Panorama

Wirkmittel gegen CO gefunden?

Forscher mutieren Protein zum CO-Fänger

Es ist farblos. Es ist geruchlos. Es ist geschmacklos. Es ist tödlich. Die Blaulichtspalten in den Medien berichten regelmäßig über Unfälle mit diesem Gas.[1] Die Rede ist von Kohlenstoffmonoxid (CO). 2014 ermittelte das Statistische Bundesamt 594 Tote durch die toxische Wirkung von Kohlenmonoxid in Deutschland.[2] Zum Vergleich: Durch Brände selbst kamen 547 zu Tode.[3] Weltweit zählt Kohlenmonoxid zu den häufigsten Vergiftungsursachen – ohne wirksames Gegenmittel.

Kohlenmonoxid bindet sich nämlich an das Hämoglobin und unterbindet damit den Sauerstofftransport im Blut. Das führt dazu, dass man bei zu langer Exposition innerlich erstickt. Bisher galt die Beatmung in einer Überdruckkammer bis zu einem gewissen Vergiftungsgrad als einzige Behandlungsmöglichkeit. More

SAFFIRE-II verlief erfolgreich

Brandversuche der NASA im Weltall – Teil II

Wie bereits Mitte Oktober geschrieben, führte die NASA am 21. November 2016 an Bord des unbemannten Raumfrachters Cygnus von Orbtial ATK mit SAFFIRE-II die zweite Versuchsreihe zur Entflammbarkeit und zum Brandverhalten in der Mikrogravitation durch.  Das Feuerwehr Weblog berichtete mehrfach über die Versuchsreihe (1, 2, 3, 4). Die NASA erklärte das Experiment zum Erfolg und veröffentlichte zwei Videos, die den Abbrand verschiedener Materialien zeigen. Das Team machte während der Brandversuche 100.000 Bilder (sic!). Diese und weitere Daten konnten bis zum 25. November heruntergeladen werden, bevor der Raumfrachter am 27. November in der Erdatmosphäre verglühte.

Eine Probe Acrylglasmaterial, das in den Raumfahrzeugfenstern verwendet wird, brennt an Bord des privaten Cygnus Frachtschiffs am 21. November 2016, während des Saffire-II Experiments der NASA. Bildquelle: NASA

Bildbeschreibung: Eine Probe Acrylglasmaterial, das in den Raumfahrzeugfenstern verwendet wird, brennt an Bord des privaten Cygnus Frachtschiffs am 21. November 2016, während des Saffire-II Experiments der NASA. Bildquelle: NASA

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Heul Doch! Ein Weckruf

Ein Kolumne zum Thema Warnung

„Was bedeutet dieser Heulton?“,  fragte Mitte Oktober, also vor wenigen Tagen, ein Bewohner Ludwigshafens in den sozialen Medien, nachdem in der pfälzischen Industriestadt infolge einer Explosion auf dem Gelände eines Chemiewerkes Sirenensignale zu hören waren. Als Angehörige von Behörden mit Ordnungs- und Sicherungsfunktionen antworten wir im Reflex, „ist doch klar, das bedeutet dies und das“. Von sich selbst auf andere zu schließen ist in diesem Kontext etwas ambivalent, denn zum einen reden wir aus einer Expertenperspektive, zum anderen hat sich das gesellschaftliche Umfeld im Vergleich zu den Jahrzehnten davor verändert. Unlängst stellte sogar eine Untersuchung des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe fest, dass die Bedeutung der Sirenensignale weitgehend unbekannt ist und man im Fall der Fälle auf sein Smartphone bzw. die Warnung durch die Nachbarn vertraut.

Unverzüglich beschwerten sich im oben genannten Fall die Anwohner der benachbarten Gemeinden über mangelnde Informationen und fehlender Warnung seitens der Behörden. Ohne darauf weiter eingehen zu wollen, bleibt festzustellen, dass sich die Feuerwehren dem Vorwurf ungenügender Information mittlerweile permanent ausgesetzt sehen – bis hin zur Vorhaltung, da solle etwas vertuscht werden. More

Abwechslung. Anstrengung. Alles andere als ein Hobby

Eine Kolumne zum Thema Dasein als Feuerwehrangehöriger

Irgendwo, irgendwann in Deutschand.
„Und, was machst Du so in Deiner Freizeit?“
„Ich?“ Kurze Pause. „Tja, ich bin bei der Feuerwehr!“
„Aha!“ Schweigen. „Und, da löscht Du Durst und so, oder?“ Lachen!

Irgendwie kennen wir (freiwillige) Feuerwehrangehörigen diesen Dialog nur zu gut, denn ein jeder von uns, ist auf die eine oder andere Art mit Vorurteilen, Unwissen oder schlicht Unverständnis auf das eigene außerberufliche Engagement konfrontiert. Dabei muss nicht immer der Stereotyp vom Durstlöscher im Vordergrund stehen. Viele Mitbürger können es sich ohne weiteres nicht vorstellen, freiwillig Zeit und Ressourcen, ja sogar die Gesundheit, unentgeltlich für etwas einzusetzen, das doch bequem, ganz im Sinne der deutschen Dienstleistungs- und staatlichen Fürsorgementalität, mit hauptberuflichen Feuerwehrangehörigen erledigt werden könnte. More

Battenburg und wie ich gesehen werden will

Feuerwehr Kopenhagen

Es lässt einen nicht los: Da will man einfach mal abschalten, prompt fährt einem am Straßencafé ein Löschzug vor die Nase. Bis vor etwas mehr als einem Jahr war Københavns Brandvæsen noch Teil meiner damaligen Tätigkeit. Und jetzt? Ich bin nicht mehr bei Paratech, Dänemark hat wieder reformiert, es gibt die Feuerwehr Kopenhagen nicht mehr, dafür Hovedstadens Beredskab, ein Zusammenschluß von acht Feuerwehren.  More

Immer schön unten bleiben

Das amerikanische Feuerwehr-Netzwerk FireEngineering hat eine interessante (und wissenswerte) Zusammenstellung zum Thema Wärme und Auswirkungen auf den menschlichen Organismus und Textilien publiziert. Die Zusammenstellung zeigt einerseits die zu erwartende Höhe der Wärme, führt aber auch vor Augen, wie empfindlich die menschliche Haut ist und mit welcher Schutzwirkung wir bei der PSA rechnen können.  [FireEngineering] More

Lebensretter seit 45 Jahren

Notrufsäule. Quelle: KMJ / Wikipedia Creative Commons (CC BY-SA 3.0)

Während für so manchen beruflichen (oder ehrenamtlichen) Retter nach 45 Jahren meist Schluss ist, stehen die orangefarbenen Notrufsäulen noch immer an den deutschen Autobahnen. Die Betonung liegt dabei auf „noch“, denn der  Dienstleistungsvertrag zwischen der Dienstleistungstochter des  Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft und dem Bund Ende 2018, und noch weiß niemand, wie es mit den Notrufsäulen weitergehen wird. Dass sich im Zeitalter der Mobiltelefone der Sinn der stationären Einrichtungen keineswegs erledigt hat, gibt man gerne zu, auch ist man offen für die Weiterentwicklung im Kontext der  digitalen Infrastruktur für das vernetzte Fahren. [Newsletter der GDV 2-2016: Retter in höchster Not]

Großschäden in der Sachversicherung

Zwei Feuerwehrleute bekämpfen einen Autobrand

Der Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) hat einen Bericht  zur „Schadenverhütung in der Sachversicherung 2015/2016“ vorgelegt.

Aufgelistet werden u.a. die zehn größten Schäden des Jahres 2015 (auf Platz 1: Brand eines Schlachthofes mit einem Schadenaufwand von 265 Mio. Euro).  Das klingt schon hoch, aber in der Zusammenstellung der zehn größten Schäden seit 1962 rangiert ein Brand aus 2005 mit 407 Mio. Euro Schadenaufwand.

Aufschlussreich ist auch der Blick auf die Hauptursachen für den Schadenumfang des Feuers für die Jahre 2004-2013 (S. 9), der zeigt, dass die Folgeschäden durch z.B. Ruß und Verschmutzung mit giftigen Stoffen, den Löwenanteil des Schadenaufwandes ausmachen. [PDF]