Improvisierte Seilrücklaufsperre

Gardaschlinge - Schritt 1

Schritt 1 - Seil einlegen

Schamlos bei der Bergwacht abgekupfert: Aus zwei Karabinern wird im Handumdrehen eine erstklassige Seilrücklaufsperre. Von der einen Seite kann man das Seil durchziehen, auf der anderen Seite bewegt es sich auf Zug keinen Millimeter. Das Ganze nennt sich dann Gardaschlinge.

Einfach zwei gleich große Karabiner nebeneinander an einem  Festpunkt anschlagen und das Seil von oben einklinken. Das Zugende auf der Lasteseite von außen nochmal in den Karabiner einklinken, Karabiner ggf. zuschrauben, fertig.

An die Lastseite kann man sich bequem dranhängen (auch bei Nässe?). Denke, Euch fallen dazu genau wie mir einige Anwendungsgebiete ein, wo die Schlinge nützlich sein kann. Kommt jedenfalls definitiv in mein Repertoire.

Gardaschlinge - Schritt 2

Schritt 2 - Loses Ende nochmals einlegen

 

Gardaschlinge - Schritt 3

Schritt 3 - Überprüfen

 Gardaschlinge bei Wikipedia

Der und sonst keiner

Gestatten, The Pumpkin.

Eigentlich ist dies ein Test, unterwegs mit einem iPad arbeiten zu können. Geht, ist aber ein wenig mühsam.

Zum Bild: The Pumpkin – Der Kürbis – ist mein Firmen-Mini-Heavy-Rescue. Nunmehr seit 2 1/2 Jahren unterwegs, teile ich mit vielen Hersteller bzw. Händlergenossen das gleiche Problem: welches Gefährt ist denn das richtige?

Die Softwaremenschen dürften ganz andere Sorgen haben. Uns Hardwaremenschen geht es um Zuladung, Geschwindigkeit, Komfort und Mobilität. Die nächsten Monate steht ein Generationenwechsel an, der Leasingvertrag läuft aus. Die Gedanken zum Nachfolger bzw zu Alternativen offen in alle Richtungen.

Das Bild oben beantwortet alle Fragen. Kein Hochdach, kein langer Radstand, man passt in jede Tiefgarage, die unterwegs nunmal zum Hotel gehört. Und der T5 ist völlig alternativlos, insbesondere (dann) mit Allrad und Gasfederung.

Pumpkin? Andere Geschichte.

Küchenbrand im Zwergenland

Ein schöner Brückenschlag ins Feuerwehr-Weblog v1: Die dortigen Artikel über Flashover-Boxen dürften nicht unerheblich zu deren Verbreitung beigetragen haben. Fast pünktlich zur Version 2 des Weblogs hier ein kleiner Nachtrag zum Thema.

Die kleinen Boxen eignen sich auch wunderbar, um ohne großen Aufwand eine Fettexplosion vorzuführen. Keine riesigen Sicherheitsabstände, keine Rauchschwaden, keine langen Vorheizzeiten.

Eine leere Konservendose Mais, eine leere Konservendose Tomatenmark, ein Alubecher von einem Teelicht und zwei lange Schrauben reichen bereits, um die Box mit einer “Fritteuse” auszustatten. Der mit Spiritus gefüllte Alubecher heizt dabei eine geringe Menge Sonnenblumenöl, der “Vollstrahl” einer Blumenspritze sorgt für den Rest. Mit etwas handwerklichem Geschick und dem richtigen Werkzeug geht das natürlich bestimmt auch schöner.

Im Video ist es übrigens eine Stahlbox, mit etwas Vorsicht sollte sich das Ganze aber auch in einer Holzbox mehrmals vorführen lassen. Ach ja: Das nächste Mal halte ich die Kamera auch gerade. Versprochen.

Rot oder Blau!

Kurz nach dem Lesen von Null Risiko? (Great find!) tauchte dieses Foto in meinem Facebook auf. Und es ist soooo feuerwehrtypisch.

Wenn man mal beides gedanklich abgleicht, komme ich auf ein paar persönliche Thesen

  1. Wir müssen uns auf unseren wesentlichen Auftrag konzentrieren und diesen auch wirklich gut machen – daraf verläßt sich die Öffentlichkeit. Zurecht.
  2. Wir müssen unsere Ausrüstung und unsere Ausbildung einfach und sicher machen, ohne dabei den Einzelnen zu überfordern.
  3. Es wird trotzdem immer Situationen geben, in denen wir Improvisieren müssen, in denen das Erlernte und das Vorgegebene einfach nur Basis, aber eben nicht Grenze für unser Handeln ist.
  4. Es wird bei der Feuerwehr aber auch immer Unfälle geben, mal einfach aus Dummheit Einzelner, mal aus einer kritischen Gesamtsituation heraus. Als Ergebnis dieser Unfälle immer und zwangsläufig die Vorgaben und Restriktionen zu erhöhen, wäre falsch.
  5.  Aus meiner Beobachung heraus wird –  gerade bei tödlichen Unfällen- immer der Fehler eher im technischen Bereich gesucht, anstatt zu sagen: Der Betroffene hat sich leider nicht an grundlegende Verhaltensweisen gehalten. Daraus resultiert dann aber wiederum ein Verschärfung der technsichen Vorschriften, anstatt bei der wahren Unfallursache anzusetzen: Fehlende oder nicht angewandte Basics.

SPF Hooligan Modding: Griff

This is my Halligan! There are many like it but this one is mine!

Die älteren Semester unter uns können diesen Spruch evtl. einem bestimmten Film zuordnen, auf jeden Fall ist da etwas dran. Ich habe seitens der Arbeit den Vorteil, mich mit dem Kelly, dem Hooligan und eben den SPF austoben zu können. Jeder hat seine Berechtigung, jeder seine Vor- und Nachteile (Stoff für einen anderen Artikel). Ich stelle jedoch fest, dass ich eigentlich immer zuerst zum SPF Hooligan greife – SPF steht für „Single Piece Forged“, also aus einem Stück gegossen geschmiedet (!). Das Ding liegt einfach göttlich in der Hand – aber ein wenig optimierung geht immer, oder Modding. Was Gamer können, können wir auch!

In den USA gang und gäbe, habe ich hier noch ehrlicherweise nicht gesehen: Umgestaltung des Griffs, also ein Tool griffiger gestalten. Das gilt nicht nur für das Halligan, sondern eigentlich alle Tools, ob Glasfaser- oder Holzstiel. Ein Beispiel für solches Modding sieht man hier bei Hooks and Irons.

Das Problem ist nur: welches Material verwenden? Eine richtige Anleitung habe ich nicht gefunden, geeignetes Tape sowohl bei Obi, in der Baustoff Union sowie dem Praktiker (hier ist übrigens die höchste Baumarktdichte Deutschlands) nicht gefunden. Schlecht, wenn man nicht weiss, was man eigentlich sucht. Etwas aus recht rauem Gummi?

Der entscheidende Hinweis findet sich im oben verlinkten Artikel bei Hooks and Irons: „friction tape„. Ein wenig Googlen fördert zutage, dass Hockey Tape dem Ganzen am Nächsten kommt. Ein Anruf im lokalen Sporthandel, ja, haben wir, aber nur eine Rolle.

Sicherheitshalber noch das Griffgummi von Tennisschlägern zeigen lassen: falsch, sieht nicht robust genug aus. Hockey Tape soll den Schläger schützen.

Geholt, auf dem Rückweg noch eine Packung Wäscheleine, Durchmesser 4mm. Hier somit die Zutaten:

Und los geht’s.

Geht eigentlich gar nicht schwer. Schwer jedoch, das Ganze halbwegs gleichmäßig hinzubekommen. Was ich auf jeden Fall wollte: unterschiedliche Abstände zwischen den Wicklungen an den zwei Enden, um den Unterschied auszutesten:

Sieht gar nicht schlecht aus, und es bleiben sogar ca. 29 von den 30m Leine übrig, die dann in meine USAR-Siebensachen wandern. Aussehen ist das eine – interessant wird’s erst wenn es benutzt wird. Macht einen robusten Eindruck, liegt gut in der Hand, aber wie ist es wenn es regnet, man mit Handschuhen und Gewalt rangeht? Wird sich zeigen. Sieht aber auf jeden Fall ein Stückchen persönlicher aus: My Hooligan eben.

(Bilderstrecke auf Flickr)

 

 

Freiwillige Feuerwehren: Das War’s!

Hilfe! Diesem Artikel der Ostseezeitung nach war’s das mit den Feuerwehren. Anscheinend jedoch nur mit den Feuerwehren in Mecklenburg-Vorpommern, womit der Rest beruhigt aufatmen kann. Es verhält sich nämlich so, dass wir – die „Gefangenen des Paragraphendschungels“ – um unser Überleben bangen müssen, da „Eine neue Richtlinie der Europäischen Kommission“ vorsieht, dass maximal 48 Stunden Arbeitszeit sowohl auf Arbeit (bezahlt) als auch auf Ehrenamt (unbezahlt) entfallen können.

Leider gibt der Artikel nicht mehr her. Hier ist Hilfestellung: es gibt sehr wohl ein Positionspapier namens DFV-Position zur Anwendbarkeit der EU-Arbeitszeitrichtlinie auf Freiwillige Feuerwehren (PDF) vom Februar 2011, in dem diese Gleichstellung richtigerweise abgelehnt wird, unter Anderem mit Verweis auf die nationale Auslegung des Arbeitnehmer- bzw. -geberbegriffs.

Bei „eine neue Richtlinie“ handelt es sich vielmehr um eine Anpassung der EU-Arbeitszeitrichtlinie (FWnetz berichtete beispielsweise 2008).

Unterm Strich weren Brände auch in Mecklenburg-Vorpommern bis auf Weiteres von der Feuerwehr gelöscht.