Panorama

Mein Herz brennt…

… sang und singt eine bisweilen umstrittene deutsche Heavy Metal-Band, die Liedzeile lässt sich aber wunderbar auf einen aktuellen Artikel (externer Link!) auf Spiegel Online übertragen, der über Herzerkrankungen durch Feuerwehreinsätze berichtet. Den Artikel könnt ihr hier nachlesen, worauf ich allerdings hinweisen möchte: Man muss nicht über den Kanal schauen, um Studien zu finden, die Stressbedingungen von Feuerwehrleuten untersuchen – das geschah hierzulande schon vor mehr als einem Jahrzehnt mit der STATT-Studie. Positiv in dem verlinkten Spiegel-Artikel finde ich, dass es einen expliziten Hinweis auf die Nicht-Übertragbarkeit der Studie auf die Verhältnisse hierzulande gibt. Allerdings sind neunzig Prozent der Feuerwehren bei uns ehrenamtlich, sodass das Thema Fitness und Vorerkrankung auf einem Umweg vielleicht doch wieder durch die Hintertür herein kommt.

Optimierung der Warnung

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) untersucht in einem Projekt die Möglichkeiten zur Optimierung der Warnung der Bevölkerung in Deutschland. Dabei bezieht man nun nicht mehr nur noch die technische Seite ein, sondern will auch gezielt sozialwissenschaftliche Fragen und Problemstellungen untersuchen. Auf die Erkenntnisse dieser neuen, interdisziplinären Perspektive bin ich gespannt, denn Warnung hat eben nicht nur die Seite des technisch Machbaren und Möglichen, sondern hat auch viel mit Semantik, Sprache und Informationsgehalt zu tun, die wiederum auf die Technik zurückwirken. [Pressemitteilung BBK | ISF Bund-Länder-Projekt Warnung der Bevölkerung | Warnung der Bevölkerung]

More

Rauchmelder wecken Kinder nicht

Eine Untersuchung des Derbyshire Fire & Rescue Service (GB) und der der Universität Dundee fand heraus, dass schlafende Kinder einen piependen Rauchmelder oft überhören. 27 von 34 Kindern im Altern von zwei bis 13 Jahren wachten auch wiederholt nicht auf, als der Alarmton des Rauchmelders ertönte. Die Forscher sehen die Ursache in der evolutionären Entwicklung, so lernt ein Mensch erst im Laufe seines Lebens die Bedeutung der Warnsignale. Eine weitere Versuchsreihe will nun herausfinden, ob ein modifizierter Rauchmelder besser weckt. [heise.de | Derbyshire Fire and rescue servicet | Universität Dundee]

Wenn der Funkwecker ruft

Wenn der Funkwecker ruft, dann springen wir aus dem Bett, ziehen uns an, schlüpfen in die Schuhe und werfen die Türe hinter uns zu, nur um dann vor der Haustüre stehend zu realisieren, dass wir ein viel größeres Problem haben: Schlüssel vergessen, oder, worauf ich hinaus will, es fehlt der fahrbare Untersatz, um in angemessener Zeit zum Feuerwehrhaus zu gelangen. Die Geschichte lässt sich natürlich beliebig umschreiben, das Problem bleibt jedoch das gleiche, was mache ich, wenn ich alarmiert werde, mein örtlicher Standort dabei in umgekehrtem Verhältnis zur Ausrückezeit steht, ich also zu weit weg bin? Ein solcher Fall geistert seit einigen Tagen durch die sozialen Medien. Das sächsische Nachrichtenportal tag24.de berichtet über einen Feuerwehrmann aus Neschwitz (Lkr. Bautzen/Sachsen) der, um zum Gerätehaus zu kommen, per Anhalter in einem Bus seinen Kameraden nachfuhr (Externer Link tag24.de).

Und mal ehrlich, das Problem hatten wir doch alle schon einmal. Offenbar kommt es auch gar nicht so selten vor, dass man als alarmierter Feuerwehrangehöriger Fahrzeuge requiriert/beordert, um schnell helfen zu können, wie die Antworten auf einen Beitrag in einem sozialen Netzwerk nahe legen.

Ich für meinen Teil habe einmal ein vor der Türe stehendes Taxi aufgefordert, mich zur Feuerwehr zu fahren. Dieser Bitte ist der Taxifahrer auch sofort nachgekommen, auch wenn er mit der Kirche ums Dorf gefahren ist und ich zu Fuß wahrscheinlich schneller gewesen wäre. Zu Ohren gekommen sind mir auch Geschichten von Kameraden, die mit dem Melder in der Hand auf die Straße springen, Fahrzeuge anhalten, die Fahrertüre aufreißen und dem Fahrzeugführer zurufen „Ihr Auto ist beschlagnahmt“. Ich denke, ganz so extrem muss man sich nicht aufführen, denn der Großteil der Verkehrsteilnehmer, die man bittet, einen mitzunehmen, kommt dem sicherlich nach.

Hattet ihr denn ähnliche Erlebnisse? Und wenn ja, wie seid ihr dann zum Gerätehaus gefahren bzw. wer hat euch gebracht?

Apollo 1 brennt

Der Beginn des Brandschutzes in der Raumfahrt

Heute vor 50 Jahren, am 27. Januar 1967, kamen drei amerikanische Astronauten beim Brand der Raumkapsel Apollo 1 ums Leben. So tragisch dieser Unfall war, markiert dieses Ereignis den Beginn erhöhter Anforderungen an die Sicherheit in der Raumfahrt – und dazu gehörte auch der Brandschutz. So entwickelte die NASA mit dem Limiting Oxygen Index Test (LOI) ein Verfahren zur Ermittlung der Entflammbarkeit, der inzwischen auch in anderen industriellen Bereichen Anwendung findet und bei der NASA noch immer einer der Standardtestverfahren für Materialien ist, die ins All verbracht werden. Trotz sehr strenger Brandschutzvorschriften, gibt es noch immer relativ wenig Wissen rund um das Verhalten von Bränden in der Mikrogravitation. Die Forschung zum Thema Feuer und Entflammbarkeit in der Mikrogravitation, nimmt gerade erst wieder so richtig Fahrt auf, wie die bisher stattgefundenen SAFFIRE-Experimente (das Feuerwehr Weblog berichtete, u.a. hier) belegen.

Links im Feuerwehr Weblog

Externe Links

Gefahr aus dem All

Die Stromversorgung der modernen Zivilisation gilt als unsere Achillesferse – ohne Strom, geht wenig und was passieren könnte, ist nicht nur Szenario in der fiktionalen Literatur (1, 2, 3), sondern auch Gegenstand wissenschaftlicher Forschung und Thema behördlicher Ratgeber (1, 2, 3). Eine mögliche Ursache für einen großflächigen – und ich meine wirklich großflächigen – Stromausfall, stellt ein Sonnensturm dar, der die Gebiete zwischen dem 50. Und 55. Breitengrad wohl am heftigsten treffen würde – und genau hier liegen auch die meisten (wirtschaftlich wichtigen) Metropolen. Eine Studie hat nun die ökonomischen Auswirkungen (nur) für die USA untersucht. [scinexx.de | space.com | agu.org]

Aus Sicht der Hilfsdienste bleibt zu hoffen, dass das Weltraumwetter frühzeitig erkannt wird und mit einem entsprechenden (sehr kurzen) Vorlauf Maßnahmen getroffen/vorbereitet werden können.

Andere Länder, gleiche Probleme

Die Rekrutierung freiwilliger Feuerwehrleute ist weltweit ein Problem, so z. B. auch bei unseren Nachbarn in den Niederlanden. Der Peter Bloemer von der Feuerwehr Belfeld erklärt in einem Vortrag, dass fehlende, freiwillige Feuerwehrangehörige nicht nur für ihn, als Führungsfunktion ein Problem darstellen, sondern auch für die, denen geholfen werden soll. Er fragt sich deshalb, wo die Ursache des Problems – fehlendes Personal – liegt und geht zurück zu den Ursprüngen der organisierten Brandbekämpfung. Damals gab es ein berechtigtes Interesse, gerade der Unternehmer an einer effektiven Feuerwehr, weshalb sich eben die Unternehmer zuerst engagierten. Und heute? Wenn es brennt, wenn es einen Notfall gibt, ruft man die Feuerwehr, und erwartet, dass jemand kommt, um zu helfen. Nur, wer soll kommen, wenn jeder denkt, da kommt schon jemand? Für Bloemer liegt es auf der Hand, dass sich Brandbekämpfung und Gesellschaft auseinanderentwickelt haben, losgelöst voneinander sind. Brände sind damit kein Problem mehr der Gesellschaft, sondern der Feuerwehr. Sein Ansatz ist deshalb auf die Unternehmen zuzugehen und die ursprüngliche Idee, die hinter der Feuerwehr stand, wiederaufleben zu lassen. [via fireengineering.com]

Bloemer hat mit seinen Aussagen sicherlich recht, auch hierzulande ist festzustellen, dass die Feuerwehr als Dienstleistung aufgefasst wird, die kommt, wenn man sie ruft. Auch sein Ansatz, auf die Unternehmer zuzugehen, ist hierzulande unter dem Projekt „Partner der Feuerwehr“ bekannt. Nur, eine wirkliche Lösung präsentiert auch Bloemer in meinen Augen nicht.

Brände früher erkennen

Was wäre wenn man den Brand früher bemerkt hätte? Was wäre wenn man den Notruf zügiger hätte absetzen können? Was wäre wenn die Feuerwehr früher eingetroffen wäre? Fragen, die sich nach Bränden mit Personenschäden oder hohen Sachschäden unweigerlich stellen. Ein Forschungsprojekt will nun herausfinden, ob es möglich ist, Brände früher zu erkennen.

Fettexplosion

More

Wirkmittel gegen CO gefunden?

Forscher mutieren Protein zum CO-Fänger

Es ist farblos. Es ist geruchlos. Es ist geschmacklos. Es ist tödlich. Die Blaulichtspalten in den Medien berichten regelmäßig über Unfälle mit diesem Gas.[1] Die Rede ist von Kohlenstoffmonoxid (CO). 2014 ermittelte das Statistische Bundesamt 594 Tote durch die toxische Wirkung von Kohlenmonoxid in Deutschland.[2] Zum Vergleich: Durch Brände selbst kamen 547 zu Tode.[3] Weltweit zählt Kohlenmonoxid zu den häufigsten Vergiftungsursachen – ohne wirksames Gegenmittel.

Kohlenmonoxid bindet sich nämlich an das Hämoglobin und unterbindet damit den Sauerstofftransport im Blut. Das führt dazu, dass man bei zu langer Exposition innerlich erstickt. Bisher galt die Beatmung in einer Überdruckkammer bis zu einem gewissen Vergiftungsgrad als einzige Behandlungsmöglichkeit. More