SAFFIRE-III: Pyromanen im Weltraum

Cygnus Raumfrachter. Bild: NASA

Cygnus Raumfrachter. Bild: NASA

Um der Chronistenpflicht nachzukommen: SAFFIRE-III ist am 4. Juni 2017 erfolgreich verlaufen. Anders als der Titel vermuten lässt, handelt es sich mitnichten um eine Kinoproduktion. Hinter dem Akronym SAFFIRE (Spacecraft Fire Experiment) verbergen sich drei Versuche, die Brände in der Mikrogravitation erforschen. Das Feuerwehr Weblog berichtete hierüber schon mehrfach (siehe die Links am Ende des Artikels).  Das letzte Experiment von drei bisher geplanten Experimenten ist nun an Bord eines von der ISS abgekoppelten Orbital ATK Cygnus-Frachters (OA-7) gezündet worden. More

Die Lizenz zum Üben

Touché, möchte man da sagen. Spiegel Online berichtet in einem Artikel über den Einsatzfahrtensimulator der Hamburger Polizei. In einem Selbstversuch klettert der Reporter selbst in den Simulator … und es kracht. Gänzlich unbekannt ist mir dieses Ereignis nicht, denn vor Jahren – es ist wirklich bald ein Jahrzehnt her – bin ich in fast demselben Simulator während einer Feuerwehrmesse gesessen … und es krachte gleich mehrfach.

Der Einsatzfahrtsimulator von IFE Systems soll Sonderrechtsfahrer sensibilisieren. Bild:fwnetz/sc

Der Einsatzfahrtsimulator von IFE Systems soll Sonderrechtsfahrer sensibilisieren. Bild: fwnetz.de/sc

Damals Novum, sind Fahrsimulatoren heute Stand der Ausbildung. Da der Link auf meinen Bericht im fwnetz.de nichts anzeigt (leider scheint die Seite des Artikels kaputt zu sein; Link über die Wayback-Maschine), veröffentliche ich den damaligen Bericht bzw. Selbstversuch einfach erneut an dieser Stelle. Bilder und Videos des damaligen Artikels habe ich aktuell nicht zur Hand, zumindest müsste ich mal daheim in meinem Archiv nachschauen und ggf. nachreichen. More

Alarmcode 6920/7 – Status 7

Laufshirt "Feuerwehr in Bewegung" und Running Schuhe

Klick, Klack, Klick, Klack, mitleiderregende Blicke säumen meinen Weg, Radfahrer und Jogger weichen mir mit leicht genervten und missbilligenden Gesichtsausdrücken aus und freilaufende Hunde wittern fette Beute. Klick, Klack, Klick, Klack. So ergeht es mir zurzeit. Ich gehe sehr langsam. Ich bin tief gesunken. Ich bin verdammt. Verwünscht zur Walktonne (wie Achim Achilles schreibt). Verdonnert zum Stockentenlauf (wie ein Twitterer zu mir meinte). Verdammt zu Nordic Walking. Klick, Klack, Klick, Klack. Kann jemand dieses die Nerven strapazierende Geräusch der Stöcke abstellen? Ich rette mich mit dem Gedanken, dass die Muskeln im Fuß schließlich wieder an die Belastung und vor allem das Gehen ohne Schiene gewöhnt werden müssen. Klick, Kla… Ich nehme die Stöcke unter den Arm und jogge den Rest nach Hause. Es ist ja kaum auszuhalten, dieses Geräusch und die Blicke erst.

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Fahrenheit 451 soll neu verfilmt werden

Viele Bücher gibt es nicht, in denen die Feuerwehr die Hauptrolle spielt,[1] sofern man sich auf die Genres Science-Fiction und Dystopie bezieht. Die Feuerwehr-Dystopie schlechthin ist bis heute Ray Bradburys Klassiker Fahrenheit 451, in der die Feuerwehr keine Brände mehr löscht, sondern mit Feuer Gefahren abwehrt, in dem sie Bücher verbrennt. Wobei im englischen Original nicht von der Feuerwehr, sondern von den „Fire Men“ die Rede ist – aber das ist eine Nebensächlichkeit. Im Feuerwehr Weblog gab es vor einiger Zeit eine Rezension des Klassikers. [„Kerosin als Waffe des Konformismus“]

Freunde der gepflegten TV-Unterhaltung dürfen sich freuen, denn unter der Regie von Ramin Bahrani soll demnächst für den amerikanischen Kabel-TV-Sender HBO eine Neuverfilmung entstehen. Die letzte Verfilmung stammt von François Truffaut aus dem Jahr 1966.

Als Cast bekannt gegeben wurden bisher Sofia Boutella (Die Mumie, Star Trek Beyond), Michael B. Jordans (Creed) und Michael Shannons (Man of Steel). [Robots & Dragons]


[1] Science-Fiction und Feuerwehr scheinen zwei Themen zu sein, die nicht so ganz zusammenpassen. Es gibt faktisch nur das Buch von Bradbury. Vor einiger Zeit bin ich auf eine Sammlung von humoristischen Kurzgeschichten gestoßen, in denen es um Feuerwehr, Brandschutz und Science-Fiction/Mystery/Fantasy geht: „The Roof is on Fire“. Unterhaltsame Veröffentlichung rund um das Thema Brandschutz aus fantastischer Perspektive

Wer löscht zukünftig mein brennendes Heim?

Feuerwehrleute beim Löschen

Durch Zufall habe ich gestern in der ARD-Sendung „report München“ den Beitrag „Feuerwehr in Not – Nachwuchssorgen, ein Problem für die Gemeinschaft“ gesehen. Mein erster Eindruck: Gut, dass darüber berichtet wird; gut, dass der Beitrag prominent als Erster gesendet wird; gut, dass der Moderator am Ende des Beitrages an die Zuschauer appelliert, sich zu engagieren. Gefallen hat mir auch, dass die freiwillige Feuerwehr als eine allen Bevölkerungsgruppen offen stehende Organisation dargestellt wird und, im Gegensatz zu anderen TV-Beiträgen, nicht auf dem Gründungsmythos herumreitet, von wegen Freiheit, Gleichheit und Kameradschaft und so. Das war es dann aber auch schon.

Als langjähriger Angehöriger einer Feuerwehr und als Feuerwehrblogger sieht man einen solchen Beitrag mit einer anderen Brille, das will ich gar nicht verleugnen und „klug scheißen“ will ich ebenfalls nicht. Dass man Löschfahrzeug mit Löschzug verwechselt (oder absichtlich gleichsetzt), darüber sehe ich mal hinweg. Um es aber kurz zu machen: Im Grunde fand ich den Beitrag alarmistisch, boulevardesk und indifferent.

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Einhundert Prozent ist das Mindeste

Eine Kolumne von Stefan Cimander

Feuerwehr – freiwillige Feuerwehr – kein Dienst ohne Ereignis, über das man sich nicht aufregen könnte. Klar, wo Menschen unterschiedlichen Alters, aus verschiedenen sozialen Milieus mit divergierenden Meinungen aufeinandertreffen, da kracht es verbal einmal, zweimal, dreimal, man findet aber immer wieder zusammen und steht während des Einsatzes trotz aller Differenzen gemeinsam Seite an Seite. Bisweilen handelt es sich ja bloß um Kleinigkeiten, die den Wirbel nicht wert sind. Es gibt allerdings Vorkommnisse und speziell verbale Aussagen in Bezug auf das Ehrenamt Feuerwehr, da könnte ich persönlich an die Decke gehen, die bei mir zugleich Zweifel an der Zuverlässigkeit des die Aussage aussprechenden Kameraden wecken, insbesondere wenn nächstens zusammen im Ernstfall agiert werden muss. Diese Äußerung lautet sinngemäß, man müsse nicht hundert Prozent bringen, weil man Feuerwehr ja schließlich freiwillig mache. Brisanz bekommen solche markigen Sprüche insbesondere dann, wenn sie von einer Führungskraft stammen.

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Fit und aktiv dank blauem Licht

Feuerwehr im Einsatz

Die Feuerwehr, zu erkennen an den roten Fahrzeugen und den blauen Blinklichtern.

 „Was ist das?“ / „Blaues Licht!“ / „Was macht es?“ / „Es leuchtet blau!“

Wäre John J. Rambo nicht so wortkarg, hätte er seinem Dialogpartner im Film „Rambo 3“ sicherlich noch weitere physiologische Vorzüge des blauen Lichts nennen können, welche die Wissenschaft nach und nach entschlüsselt. Blaues Licht wirkt Müdigkeit entgegen, verbessert die Aufmerksamkeit und steigert die Leistungen. Blaues Licht unterbindet nämlich die Produktion von Melatonin und dient dem Körper als Signal für eine Wachphase. Deshalb sind wir am Tag („blauer Himmel“) wach und in der Nacht müde, um es einfach auszudrücken.

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Das blaue Leuchten

Oder aus dem Leben eines Feuerwehr-Papas

Kinder sind in aller Regel recht einfach für „die Feuerwehr“ zu begeistern, großes rotes Auto und schon strahlt der überwiegende Teil der Kindergesichter. Auch wenn meine beiden weiblichen Sprösslinge noch nicht so alt sind, dass sie zur relevanten Werbezielgruppe der Jugendfeuerwehr gehören, haben sich bis heute schon zahlreiche Anekdoten ereignet, bei denen ich einfach nur noch sprachlos war. Vergangene Woche ereignete sich wieder so ein Abenteuer.

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FIT – Feuerwehr-Intensiv-Training

Ein Nachtrag zur Kolumne von Martin Brombeis

Die grundlegenden menschlichen Bewegungsmuster

Vor einigen Wochen schrieb Martin Brombeis im Feuerwehr Weblog eine Gastkolumne zum Thema Fitness im Feuerwehrdienst. Wegen des Textumfangs musste ein Teil der Ausführungen ausgelagert werden und wird nun nachfolgend wiedergegeben. Es macht Sinn, zunächst (nochmals) die Kolumne zu lesen, bevor man hier weiterliest.

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TechWatch: Traktorstrahl

Für die Technische Hilfeleistung wäre diese Entwicklung eine interessante Option – zumindest in einem größeren Maßstab: der Traktorstrahl. Fans der Science-Fiction-Serie Star Trek wissen, wann immer man ein anderes Schiff nicht entkommen lassen will oder einen Asteroiden auf eine andere Flugbahn schieben will, aktiviert man den Traktorstrahl.

In dieser „fernen Zukunft“ arbeitet man mit einem exotischen Kraftfeld, in der Gegenwart nennt sich das Phänomen Levitation und wird mit Schallwellen erzeugt (geht aber auch mit Druckluft, Magnetismus und mit Laserlicht). Der akustische Traktorstrahl ist jedoch in der Lage, Objekte an die Quelle der Schallwellen heranzuziehen, also ganz ähnlich dem, was die Feuerwehr mittels Stahlkette bei der Oslo-Methode durchführt. Der Clou ist aber, dass sich dieser „Traktorstrahl“ relativ einfach herstellen lassen soll. [scinexx.de | scinexx.de | Applied Physics Letters]