DK: Kein Notarzt

In Dänemark folgt die Organisation der Rettungsdienste den geografischen Regionen. In der Region Nordsjaelland ist man nun endgültig vom Einsatz von Notärzten abgerückt. Vielmehr wird die präklinische Versorgung von Paramediciner gewährleistet, die auch recht erweiterte Kompetenzen haben (zB. Verabreichung von bestimmten Arzneimittel).

Ein Notarzt verbleibt jedoch im Krankenhaus in Slagelse, um bei größeren Schadensfällen als LNA auszurücken.

Drei Jahre Praxis auf dem RTW sind die Voraussetzung für die Zulassung zur 5-wöchigen Fortbildung zum Paramediciner (Wikipedia).

 

ABC-Einsatz – kurz und bündig

Rezension von Hans Kempers Durchführung des ABC-Einsatzes

Cover der Broschüre "Durchführung des ABC-Einsatzes"

ABC- bzw. CBNR-Einsätze fordern ob ihrer Komplexität und dem erforderlichen Fachwissen den Feuerwehangehörigen. Mit der neu gefassten FwDV 500 verfügen die Feuerwehren über eine umfassende Dienstvorschrift für diesen Einsatzbereich. Die Reihe „Fachwissen Feuerwehr“ greift das Thema ABC-Einsätze in einer eigenen Broschüre auf. Mittlerweile liegt die Broschüre „Durchführung des ABC-Einsatzes“ von Hans Kemper in zweiter, vollständig überarbeiteter und aktualisierter Auflage vor.

Die Broschüre lehnt sich inhaltlich und strukturell an die FwDV 500 an, ohne jedoch alle Inhalte der Dienstvorschrift wiederzugeben. Hinsichtlich der Zielgruppe und der Intention – einen Überblick über das Thema zu geben – verzichtet Kemper auf Aspekte wie z.B. die Einsatzplanung, um sich ganz auf das für den Feuerwehrangehörigen Wesentliche zu konzentrieren. Dies erhöht nicht nur die Aufnahmekapazität des Lesenden, sondern erhöht auch die Praxisrelevanz für die normale Einsatzkraft. More

Techwatch: iPhone-WBK

FLIR

Cool! FLIR macht das iPhone zur Wärmebildkamera! Klar, die ureigenste Aufgabe der Feuerwehr – der Innenangriff – wird damit nicht erfüllt. iPhone im Innenangriff? Es gibt aber zig andere Anwendungsmöglichkeiten, angefangen vom Suchen von Personen hin zu Austritt von Wärme usw., bei denen eine WBK Sinn machen würde. Wie auch immer, eine Überlegung wert: FLIR one. [Wired]

Ein Bild sagt mehr als tausend Worte

… lautet eine gebräuchliche Metapher, um einen komplexen Sachverhalt visuell einfach zu erklären. Und in der Tat sind Bildmotive wichtige Bausteine in der Vermarktungsstrategie von Produkten oder der Öffentlichkeitsarbeit von Organisationen.

Drei Feuerwehrleute vor einer Flammenwand

Das Bild macht was her: Feuer, Action, aber was möchte ich damit sagen? Wen möchte ich mit diesem Bild erreichen? (Link zum Bild)

Gilt es nun den Sachverhalt „Feuerwehr“ bildlich darzustellen, bieten sich zwar unzählige Motive an, die aber meist alles eines gemein haben: blaues Blinklicht, Feuer, Action, Heldentum. Sicher „Feuerwehr“ lässt sich visuell gut darstellen, ich habe bisweilen jedoch den Eindruck, dass hinter dem Bild keine Kommunikationsstrategie steht.

Viele Bilder zeigen die Organisation Feuerwehr so, wie die Angehörigen die Feuerwehr sehen – oder gerne sehen wollen. Gerade die Sache mit dem „Hero-Gesabber“ geht nicht nur mir ab, sondern für mich stellt sich hier grundsätzlich die Frage, wer erreicht werden soll.

Derzeit mache ich mir Gedanken über ein Bildkonzept für eine Webseite. Und ganz so einfach ist das nicht. Bevor man nun die Kamera schnappt und wild losknipst, gilt es sich ein paar strategische Gedanken zu machen, sich Fragen zu stellen und diese – sei es auch nur für sich selbst – zu beantworten. Zweck dieser Übung ist ein wenig Struktur in sein Konzept zu bringen, Ideen zu sortieren und gegebenenfalls Bildmotive zu verwerfen. Letzteres ist besonders dann notwendig, wenn es gewisse Dogmen gibt. More

Lesesommer 2014

Einige waren schon im Sommerurlaub, einige genießen die aktuelle Schwitzphase und die dritte Kategorie, wie ich, hofft, dass es auch im Spätsommer noch urlaubssommerlich bleibt. Wer in seiner freien Zeit nichts mit sich anzufangen weiß, dem kann ich ein paar Lesetipps geben, die, im weitesten Sinne, mit unserem Metier zu tun haben: More

Techwatch: Extra Arme

arms

In der Techwatch-Rubrik haben wir uns ab und an des Themas “Exoskelett” angenommen. Die Supernumerary Robotic Limbs fallen da ein wenig aus dem Rahmen, denn sie sollen nicht unbedingt mehr Kraft verleihen, sondern vielmehr ein Paar extra Arme darstellen. Diese können dann teilweise autark Aufgaben wahrnehmen. Sehr cool!

Mögliche Anwendungen im Feuerwehrbereich werden gerne als Kommentar angenommen :-)

Der Sprung ins kalte Wasser II

Ich muss noch mal meine Gedanken loswerden. Meine Einstellung zu dem Thema habe ich schon erläutert. Das Phänomen “CWC” hat meiner Einschätzung nach mehr Aufmerksamkeit erhalten, als alle gesteuerten Aktionen in Richtung Öffentlichkeitsarbeit, Mitgliederwerbung etc.vorher.

Es gibt jetzt aber zwei Gruppen,  die das Positive gefährden:

Zum ersten diejenigen, die die CWC wirklich dazu nutzen, an einen billigen Grillabend zu kommen und/oder extrem albern, sich selber gefährdend oder in Verbindung mit Alkoholgenuß auftreten. Hier kann und muss man auch wirklich deutlich “Stop” sagen. Das Schöne aber ist: Man kann die Betroffenen direkt ansprechen, da sie ihr Video unter ihrem Namen ins Netz gestellt haben- man kann sich also Verallgemeinerungen sparen.

Zum anderen diejenigen, die alles verbieten wollen weil sie entweder nur die Negativbeispiele sehen oder einer eher konservative Idee von Feuerwehr an sich haben. Die sind oft entweder schon zu lange oder gar nicht in der Feuerwehr  – und kommen aus Ecken, die der Feuerwehr generell nichts gutes unterstellen. Diese Gruppe nutzt dann jedenfalls ihre Mittel, um CWC – ohne Rücksicht auf den gemeinnützigen Sinn und die Außenwirkung zu unterbinden.

Zum Einen stellt sich die Frage: Ist die CWC wirklich schlechte Werbung? In Dorsten hat die Tageszeitung nach dem Verbot des CWC eine Umfrage (über 2000 Teilnehmer) gestartet: 90% sagten, dass CWC positiv zu sehen ist!

Ok, 10% Prozent sehen das kritisch. Ich vermute jetzt einfach mal, dass die 10% Feuerwehr, Staat etc. sowieso kritisch sehen. Auf jeden Fall wird das nicht das tpische Zielpublikum für Mitgliederwerbung sein. Was werden denn wohl die restlichen 90% wohl her denken?

a) Super, dass das verboten worden ist. Da herrscht Recht und Ordnung. Bei so einer steifen Organisation möchte ich auch Mitglied werden.

oder eher
b) Was ist denn das für eine langweiliger und steifer Verein wo die Leute keinen Spass haben dürfen. Nee, danke, da gehe ich lieber zu den XYZ…

Es ist vor allem ärgerlich, wenn man sich vor Augen hält, welche Chancen man durch die CWC gehabt hätte ( oder immer noch hat?): Mit eindeutigen Spielregeln, für eine gute Sache und möglichst hochwertig. Man hätte das mit einer aktiven Mitgliederwerbung verbinden können (wir zeigen ihnen jetzt mal, wie trocken das Thema “Kameradschaft ist), für eine gemeinnützige feuerwehrrelevante Sache (Paulinchen, o.ä.) große Spendensummen generieren können und enorm viel postive ÖA betreiben können – in meiner Gegend geht das Thema durch jede Tageszeitung.

Ich frage mich z.B. was passiert, wenn jemand das orginellste CWC-Video oder das mit dem höchsten Spendeneingang sucht, dazu einen Wettbewerb ( mit festen Regeln!!) ausruft, die Ergebnisse auf eine Homepage oder FB-Seite postet, die Öffentlichkeit abstimmen lässt und Sponsoren für die Preisträger (Wasser-Freizeitpark) gewinnt.  Hmm – wer könnte dieser jemand sein?

Man braucht jedenfalls keine Kongresse, Fachtagungen, Workshops, Vorträge sauteurer PR-Profis, wenn man eine Chance, die einem quasi vor die Füsse geworfen wird, einfach passieren lässt, oder schlimmer noch, verteufelt.

Das Thema CWC zeigt doch recht deutlich, warum die deutschen Feuerwehren so unattraktiv für viele Menschen sind: Zwar stellen wir uns nach außen als weltoffen, modern und tolerant da, aber wenn es dann wirklich drauf an kommt, kommen die Bedenkenträger und Dinosaurier aus allen Ecken und wiederlegen das recht erfolgreich.