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Von 1992 bis 1997 in der Jugendfeuerwehr und von 1998 bis 2008 in der Freiwilligen Feuerwehr Freiburg, von 2006 bis 2007 in der Freiwilligen Feuerwehr Baden-Baden und seit 2008 in einer Freiwilligen Feuerwehr am Bodensee.

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Stichpunkte für die Hosentasche

Buchbesprechung von Frank Gerhards und Guido Volkmars Quickcheck Atemschutz-Notfallmanagement

quickcheck_antEin derart umfassendes und komplexes Thema, wie die Vorbereitung auf und die Abarbeitung eines Atemschutznotfalls in einer Kurzübersicht zum schnellen Nachlesen abzufassen, versuchen die Autoren Frank Gerhards und Guido Volkmar in dem Ringheft „Quickcheck Atemschutz-Notfallmanagement“.

Das laminierte Ringheft ist stabil, verträgt demzufolge Schmutz, Feuchtigkeit und robuste Lagerung. Die kompakten Abmessungen machen es zu einem exzellenten Begleiter, der in jede Hosen- oder Jackentasche einer Feuerwehruniform passt. More

Komplex aber beherrschbar

Rezension von Christof Lindes und Bernd Dittrichs Biogasanlagen

fwfw_bgaMit der 2011 eingeleiteten Energiewende und der zunehmenden Verknappung fossiler Brennstoffe gibt es in Zukunft vermehrt Anlagen alternativer Energieerzeugung in Deutschland, wie z.B. Biogasanlagen. Auf diesen Faktor müssen sich die Feuerwehren einstellen und sich mit den Technologien auseinandersetzen. Christof Linde, Dozent an der hessischen Landesfeuerwehrschule und Bernd Dittrich, Leiter der Continental-Werksfeuerwehr, legen mit dem Heft „Fachwissen Feuerwehr: Biogasanlagen“ einen kompakten und leicht verständlichen Überblick über Biogasanlagen vor.

Ziel

Linde und Dittrich sprechen mit dem 112-seitigen Buch gezielt Einsteiger in die Materie, aber auch Angehörige anderer Hilfsorganisationen wie auch Betreiber von Biogasanlagen an, um diesen eine gute Vorbereitung für den Umgang mit möglichen Fehlfunktionen einer solchen Anlage an die Hand zu geben. Ziel der Autoren ist es Informationslücken bei Feuerwehrleuten hinsichtlich Funktion, Gefahren und Taktik zu schließen, ohne Musterlösungen zu bieten. More

Alternative Antriebskonzepte als Herausforderung

Besprechung von Christof Lindes Buch Unfälle mit alternativ angetriebenen Fahrzeugen

 

alternativantriebDie zunehmende Nachfrage nach erdölbasierten Kraftstoffen lässt nicht nur die Preise steigen, sondern die endliche Ressource Erdöl schneller knapp werden, weshalb Fahrzeuge mit alternativen Antriebsformen an Bedeutung gewinnen und zunehmend das Bild auf öffentlichen Straßen prägen. Die Feuerwehren müssen sich auf diese Veränderungen einstellen und die sich ergebenden Herausforderungen meistern.

In enger Zusammenarbeit mit den führenden Fahrzeugherstellern und anderen Komponentenherstellern erstellte Christof Linde ein übersichtliches Einführungsheft in die Technologie, den Aufbau und die spezifischen Besonderheiten von alternativ angetriebenen Personenkraftwagen, dass sich speziell an Einsteiger richtet. More

Zum Einsatz fertig

Bis vor Kurzem war ich der Auffassung, das Feuerwehrleistungsabzeichen (LAZ) sei eine Spielerei für abzeichenjagende Kameraden, dessen Wiederkehr sich jährlich anlässlich der „Kreiseimerfestspiele“ ereignet. Persönlich empfand ich es mehr als Klotz am Bein, denn als Gewinn, kostet es doch vor allem viel Zeit und Nerven, und haftete dem Ganzen doch etwas Folkloristisches an. Der unmittelbare Nutzen wollte sich mir zunächst nicht erschließen, denn das Durchlesen des Szenarios kam mir unrealistisch vor.

technical rescue / technische rettung

Inzwischen habe ich meine Meinung grundlegend geändert. Auch wenn der Ablauf der Leistungsübung nicht ganz die Realität widerspiegelt, konnte ich dem LAZ inzwischen vieles an Positivem abgewinnen. More

Ich, der Robot

Langsam aber sicher scheinen die Visionen von Isaac Asimov Realität zu werden. Roboter lernen „zu denken“ und „zu handeln“. Die Entwicklung autonomer Fahrzeuge für Militär und BOS führt zwar zu bizarren, an Star Wars erinnernde Maschinen, nicht selten wirken die Geräte bedrohlich, wie Irakli vor einigen Tagen in seinem Artikel „Techwatch-Angst“ schrieb.

Roboter / Eurathlon 2013. Bild: FKIE

Auf der Eurathlon 2013 sollen Roboter ihre Fähigkeiten für Aufgaben im Katastrophenschutz zeigen. Bild: FKIE

Auf dem Gebiet der automatischen, computergesteuerten Fahrzeuge, man darf ruhig Roboter oder Drohnen sagen, laufen derzeit national und international verschiedene Forschungsprojekte bzw. Wettbewerbe. More

Motoren der Feuerwehren

Buchbesprechung von Manfred Gihls Im Dienste der Feuerwehr: Gottlieb Daimler, Carl Benz und Ferdinand Porsche

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Manfred Gihl schreibt in seinem Vorwort, dass sein Buch, trotz vieler Fotos, kein Bilderbuch sein will, denn „im Vordergrund der Betrachtung stehen die Begleitumstände der Automobilisierung der Feuerwehren und ihre Wegbereiter“ (S. 8). Zu Recht konzentriert er sich hierbei auf Benz, Daimler, Porsche und Maybach, denn sie standen mit ihren Leistungen am Beginn der Motorisierung und prägten nachfolgende Konstrukteure und Unternehmen. Gihl stellt die Biografien der Männer (und ebenso der Geschäftspartner) den Kapiteln über die technischen Errungenschaften voran und erreicht damit eine engere Verzahnung von Leben und Werk. Daneben zeigt er, dass die Lebensläufe durchaus Brüche aufweisen, anders als in so mancher offiziellen Geschichtsschreibung zu lesen ist. More

Die demografische Dividende

Seit vergangener Woche bin ich von einem Lehrgang zurück und um eine Erfahrung reicher: Die Führungskräfte in der Feuerwehr werden immer jünger. Es ist ein eigenartiges Gefühl, sich mit 33 Jahren als einer der Opas im Lehrsaal zu fühlen, wenn in der Reihe vor, in der Reihe dahinter, links und rechts daneben Kameraden um Mitte 20 sitzen. (Keinesfalls möchte ich damit zum Ausdruck bringen, dass Kameraden unter 30 nicht für Führungsaufgaben geeignet sind).

Ich denke, meine Feststellung ist eine der ersten Folgen des demographischen Wandels. Das Personal in den Feuerwehren wird knapper und auch die jüngeren müssen immer früher Führungsaufgaben übernehmen. Klar, Altersausreißer nach oben und unten gab es immer, doch, das glaube ich zumindest, nicht so massiv wie derzeit.

Dies und auch die Vorschau in einer Feuerwehrzeitschrift, ließen mich erinnern, dass ich einen halbfertigen Beitrag zum Thema Demografie und Feuerwehr in den Untiefen meiner Dropbox verstauben lasse. Problematisch wird es für mich dann, wenn ich versuche, einen Überblick über die gelesene Literatur zu bekommen. Das war sehr viel. Infolgedessen hat sich mein Meinungsbild verfestigt, eine Ansicht, die nicht jedem gefallen dürfte. Vielleicht ist meine Beobachtung Ansporn, mich endlich wieder diesem Thema und dem Text zu widmen – so aus der Sicht eines „Feuerwehr-Opas“.

Perspektivwechsel

blaulicht

Es ist eng. Sieben Kameraden sitzen auf begrenztem Raum in einem Feuerwehrfahrzeug. Einige reißen Witze, andere schauen schlaftrunken aus dem Fenster. Das blaue Licht spiegelt sich in den vorbeiziehenden Fensterscheiben. Das Folgetonhorn lässt Passanten aufblicken und dem roten Fahrzeug neugierig nachblicken. Stopp. Das Fahrzeug hält. Draußen ist kein Ereignis erkennbar. Der Gruppenführer steigt aus. Die Mannschaft wartet, wartet auf einen Befehl des Gruppenführers, bereit ihn auszuführen.

Doch nicht immer vollzieht die Mannschaft hinten den Befehl nach. Warum nicht gleich das Feuer ausmachen? Wieso das Fahrzeug nicht vor dem Gebäude stehen lassen? Weshalb lässt er uns nicht absitzen? Fragen, die sich vielleicht jeder Feuerwehrangehörige im Laufe seiner Dienstzeit gestellt hat, wenn die zu ergreifenden Maßnahmen so offensichtlich waren. Wohlgemerkt aus Sicht der Mannschaft. Mir erging es in den vergangenen Jahren nicht anders.

Inzwischen habe ich einen Perspektivwechsel hinter mir. Ich sehe die Welt nun mit den Augen desjenigen, der die Befehle an die Mannschaft geben darf. Und diese Veränderung ist weitreichend. Dinge, an die man als ordinärer FA(SB) nicht dachte (oder denken konnte), strukturieren nun das Handeln in einer ganz anderen Art und Weise. Manchmal ist die am nächsten liegende Maßnahme nicht die Beste oder sogar gänzlich falsch. Ich bin jedenfalls gespannt, was mein Perspektivwechsel noch für Überraschungen für mich bereithält.