Panorama

SAFFIRE-III: Pyromanen im Weltraum

Cygnus Raumfrachter. Bild: NASA

Cygnus Raumfrachter. Bild: NASA

Um der Chronistenpflicht nachzukommen: SAFFIRE-III ist am 4. Juni 2017 erfolgreich verlaufen. Anders als der Titel vermuten lässt, handelt es sich mitnichten um eine Kinoproduktion. Hinter dem Akronym SAFFIRE (Spacecraft Fire Experiment) verbergen sich drei Versuche, die Brände in der Mikrogravitation erforschen. Das Feuerwehr Weblog berichtete hierüber schon mehrfach (siehe die Links am Ende des Artikels).  Das letzte Experiment von drei bisher geplanten Experimenten ist nun an Bord eines von der ISS abgekoppelten Orbital ATK Cygnus-Frachters (OA-7) gezündet worden. More

Fahrenheit 451 soll neu verfilmt werden

Viele Bücher gibt es nicht, in denen die Feuerwehr die Hauptrolle spielt,[1] sofern man sich auf die Genres Science-Fiction und Dystopie bezieht. Die Feuerwehr-Dystopie schlechthin ist bis heute Ray Bradburys Klassiker Fahrenheit 451, in der die Feuerwehr keine Brände mehr löscht, sondern mit Feuer Gefahren abwehrt, in dem sie Bücher verbrennt. Wobei im englischen Original nicht von der Feuerwehr, sondern von den „Fire Men“ die Rede ist – aber das ist eine Nebensächlichkeit. Im Feuerwehr Weblog gab es vor einiger Zeit eine Rezension des Klassikers. [„Kerosin als Waffe des Konformismus“]

Freunde der gepflegten TV-Unterhaltung dürfen sich freuen, denn unter der Regie von Ramin Bahrani soll demnächst für den amerikanischen Kabel-TV-Sender HBO eine Neuverfilmung entstehen. Die letzte Verfilmung stammt von François Truffaut aus dem Jahr 1966.

Als Cast bekannt gegeben wurden bisher Sofia Boutella (Die Mumie, Star Trek Beyond), Michael B. Jordans (Creed) und Michael Shannons (Man of Steel). [Robots & Dragons]


[1] Science-Fiction und Feuerwehr scheinen zwei Themen zu sein, die nicht so ganz zusammenpassen. Es gibt faktisch nur das Buch von Bradbury. Vor einiger Zeit bin ich auf eine Sammlung von humoristischen Kurzgeschichten gestoßen, in denen es um Feuerwehr, Brandschutz und Science-Fiction/Mystery/Fantasy geht: „The Roof is on Fire“. Unterhaltsame Veröffentlichung rund um das Thema Brandschutz aus fantastischer Perspektive

Wer löscht zukünftig mein brennendes Heim?

Feuerwehrleute beim Löschen

Durch Zufall habe ich gestern in der ARD-Sendung „report München“ den Beitrag „Feuerwehr in Not – Nachwuchssorgen, ein Problem für die Gemeinschaft“ gesehen. Mein erster Eindruck: Gut, dass darüber berichtet wird; gut, dass der Beitrag prominent als Erster gesendet wird; gut, dass der Moderator am Ende des Beitrages an die Zuschauer appelliert, sich zu engagieren. Gefallen hat mir auch, dass die freiwillige Feuerwehr als eine allen Bevölkerungsgruppen offen stehende Organisation dargestellt wird und, im Gegensatz zu anderen TV-Beiträgen, nicht auf dem Gründungsmythos herumreitet, von wegen Freiheit, Gleichheit und Kameradschaft und so. Das war es dann aber auch schon.

Als langjähriger Angehöriger einer Feuerwehr und als Feuerwehrblogger sieht man einen solchen Beitrag mit einer anderen Brille, das will ich gar nicht verleugnen und „klug scheißen“ will ich ebenfalls nicht. Dass man Löschfahrzeug mit Löschzug verwechselt (oder absichtlich gleichsetzt), darüber sehe ich mal hinweg. Um es aber kurz zu machen: Im Grunde fand ich den Beitrag alarmistisch, boulevardesk und indifferent.

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Das blaue Leuchten

Oder aus dem Leben eines Feuerwehr-Papas

Kinder sind in aller Regel recht einfach für „die Feuerwehr“ zu begeistern, großes rotes Auto und schon strahlt der überwiegende Teil der Kindergesichter. Auch wenn meine beiden weiblichen Sprösslinge noch nicht so alt sind, dass sie zur relevanten Werbezielgruppe der Jugendfeuerwehr gehören, haben sich bis heute schon zahlreiche Anekdoten ereignet, bei denen ich einfach nur noch sprachlos war. Vergangene Woche ereignete sich wieder so ein Abenteuer.

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FIT – Feuerwehr-Intensiv-Training

Ein Nachtrag zur Kolumne von Martin Brombeis

Die grundlegenden menschlichen Bewegungsmuster

Vor einigen Wochen schrieb Martin Brombeis im Feuerwehr Weblog eine Gastkolumne zum Thema Fitness im Feuerwehrdienst. Wegen des Textumfangs musste ein Teil der Ausführungen ausgelagert werden und wird nun nachfolgend wiedergegeben. Es macht Sinn, zunächst (nochmals) die Kolumne zu lesen, bevor man hier weiterliest.

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Brandursache Vogel

Vegetationsbrand

Bild: Gerald Vicker, U.S. Fish and Wildlife Service

Eine kuriose Ursachenkette für einen Vegetationsbrand beschäftigt derzeit die Gerichte in Australien: Der Betreiber eines Windparks soll Schadenersatz für den Brandverlust von Immobilien und landwirtschaftlichen Produkten zahlen. Zunächst dachte ich, die Windkraftanlagen hätten Feuer angefacht oder eine WEA selbst wäre abgebrannt, aber nein die Geschichte geht weiter. Und zwar fingen immer wieder Vögel an den von der WEA-Anlage wegführenden Stromleitungen Feuer und stürzen – gemäß Newton – zu Boden, und entfachten dort das Buschfeuer, wegen dem es nun zu einer Klage kam. [spektrum.de | The Australian]

Tech Watch: WLAN als Bildgeber

Noch tasten wir uns durch dunkle und verrauchte Räume, im besten Falle besitzen wir eine Wärmebildkamera und machen die Temperaturunterschiede auf Oberflächen sichtbar, aber wie wäre es mit einer Art Mini-Radar für Gegenstände in der Wohnung?

Physikern der Technischen Universität München ist es gelungen, die räumliche Umgebung eines WLAN-Routers durch die Analyse der reflektierten Funkwellen darzustellen. Prinzipiell wäre die Technik sogar echtzeitfähig. [spektrum.de | PM TUM | Physical Review Letters]

Sirenenalarm: Fehlfunktion oder Hack?

Warnsirene vom Typ E-57. Bild: Thomas Schulze, Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0

Warnsirene vom Typ E-57. Bild: Thomas Schulze, Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0

Unruhige Nacht in Dallas (USA): Die 156 Warnsirenen der US-Metropole lösten um Mitternacht von Freitag auf Samstag mehr als ein Dutzend Mal grundlos aus. Zunächst war unklar, ob eine technische Fehlfunktion für die Auslösung verantwortlich zeichnete, mittlerweile gehen die Verantwortlichen jedoch von einem Hack aus. Selbstkritisch gesteht die Stadt ein, die technologische Infrastruktur besser schützen bzw. aktuell halten zu müssen. Problematisch war dabei nicht nur die unklare Auslösung an sich, sondern auch das daraufhin folgende Aufkommen von 4.400 Nachfragen durch Bewohner über die amerikanische Notrufnummer 911. Auch dieses Problem will man lösen, indem die Auslösung der Warnsirenen gekoppelt wird an das Versenden von Informationen/Nachrichten über das Mobilfunknetz. [Dallas News]

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Mein Herz brennt…

… sang und singt eine bisweilen umstrittene deutsche Heavy Metal-Band, die Liedzeile lässt sich aber wunderbar auf einen aktuellen Artikel (externer Link!) auf Spiegel Online übertragen, der über Herzerkrankungen durch Feuerwehreinsätze berichtet. Den Artikel könnt ihr hier nachlesen, worauf ich allerdings hinweisen möchte: Man muss nicht über den Kanal schauen, um Studien zu finden, die Stressbedingungen von Feuerwehrleuten untersuchen – das geschah hierzulande schon vor mehr als einem Jahrzehnt mit der STATT-Studie. Positiv in dem verlinkten Spiegel-Artikel finde ich, dass es einen expliziten Hinweis auf die Nicht-Übertragbarkeit der Studie auf die Verhältnisse hierzulande gibt. Allerdings sind neunzig Prozent der Feuerwehren bei uns ehrenamtlich, sodass das Thema Fitness und Vorerkrankung auf einem Umweg vielleicht doch wieder durch die Hintertür herein kommt.