Koexistenz mit dem Feuer

Zum Thema Vegetationsbrand bin ich auf einer englischsprachigen Seite auf einen recht interessanten Artikel mit Bezug auf eine Studie der University of California gestoßen, dessen Grundaussage ist, dass Vegetationsbrände rund um bestimmte amerikanische Wohngebiete nicht verhindert werden können, sondern die Menschen lernen müssen, mit dem Feuer zu koexistieren.

“But fire, unlike other natural hazards, is still widely considered an enemy to be defeated, rather than a fact of life that must be accepted.” (Newyorker.com)

Das Thema, so die Studie, wir grundsätzlich falsch angegangen, wenn man sich andere Naturkatastrophen anschaut.

“To reduce flood damage, we make floodplain maps. To reduce earthquake damage, we form earthquake commissions. When it comes to fire, we hand everything over to the firefighters.” (Newyorker.com)

Bisher, so die Studie weiter, würden die Ressourcen vollkommen falsch eingesetzt und bestehende rechtliche Werkezuge nicht benutzt. Insbesondere kritisieren die Feuerökologen, dass das Entfernen von Brennstoff, also abgestorbenen Bäumen etc, das Gegenteil von dem bewirkt, was erreicht werden soll.

“(…) fuels-reduction efforts may increase risks to life and property by encouraging development in fire-prone areas. […] Land-use regulations like those that govern floodplains, the authors say, could restrict development in the most dangerous areas, and building codes requiring fire-resistant materials could reduce damage to existing structures”. (Newyorker.com)

[Gizmodo | Newyorker.com | Nature.com]

Markus hat Frust. Von Biogas und Fachausbildung.

Schwebende Last

Markus hat Frust. Markus ist nicht alleine. So wie ihm geht es so vielen, wenn nicht den meisten (Fach-)Ausbildern bei der Feuerwehr.

Hat mal jemand eine PowerPoint zu X*?

*X = [Tiefbauunfälle, Dekontamination von Verletzten, Atemschutznotfälle,…,n]

Die Vielfalt von möglichen Einsatzszenarien ist fast unendlich, und lässt sich im Sinne dieses Artikels prima folgendermaßen darstellen: More

USA: Untersuchungsbericht zu 4 getöteten FA in Houston

Eben veröffentlicht: der Untersuchungsbericht zu vier getöteten und 16 (!) verletzten FA in Houston, TX, USA. Zum Download als PDF. Bei diesem Einsatz stürzte das Dach des Gebäudes auf die FA im Innenangriff, und in einem Folgeeinsturz wurden weitere Mitglieder  – auch eines RIT – teils erheblich verletzt.

Untersuchungsberichte sind eine Goldgrube an Informationen. Wenn etwas schiefgeht, dann ist das üblicherweise eine Verkettung von unglücklichen Dingen. Hier auch nicht anders, und auch hier lohnt ein Blick in dem sehr detaillierten Dokument. Besonders interessante Aspekte:

  • Der Brand schwelte bereits seit ca. 3 Stunden im Dachbereich. Somit war die Konstruktion bereits bei Eintreffen der Einsatzkräfte erheblich geschwächt
  • Sehr starker Wind erschwerte die Löscharbeiten, und verursachte ungewöhnliches Brandverhalten
  • Der RIT wurde erfolgreich eingesetzt
  • Es wurden zur Rettung Hebekissen (!) eingesetzt

Gerade der letzte Punkt für mich ein Killerargument, warum dieses Gerät auf ein HLF gehört.

Weitere Lektüre hier im Feuerwehr Weblog: Untersuchungsberichte tödlicher Unfälle, Wind Driven Conditions

Und: Ehre dem Angedenken der getöteten Feuerwehrangehörigen.

Drohnen behindern Löscharbeiten

Laut einer Meldung auf heise.de behinderten privaten Drohnen die Löscharbeiten bei einem Waldbrand in Kalifornien. Wenn ich es mal plakativ formuliere, bekommt Gaffen damit eine neue Dimension. Grundsätzlich möchte ich den Einsatz von Drohnen bei Einsätzen nicht verdammen, es gibt Situationen, da kann ein aktuelles Luftbild sinnvoll sein, aber das Fluggerät sollte dann von den zuständigen Hilfsorganisationen gesteuert werden. Habt ihr schon einmal positive wie auch negative Erfahrung mit privaten Drohnen an Einsatzstellen gemacht? [Link]

Integrieren um zu engagieren

Momentan fühle ich mich unwohl. Nicht, weil es so heiß ist, sondern weil ich aus den Medien Dinge entnehme, die mich schockieren, betroffen machen und Zweifel an der Mentalität der Gegenwartsgesellschaft nähren – ja, gerade weil ich Feuerwehrangehöriger bin. Jenseits von „neuen“ politischen Parteien und obskuren Demonstrationsbewegungen, die bei mir nur Kopfschütteln und den Sarkasmusmodus auslösten, muss ich erkennen, dass beide ideologische Wegbereiter für etwas sind, von dem ich hoffte, die deutsche Gesellschaft hätte es überwunden. Und ja, auch die Feuerwehren sind mal direkt, mal indirekt davon betroffen. Ich schreibe von den zunehmenden Brandanschlägen auf Einrichtungen für Flüchtlinge und die meinungsmachende Hatz in den sozialen Medien auf alles, was verbal nicht rechts von den Rattenfängerorganisationen steht. Ich bin zwar weit davon entfernt, mir linke Ideologien eigen zu machen oder gar ernst zu nehmen, aber momentan komme ich auch als Feuerwehrmann aus dem Nachdenken darüber, was in diesem Land falsch läuft, nicht mehr heraus. (Wohlgemerkt, die Ursachen für die gegenwärtige Situation sind auch bei den etablierten Parteien und der Lethargie der Regierenden zu suchen). More

Waldbrandgefahr hat global zugenommen

Vegetationsbrand

Vegetationsbrand. Bild: Bert Knottenbeld/flickr (CC BY-SA 2.0)

Die Aussage, dass es mehr Waldbrände geben wird, ist zwar in gewisser Hinsicht ein alter Hut – weil schon lange vermutet -, passt aber a) zur derzeitigen Wetterlage und b) zur eben erfolgten Veröffentlichung des Buches „Vegetationsbrandbekämpfung“ aus der Feder von Cimolino und Co. (Rezension und Verlosung des Buchs im Feuerwehr Weblog folgen!).

Wissenschaftler haben anhand der Wetterdaten von 1979 bis 2013 nachvollzogen, dass die Gefahr von Waldbränden tatsächlich zugenommen hat und sich die Dauer der Feuersaison um durchschnittlich 18 Prozent verlängert hat. Auch sind mehr Flächen betroffen. Die Aussagen gelten übrigens für alle Kontinente außer der Antarktis. [Scinexx.de]

Absicherung als Teil des Führungskreislaufs

Standard-Einsatz-Regeln: Absicherung von Einsatzstellen

technical rescue / technische rettung

Absicherung einer Einsatzstelle

Eigenschutz geht vor, das gilt nicht nur im Innenangriff, sondern bereits zu Beginn eines Einsatzes, nämlich dann, wenn das Feuerwehrfahrzeug auf einer Straße steht und die Mannschaft im öffentlichen Raum ihrer Tätigkeit nachgeht. Andere Verkehrsteilnehmer sind bei einem Einsatz immer effektiv zu warnen, damit aus Rettern nicht selbst Opfer werden. Absicherung ist daher grundsätzlicher Teil des Führungskreislaufs. Dennoch hilft auch die beste Absicherung nichts, wenn sie von anderen missachtet wird. More

Ein alter Schuh der noch immer stinkt

Historisches Feuerwehrfahrzeug vor dem Kurhaus in Baden-Baden.

Öffentlichkeitsarbeit sollte mehr sein als nur historische Fahrzeuge auszustellen.

„It’s the economy, stupid“ war eines der Schlagsätze, der 1992 von James Carville für die Kampagne des demokratischen Präsidentschaftsbewerbers Bill Clinton verfasst wurde, um zum Ausdruck zu bringen, was den Leuten – den Wählern – wichtig ist. Zu „It’s the public relations work, stupid“ möchte ich das Zitat nach den Erlebnissen dieser Woche umformulieren. Warum? Eigentlich ist es ein ziemlich alter Schuh, so alt, dass der Gestank desselben schon längst verdunstet scheint. Ohne Öffentlichkeitsarbeit schießen Spekulationen ins Bodenlose, machen wüste Unterstellungen die Runde und das eigene Ansehen nimmt Schaden. Trotz dieses Wissens ereignen sich immer wieder große und kleine Kommunikationspannen. Die vergangene Woche bot mir, wie unter einem Brennglas fokussiert, die Bedeutung einer funktionierenden Öffentlichkeitsarbeit: einmal lokal und einmal bundesweit. More