@fire OSIRAS-Konzept

OSIRAS

Die aktuelle Brandschutz zur Hand? Dort wird unser (gemeint: @fire) Fahrzeug- und Verlastungskonzept vorgestellt. Das von Thomas Zawadke bei/mit Rosenbauer entwickelte System besteht aus der OSIRAS-”Box” sowie dem Trägerfahrzeug.

OSIRAS steht übrigens für “ordnance shelter for intervention rescue and ambulance slide-on” :-)

Ich denke, wir sind alle schon ein wenig (sehr) stolz auf das Fahrzeug und freuen uns darauf, damit arbeiten zu können – übrigens sowohl im Waldbrand- als auch im USAR-Bereich.

[EDIT Irakli] Danke für den Hinweis, Stefan: die Vorversion des OSIRAS-Konzepts wurde auf der Interschutz vorgestellt: FWnetz. Neu ist hier somit die “endgültige” Fassung der Box, sowie das Trägerfahrzeug.

 

Dynamometer

Dynamometer

Das ist der beste Kauf der letzten Jahre. Gefunden bei einem online-Auktionshaus als Dynamometer – und wegen dem komischen Namen deutlich günstiger als Kranwaagen, wenn auch das Resultat das Gleiche ist.

Es wird vor Allem dann verwendet, wenn die 800-Kg-Greifzüge zum Einsatz kommen. Somit lassen sich die Kapazitäten von Festpunkten (z.B. Erdanker, Anschlagpunkt) ermitteln. Generell wäre es auch im Einsatz nicht schlecht, wüsste man mit wieviel Kraft man das eingesetzte System gerade beansprucht.

Mehr zum Thema Manometer usw. dann zu einem späteren Zeitpunkt.

Von Feuerwehr, Farben und Fortschritt

Wie ein Dogma zum Phlegma verkam.
Vom Stillstand zur Erneuerung.

 

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Andere Länder, andere Farben: Feuerwehrfahrzeug aus der Schweiz.

Als ich vor fast acht Jahren beim Feuerwehr Weblog (v.01) zu schreiben begann, griff ich in einem meiner ersten Artikel den Aspekt „Farben der Feuerwehr“ auf (Gelb und Yelp: gelbe Feuerwehrfahrzeuge). Nicht allerorten auf dem Globus ist Rot die Standardfarbe der Feuerwehr, wie ich damals konstatierte. Die Farbe Rot stand für mich zu jener Zeit nicht zur Disposition. Die Feuerwehrfahrzeuge waren seit den 1950er Jahren endgültig rot und das hatte auch so zu bleiben. Rot, die Farbe des Feuers. Rot, die Farbe der Warnung. Rot, die Farbe der Gefahr.

Modische Fantasien wie gelbe Konturmarkierungen oder, noch schlimmer, Flächen füllende gelbe Lackierungen, verbannte ich in das Reich des Undenkbaren, als Ausgeburt durchgedrehter Marketingstrategen, als Versuch den Charakter der Feuerwehr zu umzuwandeln. Obgleich ich der Farbe Gelb eine bessere Sichtbarkeit zugestehen musste, blieb ich bezüglich der Farbfrage konservativ – Rot. Punkt. Aus. Basta. More

Rückblick: ANTS

Schon letzten Monat hatte ich mitbekommen, dass eine Feuwehrzeitschrift einen Artikel über die Berliner ANTS – die Atemschutznotfall-Trainierte-Staffel – publiziert. Nun ist er in der aktuellen Ausgabe zu lesen.

Ich werde mir diesen Beitrag natürlich besorgen und mit meinem eigenen Fachartikel aus dem Jahr 2010 (!) vergleichen, der ebenfalls dieses Berliner Taktikkonzept zum Inhalt hatte. Wenn es interessiert, hier der Link.

Der Tanz mit dem Teufel

Der Tanz mit dem Teufel

Im Rahmen der Recherche zu einem Buch durfte ich mich wieder einmal mit dem Thema “das ideale Strahlrohr” auseinandersetzen. Vorweg: Als ich mich das erste mal bewußt mit dem Thema auseinandergesetzt habe, war ein Hohlstrahlrohr noch ein  ganz abgefahrenes, ungenormtes Spielzeug, was sich die meisten  Feuerwehren an ihrem Schnellangriff leisteten. Daneben gab es noch Hochdruck als die Hightechwaffe elitärer Feuerwehren. Heute ist ein Hohlstrahlrohr Normalität bei deutschen Feuerwehren geworden. Das ist gut so, auch wenn einem die Artenvielfalt mittlerweile die Sprache verschlägt.

Nach wie vor wird aber zuwenig über das nasse Ende der Schlauchleitung nachgedacht – ganz im Gegenteil zum lauten Ende, an dem sich ganze Fahrzeugbschaffungskommittees aufreiben, Normenausschüsse an Kaffee hyperton getrunken haben und Dorffeuerwehren schmollend ihre und unsere Ideale verraten, weil das neue Auto nicht groß genug ist.

“Hard Facts” gibt es wenige: Tröpfchengröße sollte bei 0,3 mm liegen, Löschwasserleistung nicht unter 200 (l/min) liegen, eher drüber und die maximale Lieferleistung, die ein FM am Strahlrohr bändigen kann liegt bei 500-600l.  Jetzt mal ohne Quellenangaben, das wären ein paar Seiten, müsst ihr mir eben glauben oder lest das Buch ;-)

Wenn ich so die vergangenen Jahre im Einsatzdienst einer recht rührigen FF, als Ausbilder in der RDA und hauptamtlicher Einsatzstellendirigent ansehe, ergeben sich folgende Dinge:

Es ist alles noch viel zu kompliziert. Kein Mensch verstellt Liefermengen an Strahlrohren im heißen Einsatz. Die Dosierung erfolgt über Auf/zu , vorbei man froh ist, dass der Handhebel für einen Hulk gebaut worden ist, da man mit nassen Handschuhen ein Feingefühl wie ein Boxer beim Essen mit Stäbchen hat. Grob muss das Ding sein.

Wieviel Wasser soll es denn nun sein? Meine Meinung: Soviel wie geht. 300-400 Liter. Wenn ich damit vor einem schmorgelnden Hähnchen stehe, war die Erkundung Mist, aber dann habe ich immer noch die Möglichkeit dem Vogel seine Freiheit wiederzugeben. Wenn ein Teil der Küchenzeile brennt, kann ich ganz vorsichtig mit dem Hulk-Hebel dosieren. Wenn ich aber im Flur  liege, die Luft an mir vorbeizischt um der Latexmatratze und dem Ikea-Schlafzimmer verbrennungsmäßig zu einem Anstieg der Wärmefreisetzungsrate in affenartiger Geschwindigkeit zu verhelfen, dabei die Wohnung so aufzuheizen, dass es innerhalb von 60 Sekunden nach feuerwehrbedingtem Eingangstürversagen, sehr sehr hell und sehr sehr heiß um mich wird, dann brauche ich (TimTaylor-Grunzen) POWER für den Tanz mit dem Teufel. Wasserschaden interessiert mich da erstmal recht wenig, da ein weiterer Wertverlust dank dem illustren Wirkungsgemisch des Brandrauches nicht zu erwarten ist.

Weitere Details im Einzelnen:

  1. Mannschutz? Breiter Sprühstrahl? Nie gebraucht. Maximal am Tag der offenen Tür, bei illegalen Wasserschlachten oder wenn man Gasflammen damit einfangen will. Eine Technik, die beim eh schon seltenen Gasbrand-Realeinsatz noch seltener angewandt werden sollte. Und zum Thema Flashover-Reflex in der Unterart artistisches Zu-Boden-Fallen-lassen ohne sich das Ventil abzuschlagen oder den Truppmann zu ermordern mit gleichzeitiger gezielter Wassergabe in eine meist imaginäre Durchzündung kann ich nur sagen: Klappt nicht. Einfach mal mit einem x-beliebigen Trupp ohne große Vorwarnung ausprobieren. Und in Deckung gehen nucht vergessen.
  2. Vollstrahl: Klar, den braucht man. Entweder wenn man leicht fröstelnd eine brennende Scheune beregnet oder nach dem Feuer ausmachen den Brandschutt einmal umrühren möchte, um endlich nach Hause fahren zu können. Das sind aber meistens alles Situationen, wo ich eher die Ruhe weg habe und auf die Spritze gucken kann, um sie korrekt einzustellen.
  3. Schmaler Sprühstrahl: Jepp. Damit wird Feuer im Innenangriff ausgemacht. Irgendwas um die 30 Grad. Damit kann ich fiese Rauchgase kühlen, Omas Wohnzimmer vor der Oxidation bewahren oder den Waldboden ablöschen.
  4. Handgriff? Hör mir auf. Dank eines US Kollegen kenne ich jetzt eine Technik, in der es egal ist, ob das Strahlrohr einen Handgriff oder nicht. Der Handgriff ist für das stationäre Löschen sehr nett, er verleitet aber eben auch zum stationären unbewegten Löschen, weil der Hebelarm zum Bewegen des Strahlrohres ungünstig ist. Und wenn man mehr Wasser und einen schmalen Sprühstrahl hat, muss man eins gewiss machen: Die Spritze bewegen!
  5. Move it! Auch da gibt es dann wieder zig Möglichkeiten. Mir erscheint da aber eine Technik am überzeugendsten, weil ich sie überall einsetzen kann: Rotieren. Mind. als Kreisimpuls bei der Rauchkühlung oder eben mehr Kreise beim Außenangriff, etc. Die Technik kann man z.B. hier sehen:

Einfach mal testen…

Wenn man das alles zusammennimmt, dann kommt etwas raus, was ich etwas lax als “Deppen-Spritze” bezeichnen würde:

- Hohlstrahr, 300-400 l/min fest eingestellt,  mit monströsem Handhebel, flacher Sprühstrahl voreingestellt und arretiert, nach Lösen der Arretierung umstellbar nur auf Vollstrahl. Und alles recht klobig. Unkaputtbar. Und für die Fire-Heroes noch ein Reflextreifen…

[edit 11.07.13 by SC]

„Zur Brandbekämpfung mit 1. Rohr über Leiter vor“

Buchbesprechung von Hans Kempers Führen und Leiten im Einsatz

kemper_leitenIn der Bundesrepublik spiegelt die FwDV100 das Einmaleins der Führung und Führungsorganisation wieder. Sie ist ein umfangreiches Dokument, dessen inhaltliche Resonanz bei Nichtführungskräften eher leise anklingt, jedoch konkrete Auswirkung im Einsatz hat, nämlich dann, wenn ein Befehl auszuführen ist. Nicht selten bleibt der Befehlssinn unverstanden, weil das (Führungs-)Hintergrundwissen fehlt.

Hans Kemper erläutert in seinem Grundlagenbuch „Führen und Leiten im Einsatz“ aus der Reihe „Fachwissen Feuerwehr“ in nunmehr 4., aktualisierter Auflage angehenden Führungskräften und Nichtführenden die Struktur und die Abläufe hinter dem Befehl. Zweck soll es sein „Verständnis für Verhaltensweisen, Handlungen und Entscheidungen der ‚Führenden’“ (S. 6) zu erreichen. Kemper überarbeitete die vorliegende Auflage vollständig, um geänderte Vorschriften zu berücksichtigen und den Inhalt zu erweitern. More

Vom Suchen und Finden

20130705_173544Lange ist es her, nämlich mittlerweile vier Jahre, als ich einen Artikel über “Magirus” ankündigte, da ich gerade eine Ausstellung mit Magirus-Oldtimern besucht hatte. Nun ja, mehr als ein paar Gedanken kamen damals nicht zustande, und, ihr wisst es, der Artikel ist nie erschienen, beerdigt im digitalen Nirvana.

Besagtes Artikelprojekt hat mich vergangene Woche wieder eingeholt, nachdem ich ein Buch gefunden habe, das ich seit vier Jahren versuchte vergeblich zu kaufen. Nun habe ich es endlich gefunden und sofort erworben, auch wenn ich den Magirusartikel deswegen nicht aus den Untiefen meiner Festplatte herausbefördere.

Die Rede ist von Rolf J. Ambrosius: Magirus. Die Geschichte des Ulmer Unternehmens von 1936 bis 1974. Der erste Band dieser Darstellung ist antiquarisch ohne Probleme erhältlich, nur der obige, zweite Band, versteckte sich vor mir, bis ich ihn durch Zufall und ohne die Hilfe diverser automatischer Suchbots fand.

 

Die Feuerwehr mit dem Stern

Neu im Bücherregal Martin Wessels Die Einsatzfahrzeuge der Stuttgarter Feuerwehr

einsatzfahrzeuge_bfsMit „Die Einsatzfahrzeuge der Stuttgarter Feuerwehr“ legt Martin Wessels ein Stück persönliche Geschichte bei der Berufsfeuerwehr Stuttgart vor, denn sein Bildband umfasst Kraftfahrzeuge, die zu Beginn der 1990er Jahre noch in Dienst waren oder später ihren Dienst aufnahmen. Damit entspricht dieser Zeitraum ziemlich genau dem Verlauf seiner Anstellung bei der Stuttgarter Feuerwehr.

Der Wandel einer Großstadtfeuerwehr

Kompetent und kenntnisreich zeigt Wessels den Wandel des Fuhrparks, und das in mehrfacher Hinsicht. Bestand der Fuhrpark zunächst fast ausschließlich aus Fahrzeugen mit dem Stern – abgesehen von Bund-Fahrzeugen und einigen Opel-PKW, sind seit wenigen Jahren, bedingt durch das europäische Vergaberecht, auch andere Chassistypen vertreten. Auch optisch ist der Wandel von Feuerrot (mit und ohne weiße Flächenmarkierungen), zu Tagesleuchtrot hin zu (Tagesleucht-)Rot mit gelben Flächenmarkierungen zu sehen. Ebenfalls ist die Vereinheitlichung der Fahrzeuge bei der Berufsfeuerwehr Gegenstand des Buches. Schließlich zieht sich das Thema Personaleinsparungen bei der Berufsfeuerwehr durch den Bildband. Gekonnt stellt er diesen Aspekt mit der Anpassung des Fahrzeugparks und der dahinterstehenden Taktik dar. More

Fahrt mal gucken 1

(Für die Nicht-Facebook Nutzer jetzt auch hier)

Jeder, der beruflich Notrufe in einer Feuerwehr- und Rettungsleitstelle annimmt kennt diese Art von Notrufen: Es wird etwas gemeldet, der Anrufer ist sich aber nicht sicher, ob das wirklich sooo schlimm ist und bittet darum, nur “mal eben zum nachschauen” und nur mit “einem Wagen” und wenn es geht “ohne so viel Lärm und Blaulicht” vorbei zu kommen.

Dies sind dann Einsätze, die Feuerwehrintern und spaßeshalber mit dem Alarmstichwort “Fahrt mal gucken 1” bezeichnet werden. More

Das Hochwasser und die Folgeideen

Die jüngste Hochwasserlage hat es – mal wieder – gezeigt: Ohne Manpower ist eine wirkungsvolle Abarbeitung der Einsätze und Bekämpfung der Folgen nicht machbar. Auch dieses Jahr kam es – mal wieder – zu Problemen hinsichtlich der Freistellung von Arbeitnehmern.

Roderich Kiesewetter, Bundestagsabgeordneter der CDU und Präsident des Reservistenverbands, forderte in einem Interview mit dem Handelsblatt einen „Blaulichtbeauftragten in den Personalabteilungen der Unternehmen“. Dieser solle nicht nur Überblick über das ehrenamtliche Engagement haben, sondern auch Fehlzeiten der freigestellten Mitarbeiter koordinieren.

Eine gute Idee, aber ob ein Beauftragter allein die Probleme einer dienstleistungsorientierten Gesellschaft lösen kann, sei dahin gestellt. Immerhin gesteht Kiesewetter ebenfalls, dass es sich beim Thema Freistellung mehr um ein kulturelles Problem handelt. Es bleibt abzuwarten, was aus Kiesewetters Vorschlag bleibt.

[Von einer Verlinkung des Interviews im Handelsblatt muss ich aufgrund der gegenwärtigen Rechtslage leider absehen. Ihr findet das Interview vom 14.06.2013 aber mithilfe einer Suchmaschine.]