Unsere Kinder, wir Eltern

spiel

Stefan’s These mit dem Nachwuchs hat was. Im Gegensatz zu ihn bin ich sehr wohl der Meinung, man müsste die Jungen auf Ehrenamt trimmen, denn das ist in vierlei Hinsicht gut für sie, und unsere Gesellschaft. Natürlich nicht reinprügeln, oder so.

Bleiben wir bei den Jungen: sie lernen mit Spielerei. Und warum sollte das bei uns Älteren anders sein? Leider kommen irgendwann beim Erwachsen werden auch andere Zwänge dazu. Wie schafft man den Spagat zwischen Wissenschaftler / Theoretiker und Praktiker? Egal. Wichtig ist: einfach Dinge ausprobieren, genauso wie unsere Kinder. Spielerisch lernt sich’s am Besten.

Oben: Versuch mit Erdanker, Greifzug und Dynamometer.

„Das ist was Genetisches“

Die Leser unseres Blogs, die schon länger unseren Zeilen folgen, wissen, dass wir Autoren neben dem Blog, der Feuerwehr auch „kleine/große Familienunternehmen“ leiten – sprich Nachwuchs zu Hause haben. Kinder von blaulichtinfizierten wachsen mit roten Autos und Folgetonhorn auf, nicht selten landen die eigenen Sprösslinge ebenfalls bei einer der Blaulicht-Jugendorganisationen. More

Dienst am Kunden

Dies nur etwas ganz Subjektives: Vermehrt wird von Kunden gesprochen. Also: Kunden der Feuerwehr. Das sind Menschen, die wir retten bzw. denen wir etwas Gutes tun.

Ich finde das fürchterlich.

Davon abgesehen, dass sich der Kunde nicht willentlich für uns entschieden hat weil er/ sie gar keine andere Wahl hat: ich glaube, mit dieser Ausdrucksweise ist gewollt, dass wir hier Service bieten, den wir sonst nicht bieten würden, oder dass wir uns im Kopf ein wenig anders einstellen als sonst.

Ich finde der Spagat geht zu weit. Wir sind (noch) keine kommerzielle Veranstaltung, es soll uns bitteschön die Möglichkeit gegeben werden, mit der richtigen inneren Einstellung – als Retter – an die Sache herangehen. Die Dienstleistung ist da sowieso mit inbegriffen.

Oder?

 

Persönliches Lichtkonzept

Licht

Als Angehöriger einer Feuerwehr in den 80ern bin ich “lichtgeschädigt” bzw. mit einer gewissen Nacht-Paranoia versehen.

Die Fahrzeuge bzw. der Aufbau war mies beleuchtet (LF16TS Bund, anyone?), die Einsatzstelle wurde von einem traurigen 12V-Lämpchen erhellt und ansonsten hatte man eine “Handlampe” mit einer Halbwertszeit von 10 Minuten am Mann.

Sieht heute ein wenig anders aus, LED sei dank. Im Bild oben das aktuelle “Konzept”. Nichts anderes als Dinge, die Licht abgeben. Die meisten davon auch für den USAR-Einsatz bei @fire gedacht. Wichtigste Kriterien: Hochmobil, Wahl zwischen Strahl/ Kegel und Fläche, Ausdauer und Ladezeit. Ex-Schutz nicht sooo wichtig, aber Spritzwasser solls können. More

Vier Merkmale einer schlechten Führungskraft

Ein von mir gerne immer wieder aufgegriffenes Thema ist Führung. Ich bleibe bei der Aussage, das Ganze funktioniert nur, wenn eine Führungskraft den Respekt der Mannschaft hat. Diesen muss man sich nämlich verdienen.

Drüben beim PsyBlog wird die These vertreten, gut die Hälfte aller Führungskräfte seien inkompetent (“Truly Horrible”). Gefühlt sind es mehr, aber das Thema ist ein anderes. Das Versagen lässt sich auf vier Aussagen reduzieren, nämlich:

  • Schlechte zwischenmenschliche Qualitäten, insbesondere solche, die herablassend agieren
  • Kriegen die Arbeit nie fertig. Zuviel versprochen?
  • Können kein “Team” auf die Beine stellen
  • Und sind einfach zu  weit nach oben befördert worden

Ansschliessend wird versucht aufzuzeigen, warum so viele inkompetente Leute zu Führungskräften werden. Eine Kernthese dabei ist, dass sie selbstverliebte Narzissisten sind. Im ersten Anschein sehr angenehme Mitmenschen, doch bald stellt sich heraus, dass sie Beratungsresistent sind.

Kommt das bekannt vor?

@fire OSIRAS-Konzept

OSIRAS

Die aktuelle Brandschutz zur Hand? Dort wird unser (gemeint: @fire) Fahrzeug- und Verlastungskonzept vorgestellt. Das von Thomas Zawadke bei/mit Rosenbauer entwickelte System besteht aus der OSIRAS-“Box” sowie dem Trägerfahrzeug.

OSIRAS steht übrigens für “ordnance shelter for intervention rescue and ambulance slide-on” :-)

Ich denke, wir sind alle schon ein wenig (sehr) stolz auf das Fahrzeug und freuen uns darauf, damit arbeiten zu können – übrigens sowohl im Waldbrand- als auch im USAR-Bereich.

[EDIT Irakli] Danke für den Hinweis, Stefan: die Vorversion des OSIRAS-Konzepts wurde auf der Interschutz vorgestellt: FWnetz. Neu ist hier somit die “endgültige” Fassung der Box, sowie das Trägerfahrzeug.

 

Dynamometer

Dynamometer

Das ist der beste Kauf der letzten Jahre. Gefunden bei einem online-Auktionshaus als Dynamometer – und wegen dem komischen Namen deutlich günstiger als Kranwaagen, wenn auch das Resultat das Gleiche ist.

Es wird vor Allem dann verwendet, wenn die 800-Kg-Greifzüge zum Einsatz kommen. Somit lassen sich die Kapazitäten von Festpunkten (z.B. Erdanker, Anschlagpunkt) ermitteln. Generell wäre es auch im Einsatz nicht schlecht, wüsste man mit wieviel Kraft man das eingesetzte System gerade beansprucht.

Mehr zum Thema Manometer usw. dann zu einem späteren Zeitpunkt.

Von Feuerwehr, Farben und Fortschritt

Wie ein Dogma zum Phlegma verkam.
Vom Stillstand zur Erneuerung.

 

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Andere Länder, andere Farben: Feuerwehrfahrzeug aus der Schweiz.

Als ich vor fast acht Jahren beim Feuerwehr Weblog (v.01) zu schreiben begann, griff ich in einem meiner ersten Artikel den Aspekt „Farben der Feuerwehr“ auf (Gelb und Yelp: gelbe Feuerwehrfahrzeuge). Nicht allerorten auf dem Globus ist Rot die Standardfarbe der Feuerwehr, wie ich damals konstatierte. Die Farbe Rot stand für mich zu jener Zeit nicht zur Disposition. Die Feuerwehrfahrzeuge waren seit den 1950er Jahren endgültig rot und das hatte auch so zu bleiben. Rot, die Farbe des Feuers. Rot, die Farbe der Warnung. Rot, die Farbe der Gefahr.

Modische Fantasien wie gelbe Konturmarkierungen oder, noch schlimmer, Flächen füllende gelbe Lackierungen, verbannte ich in das Reich des Undenkbaren, als Ausgeburt durchgedrehter Marketingstrategen, als Versuch den Charakter der Feuerwehr zu umzuwandeln. Obgleich ich der Farbe Gelb eine bessere Sichtbarkeit zugestehen musste, blieb ich bezüglich der Farbfrage konservativ – Rot. Punkt. Aus. Basta. More

Rückblick: ANTS

Schon letzten Monat hatte ich mitbekommen, dass eine Feuwehrzeitschrift einen Artikel über die Berliner ANTS – die Atemschutznotfall-Trainierte-Staffel – publiziert. Nun ist er in der aktuellen Ausgabe zu lesen.

Ich werde mir diesen Beitrag natürlich besorgen und mit meinem eigenen Fachartikel aus dem Jahr 2010 (!) vergleichen, der ebenfalls dieses Berliner Taktikkonzept zum Inhalt hatte. Wenn es interessiert, hier der Link.

Der Tanz mit dem Teufel

Der Tanz mit dem Teufel

Im Rahmen der Recherche zu einem Buch durfte ich mich wieder einmal mit dem Thema “das ideale Strahlrohr” auseinandersetzen. Vorweg: Als ich mich das erste mal bewußt mit dem Thema auseinandergesetzt habe, war ein Hohlstrahlrohr noch ein  ganz abgefahrenes, ungenormtes Spielzeug, was sich die meisten  Feuerwehren an ihrem Schnellangriff leisteten. Daneben gab es noch Hochdruck als die Hightechwaffe elitärer Feuerwehren. Heute ist ein Hohlstrahlrohr Normalität bei deutschen Feuerwehren geworden. Das ist gut so, auch wenn einem die Artenvielfalt mittlerweile die Sprache verschlägt.

Nach wie vor wird aber zuwenig über das nasse Ende der Schlauchleitung nachgedacht – ganz im Gegenteil zum lauten Ende, an dem sich ganze Fahrzeugbschaffungskommittees aufreiben, Normenausschüsse an Kaffee hyperton getrunken haben und Dorffeuerwehren schmollend ihre und unsere Ideale verraten, weil das neue Auto nicht groß genug ist.

“Hard Facts” gibt es wenige: Tröpfchengröße sollte bei 0,3 mm liegen, Löschwasserleistung nicht unter 200 (l/min) liegen, eher drüber und die maximale Lieferleistung, die ein FM am Strahlrohr bändigen kann liegt bei 500-600l.  Jetzt mal ohne Quellenangaben, das wären ein paar Seiten, müsst ihr mir eben glauben oder lest das Buch ;-)

Wenn ich so die vergangenen Jahre im Einsatzdienst einer recht rührigen FF, als Ausbilder in der RDA und hauptamtlicher Einsatzstellendirigent ansehe, ergeben sich folgende Dinge:

Es ist alles noch viel zu kompliziert. Kein Mensch verstellt Liefermengen an Strahlrohren im heißen Einsatz. Die Dosierung erfolgt über Auf/zu , vorbei man froh ist, dass der Handhebel für einen Hulk gebaut worden ist, da man mit nassen Handschuhen ein Feingefühl wie ein Boxer beim Essen mit Stäbchen hat. Grob muss das Ding sein.

Wieviel Wasser soll es denn nun sein? Meine Meinung: Soviel wie geht. 300-400 Liter. Wenn ich damit vor einem schmorgelnden Hähnchen stehe, war die Erkundung Mist, aber dann habe ich immer noch die Möglichkeit dem Vogel seine Freiheit wiederzugeben. Wenn ein Teil der Küchenzeile brennt, kann ich ganz vorsichtig mit dem Hulk-Hebel dosieren. Wenn ich aber im Flur  liege, die Luft an mir vorbeizischt um der Latexmatratze und dem Ikea-Schlafzimmer verbrennungsmäßig zu einem Anstieg der Wärmefreisetzungsrate in affenartiger Geschwindigkeit zu verhelfen, dabei die Wohnung so aufzuheizen, dass es innerhalb von 60 Sekunden nach feuerwehrbedingtem Eingangstürversagen, sehr sehr hell und sehr sehr heiß um mich wird, dann brauche ich (TimTaylor-Grunzen) POWER für den Tanz mit dem Teufel. Wasserschaden interessiert mich da erstmal recht wenig, da ein weiterer Wertverlust dank dem illustren Wirkungsgemisch des Brandrauches nicht zu erwarten ist.

Weitere Details im Einzelnen:

  1. Mannschutz? Breiter Sprühstrahl? Nie gebraucht. Maximal am Tag der offenen Tür, bei illegalen Wasserschlachten oder wenn man Gasflammen damit einfangen will. Eine Technik, die beim eh schon seltenen Gasbrand-Realeinsatz noch seltener angewandt werden sollte. Und zum Thema Flashover-Reflex in der Unterart artistisches Zu-Boden-Fallen-lassen ohne sich das Ventil abzuschlagen oder den Truppmann zu ermordern mit gleichzeitiger gezielter Wassergabe in eine meist imaginäre Durchzündung kann ich nur sagen: Klappt nicht. Einfach mal mit einem x-beliebigen Trupp ohne große Vorwarnung ausprobieren. Und in Deckung gehen nucht vergessen.
  2. Vollstrahl: Klar, den braucht man. Entweder wenn man leicht fröstelnd eine brennende Scheune beregnet oder nach dem Feuer ausmachen den Brandschutt einmal umrühren möchte, um endlich nach Hause fahren zu können. Das sind aber meistens alles Situationen, wo ich eher die Ruhe weg habe und auf die Spritze gucken kann, um sie korrekt einzustellen.
  3. Schmaler Sprühstrahl: Jepp. Damit wird Feuer im Innenangriff ausgemacht. Irgendwas um die 30 Grad. Damit kann ich fiese Rauchgase kühlen, Omas Wohnzimmer vor der Oxidation bewahren oder den Waldboden ablöschen.
  4. Handgriff? Hör mir auf. Dank eines US Kollegen kenne ich jetzt eine Technik, in der es egal ist, ob das Strahlrohr einen Handgriff oder nicht. Der Handgriff ist für das stationäre Löschen sehr nett, er verleitet aber eben auch zum stationären unbewegten Löschen, weil der Hebelarm zum Bewegen des Strahlrohres ungünstig ist. Und wenn man mehr Wasser und einen schmalen Sprühstrahl hat, muss man eins gewiss machen: Die Spritze bewegen!
  5. Move it! Auch da gibt es dann wieder zig Möglichkeiten. Mir erscheint da aber eine Technik am überzeugendsten, weil ich sie überall einsetzen kann: Rotieren. Mind. als Kreisimpuls bei der Rauchkühlung oder eben mehr Kreise beim Außenangriff, etc. Die Technik kann man z.B. hier sehen:

Einfach mal testen…

Wenn man das alles zusammennimmt, dann kommt etwas raus, was ich etwas lax als “Deppen-Spritze” bezeichnen würde:

- Hohlstrahr, 300-400 l/min fest eingestellt,  mit monströsem Handhebel, flacher Sprühstrahl voreingestellt und arretiert, nach Lösen der Arretierung umstellbar nur auf Vollstrahl. Und alles recht klobig. Unkaputtbar. Und für die Fire-Heroes noch ein Reflextreifen…

[edit 11.07.13 by SC]