Technik

Techwatch: HUD-Konzept im Innenangriff

Ist zwar schon fünf Jahre alt, aber sehenswert: Umgang mit Informationen im Innenangriff, also Empfang, Verarbeitung, Selektion und Kommunikation. Es ist eine Studie, die sehr ganzheitlich ist, und deshalb etwas weit hergeholt, denn es ist noch ein langer Weg bis die gezeigten Informationen fluid und relevant generiert werden. Dennoch extrem interessant.

Finanziert vom Department of Homeland Security (gefunden auf Facebook).

Sparzwang US: Attack units

Vor einigen Tagen berichtete Irakli in seinem Artikel Sparzwang UK: Targeted Response Vehicle über die Einführung eines kleinen Feuerwehreinsatzfahrzeuges für die eher kleineren Einsätze, um die Kosten zu reduzieren. Das Vereinigte Königreich steht da nicht alleine. Das Fort Worth Fire Department (Texas/USA) nahm bereits 2014 eine Attack Unit in Dienst. Hintergrund ist die Reduzierung der Kosten für Reparaturen und Instandhaltung für die (großen) Fahrzeuge und die Minimierung der Eingreifzeit bzw. Erhöhung der Flexibilität.

Attack units des Fort Worth Fire Department.

Attack units des Fort Worth Fire Department. Bild: SVI Trucks (Link)

Das auf einem viertürigen Ford F550 basierende Fahrzeuge mit Aufbau von SVI Trucks soll mit seiner zweiköpfigen Besatzung ebenfalls die Bagatellen bzw. kleineren Einsätze aus den Bereichen medizinischer Notfall, Fahrzeugbrand, Fahrzeugunfälle, Infrastruktureinsätze und alle weiteren Einsätze, bei denen eine voll ausgestattete Engine nicht notwendig ist, abarbeiten. Die Attack Unit wird explizit nicht zu den Structural Fires alarmiert. More

Angriffstrupp mit Jetpack vor

Martin Jetpack der Firma Martin Aircraft aus Neuseeland. Bild: Martin Aircraft

Martin Personel Jetpack der Firma Martin Aircraft aus Neuseeland. Bild: Martin Aircraft

„Angriffstrupp zur Menschenrettung mit Jetpack ins 30. Obergeschoss über den Luftweg vor“. Lautet zukünftig so der Befehl des Einheitsführers an seine Mannschaft? Was nach einer fernen Zukunft, nach Science-Fiction oder James Bond (siehe den Film „Thunderball“) klingt, scheint im Emirat Dubai Realität zu werden. Einem Bericht von Süddeutscher Zeitung Online unter Berufung auf die BBC nach, soll die neuseeländische Firma Martin Aircraft die Dubai Civil Defence Force mit zwanzig Jetpacks ausstatten, die Feuerwehrleute zum Retten und zur Aufklärung in den Hochhäusern des Wüstenstaates nutzen sollen. Das Martin Personel Jetpack soll nach Angaben des Unternehmens 2017 verfügbar sein. [BBC | Martin Aircraft]

Ich frage mich nur, ob die Nutzlast zum Retten von Menschen ausreichend ist, denn die 120 Kilogramm, welche der Motor auf maximal 1.000 Meter heben kann, reichen für zwei Personen nicht aus, denn das Jetpack und der Retter haben ja auch ein Gewicht. Aber grundsätzlichen Nutzen für die Gefahrenabwehr sehe ich schon, wobei für Aufklärungszwecke unbemannte Drohnen sicherlich besser geeignet sind.

Innovativ? Schon lange vor James Bond und Co. machte sich der französische Künstler Villemard um 1900 Gedanken über die Brandbekämpfung im Frankreich des Jahres 2000 und heraus kam dabei, man ahne es, ein Art Jetpack.

Villemard: Les Pompiers aériens 1910.

So sah der Künstler Villemard die Feuerwehrleute der Zukunft. Villemard: Les Pompiers aériens 1910.

Rauchmelder mit Lichtwellenleiter

Das Fraunhofer-Institut für Physikalische Messtechnik (IPM) in Freiburg i. Br. entwickelte einen neuartigen Gassensor, der (häusliche) Rauchmelder zu einem noch sichereren Warngerät machen kann. Die Wissenschaftler schufen einen kleinen Sensor, der Kohlenmonoxid und Stickoxide einzeln erkennen kann. Gewöhnliche Rauchmelder detektieren kein Kohlenmonoxid, Brandgassensoren waren außerdem bisher sehr teuer. Der neue Sensor soll durch ein neues Messprinzip kostengünstig und massenmarkttauglich sein. Die Messung basiert auf zwei Lichtwellenleitern mit definierter Farbe, deren Farbe sich ändert, wenn sich Kohlenmonoxid und Stickoxide in der Raumluft befinden. [Technology Review | Pressemitteilung IPM]

Techwatch: Nutzungsberechtigung für Löschfahrzeuge (?)

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Zugegebenermaßen: mir ist beim Lesen diesen Artikels die Kinnlade ein wenig heruntergeklappt. Darin geht es – ganz grob – darum, dass US Farmer eigentlich gar nicht ein John Deere Fahrzeug erwerben, sondern lediglich eine Nutzungsgenehmigung – so Wired.

Die Argumentation: das Fahrzeug ist eigentlich ein fahrbarer Computer, und der besteht aus proprietärem Code, vulgo Software. Und die darf man nicht erwerben, sondern nur nutzen.

Ergo: von außen darf da keiner ran. Software darf nicht verändert werden. Liegt ein Problem vor: ja nicht selber was machen. Was verbessern? Hallo? More

Techwatch: Leveraxe (Holzaxt)

Zugegeben, der Nutzen dieses Geräts ist bei der Feuerwehr recht begrenzt, aber Äxte mögen wir, und ein besonderes Exemplar darf ja mal erwähnt werden: die Leveraxe.

Fürs Brennholzhacken gedacht, stellt die Finnische Leveraxe die bisherige Spaltaxt in den Schatten (preislich übrigens auch). Und so funktioniert sie:

Gefunden bei Wired.

Wer die Wärme liebt, muss den Rauch dulden

Übungsbeispiele und –ideen für die Ausbildung an und mit der Wärmebildkamera

Feuerwehrmann als optisches Bild und Darstellung im Display einer WBK

Feuerwehrmann als optisches Bild und Darstellung im Display einer WBK.

Die zunehmende Verbreitung von Wärmebildkameras (WBK) in Deutschland zeigt, dass die Feuerwehren die zahlreichen Appelle aufgenommen und verinnerlicht haben. Der erste, und wohl schwierigste Schritt, das Gerät überhaupt erst einmal zur Verfügung zu haben, scheint vielerorts getan. Scheint deshalb, weil es bei diesem einen Schritt nicht bleiben darf. Eine Wärmebildkamera ist kein Wundergerät: Ihr Vorhandensein an der Einsatzstelle ersetzt nicht gebräuchliche und gewohnte Taktiken, sie löscht keine Brände, ihre Bilder zeigen eine andere Realität als die des menschlichen Auges. Dies muss sich jeder Anwender immer ins Gedächtnis rufen. Die WBK ergänzt „unser Geschäft“ dennoch optimal. Damit diese Ergänzung die Zielerreichung erhöht, den Einsatzablauf effizienter macht und letztlich die Sicherheit für Mannschaft wie Betroffene erhöht, bedarf es einer entsprechenden Unterweisung, einer praktischen Ausbildung an und mit dem Gerät. Nur wer ihre Vor- und Nachteile, die Einsatzgrenzen und Eigenheiten kennt, vermag die WBK effektiv und richtig im Einsatz zu führen. Das ist der zweite Schritt.

Das erste Mal

Erinnert ihr euch an euren ersten Einsatz mit der Wärmebildkamera? Und nun, Hand auf’s Herz. Konntet ihr die angezeigten Wärmebilder korrekt interpretieren? Habt ihr die Physik hinter der Thermografie verstanden? Gab es eine Einweisung für das Gerät, bevor es in den Einsatz ging?

Eine WBK ist gut und schön (und manchmal dazu teuer), aber die Ausbildungsvorschriften der Feuerwehren haben allerdings noch nicht mit der Technik aufgeschlossen. Das führt nicht nur zu heiterer, unreflektierter Beschaffung nach Marketingschlagworten, sondern zu höchst unterschiedlichen Formen der Ausbildung – von gar nicht („Einschalten und los geht’s“) bis hin zu qualifiziert („Analysieren und Interpretieren“). More

Techwatch: iPhone-WBK

FLIR

Cool! FLIR macht das iPhone zur Wärmebildkamera! Klar, die ureigenste Aufgabe der Feuerwehr – der Innenangriff – wird damit nicht erfüllt. iPhone im Innenangriff? Es gibt aber zig andere Anwendungsmöglichkeiten, angefangen vom Suchen von Personen hin zu Austritt von Wärme usw., bei denen eine WBK Sinn machen würde. Wie auch immer, eine Überlegung wert: FLIR one. [Wired]

Techwatch: Extra Arme

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In der Techwatch-Rubrik haben wir uns ab und an des Themas „Exoskelett“ angenommen. Die Supernumerary Robotic Limbs fallen da ein wenig aus dem Rahmen, denn sie sollen nicht unbedingt mehr Kraft verleihen, sondern vielmehr ein Paar extra Arme darstellen. Diese können dann teilweise autark Aufgaben wahrnehmen. Sehr cool!

Mögliche Anwendungen im Feuerwehrbereich werden gerne als Kommentar angenommen :-)

„Tausende Nutzer aus dem deutschsprachigen Raum“

Interview mit Gabriel Freinbichler von wasserkarte.info

Übersichtskarte von wasserkarte.info

Ausschnitt einer Übersichtskarte mit Google Maps als Kartenanbieter. Die verschiedenen Farben der Marker legen den Verwendbarkeitsstatus fest (verwendbar, eingeschränkt verwendbar, nicht verwendbar). Quelle: Wasserkarte.info

Wasserkarte.info stellt ein kostenloses Hilfsmittel bei der Erstellung und Visualisierung von Wasserentnahmestellen dar. Die Software verarbeitet hierzu neben Standortdaten auch Höhenprofile, sodass sich für exponierte Objekte die Wasserförderung über lange Wegstrecke im Voraus berechnen lässt. Einem größeren Kreis bekannt, wurde das Projekt wasserkarte.info durch eine Meldung auf dem Online-Portal heise.de. Auch das Feuerwehr Weblog berichtete bereits.

Im Interview erzählt Gabriel Freinbichler, wie er auf die Idee online gestützter Wasserentnahmekarten kam, auf welche Technik und Daten er setzt und was er für die Zukunft mit seinem Projekt plant. More