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Von 1992 bis 1997 in der Jugendfeuerwehr und von 1998 bis 2008 in der Freiwilligen Feuerwehr Freiburg, von 2006 bis 2007 in der Freiwilligen Feuerwehr Baden-Baden und seit 2008 in einer Freiwilligen Feuerwehr am Bodensee.

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Von Feuerwehr, Farben und Fortschritt

Wie ein Dogma zum Phlegma verkam.
Vom Stillstand zur Erneuerung.

 

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Andere Länder, andere Farben: Feuerwehrfahrzeug aus der Schweiz.

Als ich vor fast acht Jahren beim Feuerwehr Weblog (v.01) zu schreiben begann, griff ich in einem meiner ersten Artikel den Aspekt „Farben der Feuerwehr“ auf (Gelb und Yelp: gelbe Feuerwehrfahrzeuge). Nicht allerorten auf dem Globus ist Rot die Standardfarbe der Feuerwehr, wie ich damals konstatierte. Die Farbe Rot stand für mich zu jener Zeit nicht zur Disposition. Die Feuerwehrfahrzeuge waren seit den 1950er Jahren endgültig rot und das hatte auch so zu bleiben. Rot, die Farbe des Feuers. Rot, die Farbe der Warnung. Rot, die Farbe der Gefahr.

Modische Fantasien wie gelbe Konturmarkierungen oder, noch schlimmer, Flächen füllende gelbe Lackierungen, verbannte ich in das Reich des Undenkbaren, als Ausgeburt durchgedrehter Marketingstrategen, als Versuch den Charakter der Feuerwehr zu umzuwandeln. Obgleich ich der Farbe Gelb eine bessere Sichtbarkeit zugestehen musste, blieb ich bezüglich der Farbfrage konservativ – Rot. Punkt. Aus. Basta. More

Rückblick: ANTS

Schon letzten Monat hatte ich mitbekommen, dass eine Feuwehrzeitschrift einen Artikel über die Berliner ANTS – die Atemschutznotfall-Trainierte-Staffel – publiziert. Nun ist er in der aktuellen Ausgabe zu lesen.

Ich werde mir diesen Beitrag natürlich besorgen und mit meinem eigenen Fachartikel aus dem Jahr 2010 (!) vergleichen, der ebenfalls dieses Berliner Taktikkonzept zum Inhalt hatte. Wenn es interessiert, hier der Link.

„Zur Brandbekämpfung mit 1. Rohr über Leiter vor“

Buchbesprechung von Hans Kempers Führen und Leiten im Einsatz

kemper_leitenIn der Bundesrepublik spiegelt die FwDV100 das Einmaleins der Führung und Führungsorganisation wieder. Sie ist ein umfangreiches Dokument, dessen inhaltliche Resonanz bei Nichtführungskräften eher leise anklingt, jedoch konkrete Auswirkung im Einsatz hat, nämlich dann, wenn ein Befehl auszuführen ist. Nicht selten bleibt der Befehlssinn unverstanden, weil das (Führungs-)Hintergrundwissen fehlt.

Hans Kemper erläutert in seinem Grundlagenbuch „Führen und Leiten im Einsatz“ aus der Reihe „Fachwissen Feuerwehr“ in nunmehr 4., aktualisierter Auflage angehenden Führungskräften und Nichtführenden die Struktur und die Abläufe hinter dem Befehl. Zweck soll es sein „Verständnis für Verhaltensweisen, Handlungen und Entscheidungen der ‚Führenden’“ (S. 6) zu erreichen. Kemper überarbeitete die vorliegende Auflage vollständig, um geänderte Vorschriften zu berücksichtigen und den Inhalt zu erweitern. More

Vom Suchen und Finden

20130705_173544Lange ist es her, nämlich mittlerweile vier Jahre, als ich einen Artikel über „Magirus“ ankündigte, da ich gerade eine Ausstellung mit Magirus-Oldtimern besucht hatte. Nun ja, mehr als ein paar Gedanken kamen damals nicht zustande, und, ihr wisst es, der Artikel ist nie erschienen, beerdigt im digitalen Nirvana.

Besagtes Artikelprojekt hat mich vergangene Woche wieder eingeholt, nachdem ich ein Buch gefunden habe, das ich seit vier Jahren versuchte vergeblich zu kaufen. Nun habe ich es endlich gefunden und sofort erworben, auch wenn ich den Magirusartikel deswegen nicht aus den Untiefen meiner Festplatte herausbefördere.

Die Rede ist von Rolf J. Ambrosius: Magirus. Die Geschichte des Ulmer Unternehmens von 1936 bis 1974. Der erste Band dieser Darstellung ist antiquarisch ohne Probleme erhältlich, nur der obige, zweite Band, versteckte sich vor mir, bis ich ihn durch Zufall und ohne die Hilfe diverser automatischer Suchbots fand.

 

Die Feuerwehr mit dem Stern

Neu im Bücherregal Martin Wessels Die Einsatzfahrzeuge der Stuttgarter Feuerwehr

einsatzfahrzeuge_bfsMit „Die Einsatzfahrzeuge der Stuttgarter Feuerwehr“ legt Martin Wessels ein Stück persönliche Geschichte bei der Berufsfeuerwehr Stuttgart vor, denn sein Bildband umfasst Kraftfahrzeuge, die zu Beginn der 1990er Jahre noch in Dienst waren oder später ihren Dienst aufnahmen. Damit entspricht dieser Zeitraum ziemlich genau dem Verlauf seiner Anstellung bei der Stuttgarter Feuerwehr.

Der Wandel einer Großstadtfeuerwehr

Kompetent und kenntnisreich zeigt Wessels den Wandel des Fuhrparks, und das in mehrfacher Hinsicht. Bestand der Fuhrpark zunächst fast ausschließlich aus Fahrzeugen mit dem Stern – abgesehen von Bund-Fahrzeugen und einigen Opel-PKW, sind seit wenigen Jahren, bedingt durch das europäische Vergaberecht, auch andere Chassistypen vertreten. Auch optisch ist der Wandel von Feuerrot (mit und ohne weiße Flächenmarkierungen), zu Tagesleuchtrot hin zu (Tagesleucht-)Rot mit gelben Flächenmarkierungen zu sehen. Ebenfalls ist die Vereinheitlichung der Fahrzeuge bei der Berufsfeuerwehr Gegenstand des Buches. Schließlich zieht sich das Thema Personaleinsparungen bei der Berufsfeuerwehr durch den Bildband. Gekonnt stellt er diesen Aspekt mit der Anpassung des Fahrzeugparks und der dahinterstehenden Taktik dar. More

Das Hochwasser und die Folgeideen

Die jüngste Hochwasserlage hat es – mal wieder – gezeigt: Ohne Manpower ist eine wirkungsvolle Abarbeitung der Einsätze und Bekämpfung der Folgen nicht machbar. Auch dieses Jahr kam es – mal wieder – zu Problemen hinsichtlich der Freistellung von Arbeitnehmern.

Roderich Kiesewetter, Bundestagsabgeordneter der CDU und Präsident des Reservistenverbands, forderte in einem Interview mit dem Handelsblatt einen „Blaulichtbeauftragten in den Personalabteilungen der Unternehmen“. Dieser solle nicht nur Überblick über das ehrenamtliche Engagement haben, sondern auch Fehlzeiten der freigestellten Mitarbeiter koordinieren.

Eine gute Idee, aber ob ein Beauftragter allein die Probleme einer dienstleistungsorientierten Gesellschaft lösen kann, sei dahin gestellt. Immerhin gesteht Kiesewetter ebenfalls, dass es sich beim Thema Freistellung mehr um ein kulturelles Problem handelt. Es bleibt abzuwarten, was aus Kiesewetters Vorschlag bleibt.

[Von einer Verlinkung des Interviews im Handelsblatt muss ich aufgrund der gegenwärtigen Rechtslage leider absehen. Ihr findet das Interview vom 14.06.2013 aber mithilfe einer Suchmaschine.]

Moblog: Hot

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Hot, hot Summer … irgendwie erinnert mich das Selbstbildnis durch die WBK an John Carpenters „Sie leben“.

Kein Schwitzen in der Sonne

Schweißtreibendes Training für Atemschutzgeräteträger

Als Übungsdienstorganisator hat man es in diesen Tagen alles andere als leicht: Sommer, Sonne, Sonnenschein lassen die Kameraden die Prioritäten fernab der Feuerwehr setzen, gerade dann, wenn der Dienstplan ein schweißtreibendes Thema prophezeit.

Für mich als Organisator bedeutet dies, dass ich kaum weiß, mit wie vielen Kameraden ich an einem Dienst zu rechnen habe. Nachdem ich in den vergangenen Monaten selbst einige Male „böse auf die Fresse gefallen bin“, weil sich das Übungsszenario mit zu wenig Personal nicht realisieren ließ, musste eine skalierbare Übung her, ein Szenario dass sich mit viel, wie auch mit wenig Personal durchführen lässt. Zugleich sollten alle Kameraden mit ihren unterschiedlichen Qualifikationen eingebunden werden. More

Stichpunkte für die Hosentasche

Buchbesprechung von Frank Gerhards und Guido Volkmars Quickcheck Atemschutz-Notfallmanagement

quickcheck_antEin derart umfassendes und komplexes Thema, wie die Vorbereitung auf und die Abarbeitung eines Atemschutznotfalls in einer Kurzübersicht zum schnellen Nachlesen abzufassen, versuchen die Autoren Frank Gerhards und Guido Volkmar in dem Ringheft „Quickcheck Atemschutz-Notfallmanagement“.

Das laminierte Ringheft ist stabil, verträgt demzufolge Schmutz, Feuchtigkeit und robuste Lagerung. Die kompakten Abmessungen machen es zu einem exzellenten Begleiter, der in jede Hosen- oder Jackentasche einer Feuerwehruniform passt. More

Komplex aber beherrschbar

Rezension von Christof Lindes und Bernd Dittrichs Biogasanlagen

fwfw_bgaMit der 2011 eingeleiteten Energiewende und der zunehmenden Verknappung fossiler Brennstoffe gibt es in Zukunft vermehrt Anlagen alternativer Energieerzeugung in Deutschland, wie z.B. Biogasanlagen. Auf diesen Faktor müssen sich die Feuerwehren einstellen und sich mit den Technologien auseinandersetzen. Christof Linde, Dozent an der hessischen Landesfeuerwehrschule und Bernd Dittrich, Leiter der Continental-Werksfeuerwehr, legen mit dem Heft „Fachwissen Feuerwehr: Biogasanlagen“ einen kompakten und leicht verständlichen Überblick über Biogasanlagen vor.

Ziel

Linde und Dittrich sprechen mit dem 112-seitigen Buch gezielt Einsteiger in die Materie, aber auch Angehörige anderer Hilfsorganisationen wie auch Betreiber von Biogasanlagen an, um diesen eine gute Vorbereitung für den Umgang mit möglichen Fehlfunktionen einer solchen Anlage an die Hand zu geben. Ziel der Autoren ist es Informationslücken bei Feuerwehrleuten hinsichtlich Funktion, Gefahren und Taktik zu schließen, ohne Musterlösungen zu bieten. More