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Von 1992 bis 1997 in der Jugendfeuerwehr und von 1998 bis 2008 in der Freiwilligen Feuerwehr Freiburg, von 2006 bis 2007 in der Freiwilligen Feuerwehr Baden-Baden und seit 2008 in einer Freiwilligen Feuerwehr am Bodensee.

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Christkind beim Paketausliefern unterstützt

In Spammgurte eingepackter Betonblock

Um dieses Betongeschenk auszuliefern, forderte das Christkind Feuerwehr und THW an.

In den frühen Stunden des Dienstagabends (04.12.12) forderte das Christkind die Kameraden des Rettungszugs der Feuerwehr Konstanz und des THW OV Konstanz zur Unterstützung bei der Auslieferung eines Pakets an, das aufgrund von Übergewicht und einem im Weg stehenden Fahrzeug nicht auslieferbar war. Feuerwehr und THW waren jedoch genötigt, weitere Hilfsmittel zu beordern, die in Gestalt von Irakli West von „Heavy Rescue Germany“ am Ort des Geschehens erschien. Der Experte für das Heben und Bewegen von schweren Lasten stand den Helfern mit fachmännischem Rat zur Seite. More

Acht Jahre in Betracht mitgebracht

Wann ich den ersten Beitrag im Feuerwehr Weblog (FWB.01) veröffentlicht habe, ist beileibe keineswegs einfach zu beantworten, hängt es freilich von der Definition ab, die man zugrunde legt: Der erste (durch jemand anderen) veröffentlichte Beitrag, der erste selbst vorgelegte Artikel oder die erste als offizieller Autor herausgebrachte Abhandlung? Schwierig zu entscheiden, im Speziellen aber pedantisch, einstweilen liegen lediglich wenige Monate dazwischen. Zeit ist ohnehin relativ, kommt es mir wahrlich wie gestern vor, als ich als Feuerwehrschreiberling debütierte.

Wenn ich meine alten Texte lese, befällt mich manches Mal das Grausen, denn vollkommen belebt vom Bloggen und heillos infiziert vom Blogvirus, schrieb ich ohne Unterlass und ohne Plan, ohne Stil und ohne Konzept. Rückblickend würde ich die einstige Vorgehensweise gänzlich als authentisches Bloggen charakterisieren, schließlich ist noch kein Meister vom Sternenhimmel gefallen. Blogger durchlaufen im Übrigen einen Reifungsprozess. Immerhin ist das Lesen der einstigen, eigenen Artikel zugleich ein Stück persönliche Erinnerungskultur – wenigstens.

fwb.01 2005-2006: Einfach nur über Feuerwehr bloggen

Das Neue, das Fremde und das Unbekannte standen am Ursprung, und, ohne nun religiös klingen zu wollen, am Anfang stand das Wort. Meine seinerzeitige Bloggerei zeichnete sich durch das Vordringen in das Unentdeckte aus, sozusagen, um an der Analogie zu Star Trek festzuhalten, „Boldly to go where no man has gone before“. More

Das FKK-Prinzip: Feuerwehr – Kooperation – Kommunikation

Die Gleichung Feuerwehr ist gleich Teamwork erscheint auf den ersten Blick banal, denn aus taktischer Sicht ist z.B. eine Gruppe funktional gegliedert und die einzelnen Teile greifen wie Zahnräder ineinander – zumindest in der Theorie. Der Gruppenführer gibt die Befehle, der Maschinist kümmert sich um das Fahrzeug, der Angriffstrupp rettet oder löscht usw.

Kommunikation und Kooperation sind das A und O innerhalb der Feuerwehr

Ohne Teamwork wäre das nicht möglich: Italienische Feuerwehrleute zeigen, was man mit tragbaren Leitern und Teamwork erreichen kann.

Teamwork in der Feuerwehr setzt also verschiedene soziale Rollen innerhalb der Gruppe voraus, deren wichtigste „Befehlsgeber“ und „Befehlsausführer“ sind. Teamwork ist indessen nicht immer gleichbedeutend mit Teamwork. Eine freiwillige Feuerwehr ist eine sehr heterogene Organisation mit unterschiedlichsten Persönlichkeiten und charakterlichen Prägungen. Das hat Auswirkungen auf die Art und Weise, wie die Gruppe zusammen agiert. Ist der Befehlsgeber wenig durchsetzungsfähig oder erteilt unklare Anweisungen, gerät das gesamte Getriebe ins Stocken, führen Befehlsempfänger ihre Aufgaben nicht aus oder beginnen auf eigene Faust konkurrierende Tätigkeiten, verhaken sich die Zahnräder und es kommt zu Stillstand, verweigern Kameraden ihre Mitarbeit, arbeitet die Maschinerie schwerfälliger. More

Vom Alles-Können-Müssen wollen

Kürzlich hatte ich eine kurze, aber aufschlussreiche Diskussion, deren Inhalt sich zugleich auf andere Gebiete in der Feuerwehr übertragen lässt. Ausgehend vom Grundsatz der umfassenden Erkundung durch den Einheitenführer und den realen Restriktionen einer 360 Grad-Erkundung, z.B. durch die Größe der Einrichtung, der Verbauung etc., stellen UAVs – oder auch Drohnen – eine exzellente, luftgestützte Vervollständigung der Erkundung dar. Einigkeit bestand grundsätzlich über den Einsatz von Drohnen.

Drohne mit Kamera

Ein Hexacopter mit Kamera

Uneinigkeit gab es zuletzt darüber, was die Drohne können muss. Drohnen bei den BOS sind meistens als funkferngesteuerte Quadrocopter, Hexacopter oder Octocopter ausgeführt und haben eine relativ geringe Nutzlast.

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Aus Spaß wurde ernst …

Erinnert sich noch jemand an meine satirische Darstellung der neuesten Feuerwehrinnovation? Nein! Hier ein kleiner Auszug:

[…] Auch die Navigation auf Basis von GoogleMaps wirft Probleme auf, so sind die verwendeten Karten nicht tagesaktuell, und im Bereich der Mikrokarten stößt Google noch immer auf große Ablehnung. Mikrokarten zeigen von Google erstellte Bilder aus Häusern und anderen nicht von Satelliten einsehbaren Objekten. Der Suchgigant hat dabei aber immer wieder mit dem Widerstand von Wohnungs- und Hausbewohnern zu kämpfen.

Als störend dürften Einsatzkräfte allerdings die Einblendung von Werbung empfinden. Der GHelm liefert passende Werbeanzeigen zu eingegebenen Suchbegriffen oder Einsatzszenarien. Brennt zum Beispiel der Akku eines Dell-Notebooks, zeigt der GHelm einen zehnsekündigen Werbespot für das Lenevo Thinkpad. Die Kopplung der Navigationsfunktion mit der Einblendung von Werbung führt bisweilen zu skurillen Ergebnissen. So berichtete Ulrich Maurer von der Feuerwehr Hamburg über einen Praxistest, der eine ungewöhnliche Wendung nahm. Die Einsatzkräfte gaben “Löschwasserentnahme” ein, daraufhin führte der GHelm die beiden Feuerwehrmänner statt zum nächstgelegenen Hydranten in ein zwei Kilometer entferntes Spirituosengeschäft. […]

Wer weiterlesen möchte, der folge diesem Link zum vollständigen, übrigens hinter keiner Pay-Wall versteckten Text. More

Die Gier nach den Bildern

Gedanken zum Brandunglück in Titisee-Neustadt

Der Qualm ist noch nicht verzogen, die Feuerwehr löscht noch Glutnester, die Polizei beginnt mit den ersten Befragungen – und in den Foren, Blogs und (digitalen) Stammtischen findet bereits die televisuelle Ursachenanalyse statt. Anhand von ein paar Bildern, Twitter-Stats und den rudimentären Berichten der Massenmedien ist der Schuldige sofort ausgemacht:

  • Die Feuerwehr war nicht schnell genug, weil es ja nur ein BMA war;
  • Die Feuerwehr ist ja freiwillig, das muss ja schlimm ausgehen;
  • Die Brandschutzbestimmungen wurden nicht eingehalten;
  • Behinderteneinrichtungen werden subaltern behandelt etc

Und nein, diese Behauptungen habe ich mir nicht ausgedacht, sondern sind im Netz auf den großen Nachrichtenseiten als Kommentare zu finden! Gerade was die besonders tragischen Blaulichtmeldungen betrifft, wäre es vollkommen in Ordnung, die Kommentarfunktion abzuschalten, um andere Leser und vor allem die Betroffenen von diesem unsäglichen Schuldzuweisungsspam zu verschonen.

Ich finde es unverschämt, geradezu pervers, dass wir, unmittelbar nachdem ein Brand ausgebrochen ist, bereits wissen wollen, was die Ursache war und wenn wir es nicht wissen uns irgendetwas zusammenreimen – und da nehme ich die Feuerwehrleute selbst nicht aus! Wir haben so gut wie keine Informationen und meinen unlängst alles zu wissen.

Aus ein paar Pressefotos meinen wir missachtete Regeln herauszulesen, aus Veröffentlichungen auf der Homepage der örtlichen Feuerwehr mutmaßen wir taktische und technische Defizite und, ach ja, der kirchliche Träger der Einrichtung muss etwas zu verbergen haben. Es muss so sein. Es darf nicht anders sein. Schuldzuweisung als überkorrekte deutsche Untugend!

Fotos und auch Webseiten sind im besten Fall Ausschnitte der Realität, meistens jedoch Interpretationen dessen was der Urheber gesehen oder erlebt hat, sie sind zutiefst subjektiv. In unserer Gier nach immer mehr Bildern und unserer Bilderstreckenklicksucht verkennen wir die Bruchstückhaftigkeit der uns dargebotenen Informationshäppchen und erdreisten uns derart, als seien wir selbst vor Ort gewesen, hätten alles persönlich erlebt und würden natürlich ganz anders handeln.

An die Opfer, die Angehörigen und die Helfer denkt kaum einer, sie sind Statisten eines multimedialen Zirkus, der die Gier der Zuschauer nach Action, dramatischen Bildern und Videos und immer horrender werdenden Fakten befriedigt. Was sind wir bloß für eine perverse Gesellschaft?

Seit einfach nur still und behaltet eurer Geschwätz für euch, bis genügend Fakten auf den Tisch sind. Gerade die Besserwisserei von so manchem „Feuerwehrmann“ (oder jemand der es gerne sein möchte) ist unangebracht.

Mein Mitgefühl gilt den Opfern, Angehörigen und Helfern, über die unvermittelt eine derartige Katastrophe hereingebrochen ist.

Die Qual der Wahl, die Wahl der Qual

Die Wahl der eigenen Führungskräfte machte die Freiwilligen Feuerwehren in der Mitte des 19. Jahrhunderts zu Vorreitern der demokratischen Bewegung. Bis dato gab es ein solches Vorgehen bei der Bestimmung von Führungspersonen in dieser Breite nicht. Trotz ihres zweifelsohne wertvollen, ehrenamtlichen Dienstes für die und an die Gemeinschaft, blieben Ressentiments bei der Obrigkeit bestehen, die nach der gescheiterten Revolution von 1848/9 mitunter zum Verbot und zur Auflösung von Feuerwehren beitrug. More

Seid ihr ehrlich zu euch selbst?

Atemschutzgeräteträger beim Vorgehen in Brandraum

Atemschutz gehört zu den anstrengenden Tätigkeiten im Feuerwehrdienst. Deshalb müssen die Feuerwehrleute gesund und fit sein.

Der Funkwecker reist euch aus dem Schlaf, automatisch richtet ihr euch in eurem Bett auf, springt auf den Fußboden, hastet zu eurer Garderobe, zieht euch an, während die Durchsage in eurem Funkalarmempfänger Art der Alarmierung, Ort und weitere Einsatzhinweise durchgibt. Der Puls geht mit dem ersten Ertönen der Fünftonfolge nach oben und die Einsatzmeldung pumpt Adrenalin in euren Körper. Treppe runter, auf dem Rad oder auf den Sohlen zum Feuerwehrhaus, dort angekommen, rüstet ihr euch an eurem Spind aus, greift Helm, Koppel und Jacke und stürzt auf das Fahrzeug. Geschafft, ihr sitzt auf dem Platz eines Atemschutzgeräteträgers, ihr ward ein Ticken schneller als der Kamerad hinter euch. Tja, der schnellere ist der bessere, denkt ihr. Motor an, Fanfaren an, raus aus dem Stall, ab ins Einsatzgetümmel. Hirn dabei?

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TechWatch: Wurfkamera

Wer Ridley Scotts Kinofilm „Prometheus – Dunkle Zeichen“ im nun zu Ende gehenden Jahr gesehen hat, erinnert sich sicherlich an die Szene, wie Forscher im Inneren des Gebäudes kugelförmige, selbstfliegende Erkundungsfluggeräte in die Luft werfen, und die daraufhin das Gebilde autonom auskundschaften. Die auf diese Weise gewonnen Informationen setzt ein Computer zu einer dreidimensionalen Karte zusammen. Science-Fiction? Nicht ganz! Das amerikanische Start-Up-Unternehmen „Bounce Imaging“ entwickelt eine ballförmige Wurfkamera mit integrierten Kameras, die in Gefahrengebiete hineingeworfen werden kann und deren Kameras 360-Grad-Panoramabilder des aufzuklärenden Gebietes anfertigen. Eine drahtlose Übermittlung der Daten erfolgt an ein Smartphone oder Tablet. Anders als im oben genannten Kinofilm agiert der Wurfball nicht autonom und kommt nicht von selbst zum Werfer zurück. Für die kleinräumige Aufklärung in Katastrophengebieten oder Industrieanlagen, ja sogar in von Bränden betroffenen Räumen, bietet die Wurfkamera einige Optionen. [Technology Review]

Feuerwehr muss Spaß machen …

Teamwork bei der Feuerwehr

…, denn wer Spaß hat, ist zusätzlich motiviert! Motivation hat die größte Bindungskraft eines Feuerwehrangehörigen an sein Ehrenamt. Nimmt diese ab, kann das der erste Schritt zum Absprung sein. Das gilt es zu verhindern. Mitglieder zu halten, sollte oberste Priorität haben, denn die Investition in Neumitglieder ist ungleich höher.

Motivation in der Feuerwehr generiert sich aus verschiedenen Quellen, wie Kameradschaft, Organisationskultur, Ausrüstung und, das ist für viele obendrein wichtig, Einsätze (selbst wenn das einige nicht hören mögen). Ich möchte lediglich einen Aspekt aufgreifen, und zur Diskussion stellen: More