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Von 1992 bis 1997 in der Jugendfeuerwehr und von 1998 bis 2008 in der Freiwilligen Feuerwehr Freiburg, von 2006 bis 2007 in der Freiwilligen Feuerwehr Baden-Baden und seit 2008 in einer Freiwilligen Feuerwehr am Bodensee.

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Perspektivwechsel

blaulicht

Es ist eng. Sieben Kameraden sitzen auf begrenztem Raum in einem Feuerwehrfahrzeug. Einige reißen Witze, andere schauen schlaftrunken aus dem Fenster. Das blaue Licht spiegelt sich in den vorbeiziehenden Fensterscheiben. Das Folgetonhorn lässt Passanten aufblicken und dem roten Fahrzeug neugierig nachblicken. Stopp. Das Fahrzeug hält. Draußen ist kein Ereignis erkennbar. Der Gruppenführer steigt aus. Die Mannschaft wartet, wartet auf einen Befehl des Gruppenführers, bereit ihn auszuführen.

Doch nicht immer vollzieht die Mannschaft hinten den Befehl nach. Warum nicht gleich das Feuer ausmachen? Wieso das Fahrzeug nicht vor dem Gebäude stehen lassen? Weshalb lässt er uns nicht absitzen? Fragen, die sich vielleicht jeder Feuerwehrangehörige im Laufe seiner Dienstzeit gestellt hat, wenn die zu ergreifenden Maßnahmen so offensichtlich waren. Wohlgemerkt aus Sicht der Mannschaft. Mir erging es in den vergangenen Jahren nicht anders.

Inzwischen habe ich einen Perspektivwechsel hinter mir. Ich sehe die Welt nun mit den Augen desjenigen, der die Befehle an die Mannschaft geben darf. Und diese Veränderung ist weitreichend. Dinge, an die man als ordinärer FA(SB) nicht dachte (oder denken konnte), strukturieren nun das Handeln in einer ganz anderen Art und Weise. Manchmal ist die am nächsten liegende Maßnahme nicht die Beste oder sogar gänzlich falsch. Ich bin jedenfalls gespannt, was mein Perspektivwechsel noch für Überraschungen für mich bereithält.

Mama, Papa – wo seid ihr?

Kinder bestaunen ein Feuerwehrfahrzeug

Feuerwehr ist für so manches Kind das Größte – andere verzichten wegen der Feuerwehr auf ein Elternteil.

Die Vereinbarkeit der Mitarbeit in der freiwilligen Feuerwehr und beruflichen Belangen ist in vielen Diskussionen leidlich behandelt worden, ohne auf einen tragfähigen Nenner gekommen zu sein, der die unternehmerischen Interessen nach störungsfreien Betriebsabläufen und den Schutz des Gemeinwohls vor den Auswirkungen von Gefahren miteinander in Einklang bringt. In diesem Zusammenhang fällt ein anderer Aspekt unter den Tisch, und zwar die Vereinbarkeit von Familie und Feuerwehr. More

Schweigen ist silber, Reden ist Gold

Feuerwehrleute bei der Unfallrettung

Einer gibt den Befehl, die Mannschaft folgt. Wie sieht dies aber außerhalb des Einsatzes aus?

„Das war schon immer so“, „Das haben wir immer schon so gemacht“ sind die wohl am häufigsten kolportierten Anti-Argumente, die ein Feuerwehrmann im Laufe seiner Zeit zu hören bekommt. Sie stehen für eine nicht näher bestimmte Antiquiertheit oder Konservativität des Abstraktums „Feuerwehr“ und lassen sich als impulsiver Abwehrreflex gegenüber (noch) nicht gewollten Veränderungen deuten. Zugleich ist diese Haltung prägend für die Diskussionskultur in einer Organisation.

Zunächst wäre die Frage zu stellen, ob wir überhaupt eine Diskussionskultur in der Feuerwehr benötigen, bekanntermaßen ist die Feuerwehr hierarchisch organisiert und Entscheidungen treffen die goldverzierten Häuptlinge – war schon immer so, wird immer so sein. Wirklich? More

Ausstellung: 70 Jahre Operation Gomorrha

Löscharbeiten nach Luftangriff. Bild: Bundesarchiv

Der 25. Juli bis 3. August 1943 ist im kollektiven Gedächtnis der Hamburger Bevölkerung als Hölle biblischen Ausmaßes haften geblieben. Mit der „Operation Gomorrha“ hatte die Royal Air Force (RAF) den bis dahin schwersten Angriff in der Geschichte des Luftkriges geflogen. Die besonderen klimatischen Bedingungen und neuartige Brand- und Sprengbomben führten zu einem Feuersturm, der für den Großteil der Zerstörung und Opfer verantwortlich zeichnete. Gestern eröffnete die Sonderausstellung „1943: Operation Gomorrha – das Bombardement auf den Elbinseln“, die „die Erfahrungen der unmittelbar betroffenen Zivilbevölkerung schildert und einen bewegenden Einblick in das Leben während des Kriegs gibt“.

Für den geschichtsinteressierten Feuerwehrmann eine nicht uninteressante Ausstellung. An dieser Stelle sei auch das biographisch geprägte Buch „Feuersturm über Hamburg“ des späteren Hamburger Branddirektors Hans Brunswig empfohlen, der ungeschminkt und sachlich das Bombardement aus Sicht der Feuerlöschpolizei beschreibt.

Links

Wikipedia

Welt online

Ballin Stadt Museum

 

Dominoeffekte

Warum kaputte Straßen auch die Feuerwehren interessieren sollten

Spiegelung im Schlagloch

Foto: Spiegelung im Schlagloch von lorenzwalthert (flickr.com) / CC-BY-ND 2.0

 Man stelle sich vor, die Feuerwehr kann zu einem Brand nicht innerhalb der Hilfsfrist zur Tat schreiten, weil die auf dem Weg zum Einsatzort liegende Brücke von Fahrzeugen über 3,5 t aus statischen Gründen nicht mehr befahrbar oder sogar vollständig gesperrt ist. Straßen können nicht mehr in Anspruch genommen werden, weil die Schlaglochanzahl ein rasches Vorankommen nicht erlaubt, ohne die Sicherheit der Fahrzeuginsassen zu gefährden. Schließlich kann Wasser aus dem öffentlichen Hydrantennetz nicht mehr gefördert werden, weil das Rohrleitungssystem nicht mehr gewartet wurde und das meiste Wasser irgendwo versickert. Wegen fehlender Barrierefreiheit konnten sich die betagten Bewohner des brennenden Gebäudes selbsttätig nicht mehr in Sicherheit bringen. … More

Das weiße Rauschen

rauschen_unscharf

Iraklis Beitrag „Unterwegs im Tilt-Shift-Web“ rief einen, mehr oder weniger, unterdrückten Impuls in mir hervor, der sich bildlich ebenfalls mit der Metapher „Schärfe“ und „Weichzeichnen“ veranschaulichen lässt. In den letzten Monaten habe ich mir Gedanken gemacht, worüber ich im Feuerwehr Weblog schreiben könnte, was ich „scharf stellen möchte“, worauf ich den Fokus richten könnte. More

Neue Technologien – Neue Herausforderungen

Neues Buch: „Standard-Einsatz-Regeln: Einsatz bei Photovoltaik-, Windenergie- und Biogasanlagen“

Buchcover SER Einsatz bei Photovoltaik-, Windernergie- und Biogasanlagen

„Feuerwehr lässt Haus abbrennen wegen Solaranlage auf dem Dach“, „Feuerwehr schaut tatenlos brennendem Windrad zu“ …. Es sind Überschriften der boulevardorientierten Presse wie diese, die die Öffentlichkeit aufschrecken und zu öffentlichkeitswirksamen Argwohn am Handeln der örtlichen Feuerwehr führen. In der Tat stehen die freiwilligen Feuerwehren noch immer vor gewissen Schwierigkeiten, wenn sie zu Einsätzen an Fotovoltaik-, Windenergie- und Biogasanlagen alarmiert werden. Im Zweifel geht die Sicherheit der Einsatzkräfte vor, allerdings folgen dann aufmerksamkeitsheischende Schlagzeilen wie eingangs dargelegt. Mit der 2011 oktroyierten Energiewende wird es in Zukunft vermehrt Anlagen alternativer Energieerzeugung in Deutschland geben, darauf müssen sich die Feuerwehren unabänderlich einstellen und sich mit diesen Technologien auseinandersetzen. Das Buch „Standard-Einsatz-Regeln: Einsatz bei Photovoltaik-, Windenergie- und Biogasanlagen“ will Feuerwehren helfen Wissenslücken bei den Einsatzkräften zu stopfen und damit zu einer effektiven Einsatzbearbeitung beizutragen. More

Christkind beim Paketausliefern unterstützt

In Spammgurte eingepackter Betonblock

Um dieses Betongeschenk auszuliefern, forderte das Christkind Feuerwehr und THW an.

In den frühen Stunden des Dienstagabends (04.12.12) forderte das Christkind die Kameraden des Rettungszugs der Feuerwehr Konstanz und des THW OV Konstanz zur Unterstützung bei der Auslieferung eines Pakets an, das aufgrund von Übergewicht und einem im Weg stehenden Fahrzeug nicht auslieferbar war. Feuerwehr und THW waren jedoch genötigt, weitere Hilfsmittel zu beordern, die in Gestalt von Irakli West von „Heavy Rescue Germany“ am Ort des Geschehens erschien. Der Experte für das Heben und Bewegen von schweren Lasten stand den Helfern mit fachmännischem Rat zur Seite. More

Acht Jahre in Betracht mitgebracht

Wann ich den ersten Beitrag im Feuerwehr Weblog (FWB.01) veröffentlicht habe, ist beileibe keineswegs einfach zu beantworten, hängt es freilich von der Definition ab, die man zugrunde legt: Der erste (durch jemand anderen) veröffentlichte Beitrag, der erste selbst vorgelegte Artikel oder die erste als offizieller Autor herausgebrachte Abhandlung? Schwierig zu entscheiden, im Speziellen aber pedantisch, einstweilen liegen lediglich wenige Monate dazwischen. Zeit ist ohnehin relativ, kommt es mir wahrlich wie gestern vor, als ich als Feuerwehrschreiberling debütierte.

Wenn ich meine alten Texte lese, befällt mich manches Mal das Grausen, denn vollkommen belebt vom Bloggen und heillos infiziert vom Blogvirus, schrieb ich ohne Unterlass und ohne Plan, ohne Stil und ohne Konzept. Rückblickend würde ich die einstige Vorgehensweise gänzlich als authentisches Bloggen charakterisieren, schließlich ist noch kein Meister vom Sternenhimmel gefallen. Blogger durchlaufen im Übrigen einen Reifungsprozess. Immerhin ist das Lesen der einstigen, eigenen Artikel zugleich ein Stück persönliche Erinnerungskultur – wenigstens.

fwb.01 2005-2006: Einfach nur über Feuerwehr bloggen

Das Neue, das Fremde und das Unbekannte standen am Ursprung, und, ohne nun religiös klingen zu wollen, am Anfang stand das Wort. Meine seinerzeitige Bloggerei zeichnete sich durch das Vordringen in das Unentdeckte aus, sozusagen, um an der Analogie zu Star Trek festzuhalten, „Boldly to go where no man has gone before“. More

Das FKK-Prinzip: Feuerwehr – Kooperation – Kommunikation

Die Gleichung Feuerwehr ist gleich Teamwork erscheint auf den ersten Blick banal, denn aus taktischer Sicht ist z.B. eine Gruppe funktional gegliedert und die einzelnen Teile greifen wie Zahnräder ineinander – zumindest in der Theorie. Der Gruppenführer gibt die Befehle, der Maschinist kümmert sich um das Fahrzeug, der Angriffstrupp rettet oder löscht usw.

Kommunikation und Kooperation sind das A und O innerhalb der Feuerwehr

Ohne Teamwork wäre das nicht möglich: Italienische Feuerwehrleute zeigen, was man mit tragbaren Leitern und Teamwork erreichen kann.

Teamwork in der Feuerwehr setzt also verschiedene soziale Rollen innerhalb der Gruppe voraus, deren wichtigste „Befehlsgeber“ und „Befehlsausführer“ sind. Teamwork ist indessen nicht immer gleichbedeutend mit Teamwork. Eine freiwillige Feuerwehr ist eine sehr heterogene Organisation mit unterschiedlichsten Persönlichkeiten und charakterlichen Prägungen. Das hat Auswirkungen auf die Art und Weise, wie die Gruppe zusammen agiert. Ist der Befehlsgeber wenig durchsetzungsfähig oder erteilt unklare Anweisungen, gerät das gesamte Getriebe ins Stocken, führen Befehlsempfänger ihre Aufgaben nicht aus oder beginnen auf eigene Faust konkurrierende Tätigkeiten, verhaken sich die Zahnräder und es kommt zu Stillstand, verweigern Kameraden ihre Mitarbeit, arbeitet die Maschinerie schwerfälliger. More