuerwehraufbau

Historischer Mannschafts- und Gerätewagen der FF Bretten

Der Mannschafts- und Gerätewagen der FF Bretten wurde 1934 von Metz auf einem Mercedes-Benz aufgebaut. Im Einsatzdienst stand das Fahrzeug bis 1966. Der Mercedes – Benz Typ L-60 hat einen 4 Zylinder M66-Benzinmotor, der 66 PS leistet. Der Hubraum beträgt 4.908 ccm, Höchstgeschwindigkeit 68km/h. Nach Ende der Dienstzeit verkaufte die FF Bretten das Fahrzeug, holte es aber 1986 zurück. Das Fahrzeug der FF Bretten wurde von 1998 bis 2001 restauriert. Foto: sc/fwnetz.de

Bis weit in die 1940er Jahre dominierten Feuerwehrfahrzeuge mit offenen Mannschaftskabinen das Bild auf der Straße. Obwohl technisch realisierbar, verzichteten die Beschaffer noch in den 1930er Jahren auf geschlossene Kabinen. Der Grund für die ablehnende Haltung ist, wie vieles in der Feuerwehr, mit den dominierenden Werten und Ansichten zu erklären.

Trotz benzin-elektrischer Motorisierung hatten Feuerwehrleute in der chauvinistisch geprägten, konservativ-militaristischen Gesellschaft harte Männer zu sein. Offene Kabinen waren deshalb Gebot und Zwang zugleich. Ähnliches galt im Übrigen für die offenen und ungepolsterten Holzbänke. Die „Abhärtung der Mannschaften“ (Josef Schütz) besaß oberste Priorität. More

Fahnen, Fanfaren und Feuerwehr

Eine Kolumne von Stefan Cimander

Feuerwehrleute beim Löschen

„Traditionspflege ermöglicht das Bewahren und Weitergeben von Werten und Vorbildern, die sinnstiftend sind“ heißt es in dem Ende vergangenen Jahres durch das Bundesministerium der Verteidigung zur Diskussion gestellten Entwurfs des neuen Traditionserlasses für die Bundeswehr.[1] Tradition und das Militärische sorg(t)en in Deutschland für bizarre Erscheinungsformen in den Kasernen und den Medien. Mich führte das zu der Frage, was Tradition für die Feuerwehr bedeutet? Und ob wir Tradition in Form der Sinnstiftung benötigen? More

Fährt die Feuerwehr elektrisch?

Eine Kolumne von Stefan Cimander

Inbetriebnahme des ersten automobilen Feuerlöschzuges der Welt fand am 19. Februar 1902 an der damaligen Feuerwache II in der Nordstadt von Hannover statt. Bild: Wikimedia Commons/Public Domain (Link)

1901 wurde auf der „Internationalen Ausstellung für Feuerschutz und Feuerrettungswesen“ das erste, mit Benzin betriebene Feuerwehrfahrzeug vorgestellt – und fand keine Beachtung. Die Besucher drängten sich stattdessen um den „Elektromobilen Löschzug“ der Berufsfeuerwehr Hannover. Benzinautomobile galten als zu unausgereift, störanfällig und überhaupt, „mit Benzin zum Feuer zu fahren“1 hielten die Zeitgenossen für äußerst gewagt. Dem elektrischen Antrieb maßen die Feuerwehroffiziere die Zukunft bei, zumindest einige, denn auch damals stritt man sich im Feuerwehrwesen heftig, sogar besonders heftig und selten auf Basis objektiver Bewertungen.

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Fit und aktiv dank blauem Licht

Feuerwehr im Einsatz

Die Feuerwehr, zu erkennen an den roten Fahrzeugen und den blauen Blinklichtern.

 „Was ist das?“ / „Blaues Licht!“ / „Was macht es?“ / „Es leuchtet blau!“

Wäre John J. Rambo nicht so wortkarg, hätte er seinem Dialogpartner im Film „Rambo 3“ sicherlich noch weitere physiologische Vorzüge des blauen Lichts nennen können, welche die Wissenschaft nach und nach entschlüsselt. Blaues Licht wirkt Müdigkeit entgegen, verbessert die Aufmerksamkeit und steigert die Leistungen. Blaues Licht unterbindet nämlich die Produktion von Melatonin und dient dem Körper als Signal für eine Wachphase. Deshalb sind wir am Tag („blauer Himmel“) wach und in der Nacht müde, um es einfach auszudrücken.

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May, the fourth

Weingarten (Württemberg), Feuerwehr mit Wandgemälde "St. Florian" Fotograf: Andreas Praefcke (C 3.0) / Quelle: Wikimedia Commons

Weingarten (Württemberg), Feuerwehr mit Wandgemälde „St. Florian“ Fotograf: Andreas Praefcke (C 3.0) / Quelle: Wikimedia Commons

(sc). Der 4. Mai … ist heute. Geschehen ist an diesem Tag so einiges, wie der Wikipedia zu entnehmen ist. Der 4. Mai hat aber für viele von uns eine ganz besondere Bedeutung, und damit meine ich nicht den von Disney ausgerufenen Star Wars Day: Der 4. Mai ist der Namenstag von St. Florian, den Feuerwehrleute beim Funken anrufen und symbolisch um Beistand bitten. Gut, auch Star Wars handelt von Transzendenz und Glaube, aber zurück zum Thema. Vor einigen Jahren habe ich in einem längeren Erklärungsversuch zusammengeschrieben, weshalb St. Florian zum Schutzpatron der Feuerwehrleute wurde. [„Verschon mein Haus, Zünd andre an!“]

Andere Länder, gleiche Probleme

Die Rekrutierung freiwilliger Feuerwehrleute ist weltweit ein Problem, so z. B. auch bei unseren Nachbarn in den Niederlanden. Der Peter Bloemer von der Feuerwehr Belfeld erklärt in einem Vortrag, dass fehlende, freiwillige Feuerwehrangehörige nicht nur für ihn, als Führungsfunktion ein Problem darstellen, sondern auch für die, denen geholfen werden soll. Er fragt sich deshalb, wo die Ursache des Problems – fehlendes Personal – liegt und geht zurück zu den Ursprüngen der organisierten Brandbekämpfung. Damals gab es ein berechtigtes Interesse, gerade der Unternehmer an einer effektiven Feuerwehr, weshalb sich eben die Unternehmer zuerst engagierten. Und heute? Wenn es brennt, wenn es einen Notfall gibt, ruft man die Feuerwehr, und erwartet, dass jemand kommt, um zu helfen. Nur, wer soll kommen, wenn jeder denkt, da kommt schon jemand? Für Bloemer liegt es auf der Hand, dass sich Brandbekämpfung und Gesellschaft auseinanderentwickelt haben, losgelöst voneinander sind. Brände sind damit kein Problem mehr der Gesellschaft, sondern der Feuerwehr. Sein Ansatz ist deshalb auf die Unternehmen zuzugehen und die ursprüngliche Idee, die hinter der Feuerwehr stand, wiederaufleben zu lassen. [via fireengineering.com]

Bloemer hat mit seinen Aussagen sicherlich recht, auch hierzulande ist festzustellen, dass die Feuerwehr als Dienstleistung aufgefasst wird, die kommt, wenn man sie ruft. Auch sein Ansatz, auf die Unternehmer zuzugehen, ist hierzulande unter dem Projekt „Partner der Feuerwehr“ bekannt. Nur, eine wirkliche Lösung präsentiert auch Bloemer in meinen Augen nicht.