In loser literarischer Anlehnung an The Umbrella Man (wirklich spannendes Thema!) taucht bei VU-Einsatzbildern aus Schweden The SCBA Man bzw. Der PA Mann eigentlich immer auf. Genau hinschauen, er wird jedes Mal zu finden sein (hier ist ein Beispiel). Da dort alles auf Staffel ausgelegt ist, darf der PA-Mann auch richtig ran. Strahlrohr oder PG wird stehen gelassen, und er hilft bei diesem und jenem mit. Unter PA wahrlich kein Zuckerschlecken – wenn auch nicht angeschlossen.
Klar, wir lernen das auch, mit dem Brandschutz bei VU. Aber gleich PA aufziehen? Machen auf Anfahrt die wenigsten, behaupte ich mal. Oder etwa doch? Und wer hat das schon mal geübt? Ich finde das Prinzip Klasse, und sollte eigentlich auch gelebt werden.
Und noch ein prima kleiner Tipp nebenher – wenn Patient und PKW die Einsatzstelle getrennt verlassen, vielleicht noch schnell einen Blick in das Handschuhfach werfen, dort können mitunter wichtige Dokumente oder Wertgegenstände sein. Die Chance auf eine Wiedervereinigung mit dem Besitzer ist deutlich höher, wenn die Habe beim Abtransport dem Rettungsdienst (oder Pol) mitgegeben wird als wenn sie im Fahrzeug bleibt. Eigentlich logisch, aber zugegebenermassen nie dran gedacht.
(Bild: Vorführung Kettenzug Katrineholm, Schweden)

Bis vor 2 Jahren hat sich hier sogar noch ein ganzer Trupp direkt mit PA ausgerüstet um den 3-fachen Brandschutz sicher zu stellen. Seit 2010 ist es allerdings nur noch einer und auch nur noch 2-facher Brandschutz. Der zweite kann nach dem Bereitstellen des Brandschutzes andere Aufgaben übernehmen und rüstet sich erst aus, wenn wirklich was passieren sollte.
Übrigens: Auch in die Ablage der abgetrennten Fahrertüre schauen. Viele nehmen Geldbeutel, ect. wegen dem Komfort beim Fahren aus der Tasche…
Patrick Allinger
Ich halte das ehrlich gesagt für verzichtbar. Die Zahl der Fälle, in denen es wirklich benötigt würde, in denen also ein Fahrzeug sich noch nach unserem Eintreffen entzündet dürfte verdammt niedrig sein. Und wenn es mal passiert, dann ist m.E. nicht sofort Atemschutz nötig. Ist ja doch ein Unterschied zwischen dem soeben entstandenen Brand und dem PKW-Brand, wie man ihn üblicherweise vorfindet, also schon mit etlichen Minuten Vorbrennzeit.
Außerdem gibt das in D wieder Probleme von wegen truppweisem Vorgehen und so…
Linus
Ist denn aber auf der Anfahrt schon immer bekannt, ob es sich um einen PKW-Brand handelt oder nicht? Hier geht wertvolle Zeit verloren, wenn nicht schon auf der Anfahrt PAs angelegt werden, weil es ja “nur” ein VU ist.
Patrick Allinger
Mir wäre jetz spontan kein Fall bekannt, wo ein VU gemeldet war und es ein PKW-Brand war.
Also ich halte das für überflüssig, bzw. zu viel des Guten. Wenn ein Verdacht besteht (also z.B. Auto raucht o.ä.), ja sicher. Aber einfach so auf gut Glück? Gut, anfreunden könnte ich mich damit, nur das Gerät auf den Rücken zu nehmen und einsatzklar zu machen, Maske umgehängt. Aber dann steht derjenige nur beim Löschgerät und hält die Augen offen.
Linus
Deiner Aussage stimme ich so nicht zu. Es gibt eine Reihe von Einsatzberichten, die eine schlagartige Brandausbreitung beschreiben. Aber unabhängig davon halte ich den PA-Mann für sinnvoll, denn als Feuerwehr müssen wir auf alle Eventualitäten vorbereitet sein. Ich möchte es mal überspitzt formulieren: Verzichten wir auf die Bereitstellung des SiTr, weil dieser sowieso nicht benötigt wird?
Als wir in meiner ersten Feuerwehr (FF Freiburg) ab 2002ff hinsichtlich patientenorientierter Rettung geschult wurden, war der PA-Mann immer Teil des Ablaufs (http://www.firedepartment-tiengen.de/JPEG/ubung/200205-021.JPG). Später, in einer anderen Feuerwehr, wurde diese Taktik dann wieder abgelehnt.
Hier noch ein Bsp. von einer Schauübung 2008 aus Ravensburg, wo sogar ein ganzer Trupp bei LKW-VU abgestellt war: http://www.flickr.com/photos/galaxyquest1979/2848438092/in/set-72157607230534633
Der PA-Mann ist also auch in Deutschland bekannt und Teil der Taktik.
Galaxyquest
Die Frage ist doch, habe ich genug “man power” vor Ort? Wer fährt denn zum VU ? Wenn keine Person klempt ist es doch wahrscheinlich nur ein LF mit (i.d.R.) 1/3. Bis dann die RTW Besatzung eintrifft, obliegt die Patientenversorung ertsmal den Ersteintreffenden. Man könnte ja den GF mit PA in Bereitstellung haben, aber das halte ich mal rein vom “Kastenstand” her für eher schwierig
Wenn man natürlich genügend personal zur Verfühgung stehen hat, sehe ich keinen Anlass, nicht wenigstens einen FA mit PA in Bereitstellung stehen zu haben.
Dirk a.k.a. Diggler
Ganz ehrlich: Wir haben uns letztens über den Safety Overkill unterhalten. Und so lange da nicht ne Riesenspritlache unter dem PKW liegt, halte ich den PA-Mann als grundsätzliche Einrichtung für überflüssig – gerade im Erstangriff (Wenn ich die Jungs vom 3. oder 4. Fahrzeug beschäftigen will, ok, da reicht aber angelegt nicht angeschlossen).
Mal abgesehen von der Quälerei – mir fehlt ein Mann, da ich jemanden unter PA eben nicht für alles einsetzen kann. Dazu kommt das Geschnaufe, was ggf. den Patienten beunruhigt.
Jan Südmersen
… bindet zwar auch Manpower, aber läßt sich die Riesenspritlache nicht durch einen raschen Angriff mit Bindemittel etwas entschärfen?
Matthias Mansfeld
Brandschutz an VKU-Stellen immer mind. 2-fach!!! Bei ausgelaufenen brennbaren Betriebsstoffen mit 1Person am Hohlstrahlrohr oder Pulverlöscher (die schlechtere Variante). Das Schutzrohr muss der eingeklemmten Person oder dem inneren Retter die Zeit verschaffen, das Fahrzeug lebend zu verlassen. Atemschutz bei Bedarf das geht doch schnell! @Mathias bitte probier mal folgendes aus: Benzin oder Diesel auf Beton ruhig 5 Liter (am besten in der Nähe eines Ölabscheiders wegen Umweltschutz) dann eine organisches Ölbindemittel drauf kurz warten und brennendes Streichholz oder evtl. etwas Batteriesäure dazu. Wenn es bei euch nicht anfangen sollte zu brennen machste das ganze noch 100 mal… bei gleichem Ergebnis kannst du auf Brandschutz an der Einsatzstelle zukünftig verzichten!!! Dann sollten die Tests noch aufgezeichnet werden, um dem Staatsanwalt falls doch mal etwas schief läuft an der Einsatzstelle, die ohne Brandschutztaktik näher zu bringen. Das ganze mit Kameradschaftlichem Gruß aus Weißenfels und mit einem Augenzwinkern.
Steve Homberg
Also ich finde es schon sinnvoll wenn sich auf dem Weg zum VU zumindest ein Mann mit PA ausrüstet bzw. sich für einen Brandeinsatz vorbereitet: Also zumindest schonmal Maske und Haube aufsetzen. Soweit ich mich recht erinnern kann nimmt das Anlegen der Maske ja bei der Ausrüstung die meiste Zeit ein.
Der so ausgerüstete Mann ist trotz der Maske noch relativ gut beweglich und sollte aus welchen Gründen auch immer der Brandschutz nicht mehr notwendig sein dauert das Maske abnehmen garantiert nicht solange wie das ausrüsten zur Brandbekämpfung wenn es doch mal heißer werden sollte.
Meine Meinung als Laie.
Sueder80