Google Glass für Feuerwehrleute

Der amerikanische Feuerwehrmann Patrick Jackson entwickelt eine App für Google Glas, die Feuerwehrleute in Zukunft bei Einsätzen unterstützen soll, berichtet Golem.de unter Berufung auf den Google+ Feed von Google Glass. [Golem.de | Firefighter Log | Google Glass]

Ein wenig erinnert mich dies an meine Satire (!) von 2007 – da hatte ich etwas ähnliches wie Google Glass beschrieben, nur mit für Feuerwehrleuten nicht erwarteten Ergebnissen.

Als störend dürften Einsatzkräfte allerdings die Einblendung von Werbung empfinden. Der GHelm liefert passende Werbeanzeigen zu eingegebenen Suchbegriffen oder Einsatzszenarien. Brennt zum Beispiel der Akku eines Dell-Notebooks, zeigt der GHelm einen zehnsekündigen Werbespot für das Lenevo Thinkpad. Die Kopplung der Navigationsfunktion mit der Einblendung von Werbung führt bisweilen zu skurillen Ergebnissen. So berichtete Ulrich Maurer von der Feuerwehr Hamburg über einen Praxistest, der eine ungewöhnliche Wendung nahm. Die Einsatzkräfte gaben “Löschwasserentnahme” ein, daraufhin führte der GHelm die beiden Feuerwehrmänner statt zum nächstgelegenen Hydranten in ein zwei Kilometer entferntes Spirituosengeschäft.  [Brandbekämpfung auf dem Weg in die Zukunft].

 

Einsatz nur unter Randbedingungen

wbkBesprechung des Buchs Wärmebildkamera aus der Reihe Fachwissen Feuerwehr (mit Buchverlosung)

Wärmebildkameras entwickelten sich in den vergangenen Jahren erfreulicherweise zu einem Standardgerät vieler Feuerwehren und werden in der einschlägigen Fachliteratur als eines der wenigen zu beschaffenden Hightech Geräte empfohlen. Ihr taktischer Vorteil ist kaum von der Hand zu weisen, egal ob es um das Aufspüren von Glutnestern, das Auffinden von Personen in verrauchten Bereichen, bei Dunkelheit oder das Erkennen von Gas-Lecks geht, um nur einige wenige der vielfältigen Einsatzmöglichkeiten zu nennen. Allerdings sagen die Feuerwehrdienstvorschriften wenig über das Gerät und die Ausbildung daran aus, weshalb die Ausbildung nur feuerwehrintern stattfindet und wohl selten über das Ein-/Ausschalten „und mal kurz durchgucken“ hinaus geht. More

Die Geister der Vernetzung

Eine Kurzgeschichte, inspiriert durch die Übernahme von Nest Labs durch Google

(sc).  „Piiiieeeeeepppp Piiiiieeeeeppp Piiiiieeeeeppp!“ Ein markerschütternder, lästiger, hoher Piepton ließ mich aus dem Bett fahren. Ein Ton, der selbst Hunde in den Wahnsinn treiben würde. Augen auf. Dunkel. Kein Licht. Nichts zu sehen. Große Verwirrung erfasste mich. Wo bin ich? Was mache ich hier? Ein kurzer Blick in das dunkle Zimmer, links, rechts, oben, unten, bestätigte meine unterbewusste Vermutung, ich lag doch nicht im Sand, das beruhigende Rauschen des Meeres in den Ohren. Kein Urlaub. Keine Sonne. Kein Ausspannen. Tschüß angenehmer Traum, willkommen in der Realität.

„Piiiieeeeeepppp Piiiiieeeeeppp Piiiiieeeeeppp!“ Aufrecht im Bett sitzend, die mollige Wärme der Bettdecke einbüßend, wehrte sich mein Trommelfell mit aller Macht gegen den schallenden Gesang der maschinellen Musikinterpretation. Was dröhnt derart nervtötend? Was reißt mich mit diesem prahlerischen Klang aus dem Schlaf? Was tanzt mir da gellenend, mit schrillen Hall im Ohr herum? Ich warf die Bettdecke in hohem Bogen zurück, eine Kältewelle erfasste meine nackten Füße. Statt im warmen Sandstrand zu baden, schwang ich meine Füße auf den kalte Oberfläche meines Parkettbodens. Vorsichtig tastete ich mich durch das Zimmer. Wie ein Blinder forderte ich meine Sinne heraus. Wie eine Fledermaus wollte ich der mir in den Weg stellenden Gegenstände Gewahr werden. More

Verkehrsunfälle bald Vergangenheit?

Auch wenn die Überschrift ein wenig boulevardesk klingt, möchte ich auf einen Artikel hinweisen, der seinerseits Bezug auf eine Studie des Wirtschaftsinformationsdienstes IHS nimmt, und prognostiziert, dass durch die Verbreitung von Roboterautos Verkehrsunfälle in der Mitte des Jahrhunderts möglicherweise der Vergangenheit angehören. [Telepolis | IHS]

Feuer und Rauch lesen lernen

Buchbesprechung von Brandbekämpfung im Innenangriff aus der Reihe Einsatzpraxis (mit Buchverlosung)

Buchcover BrandbekämpfungIn gewohnt kritischer aber sachlich fundierter Art und Weise bereiten die Autoren des Bandes „Brandbekämpfung im Innenangriff“ eine komplexe und mit vielen Fehldeutungen behaftete Angelegenheit verständlich und praxisrelevant auf.

Schwere Brände in Gebäuden nehmen zwar insgesamt ab, gleichzeitig ist eine neue, gefährliche qualitative Veränderung festzustellen, die von den Feuerwehren tieferes Wissen über die chemisch-physikalischen Vorgänge im Brandraum und folglich eine optimale taktische Reaktion erfordert. Viele der Aspekte, welche die Autoren ausführlich beschreiben, müssen sich einige Feuerwehren erst bewusst machen, und ihre Ausbildung und Taktik entsprechend anpassen und ergänzen. Intention der Autoren ist es daher, dem „Halb- und Unwissen“ in den Feuerwehren in puncto Innenangriff und der dort auftretenden Brandphänomene zu begegnen, dabei gleichzeitig den Stand der Wissenschaft und Technik darzustellen und die Begrifflichkeiten eindeutig und nachvollziehbar zu operationalisieren. More

Geschichte auf Feuerwehrseiten?

Letztens kam während einer Diskussion über Inhalte einer Feuerwehrseite die Frage auf, ob der Punkt “Geschichte” überhaupt notwendig ist, weil von nur einem verschwindend geringen Anteil der Besucher der Seite beachtet. Als studierter Politikwissenschaftler und Historiker war ich der Ansicht, diese Rubrik wegzulassen und zog mir mit dieser Meinung den Unmut der Anwesenden auf mich.

KHD Magirus u.a. DL25-2 mit Frontpumpe

Ist von der Geschichte einer Feuerwehr die Rede, ist die erste Assoziation der Gedanke an historische Feuerwehrfahrzeuge.

 

Die Online-Darstellung der lokalen Feuerwehrgeschichte ist in den meisten Fällen höchst selektiv, lückenhaft und besitzt aufzählungsartigen Charakter, weshalb sich die Rubrik für mich disqualifiziert. Klar, auch ich suche bisweilen nach historischen Informationen im Netz aus dem Bereich Feuerwehr, doch vermeide ich Feuerwehrseiten aus den genannten Gründen als Quelle. More

Tschüss, altes Haus

Haus

Nun erfolgt doch der Abriss. Aber nicht, bevor wir mindestens drei Mal darin üben konnten: Durchbrüche, Verschalen, Keller- und Zimmerbrand. Lerneffekt: riesig. Eigentlich haben wir laufend Objekte an der Hand. Wie sieht’s bei Euch aus?

… und plötzlich ist der Strom weg!

Bemerkungen über Marc Elsbergs Thriller Blackout

Marc Elsbergs Katastrophen-Thriller Blackout – Morgen ist es zu spät erschien zu einem Augenblick, der uns unbedarften, sich in Sicherheit wiegenden Bürgern, die Augen für die Realität öffnete: Gezielte Hackerangriffe auf Industrieanlagen und staatliche Serverinfrastrukturen, die Stuxnet-Affäre und schließlich die Ereignisse rund um das japanische Kernkraftwerk Fukushima. Elsberg nahm die Folgen dieser Vorkommnisse in seinem Buch teilweise vorweg, obwohl er selbst, wie er im Nachwort schreibt, damals nicht an deren Eintrittswahrscheinlichkeit glaubte.

blackout

Die Abhängigkeit unserer Zivilisation vom Strom ist nicht zu leugnen, unabhängig davon, ob von Privathaushalten oder Dienstleistungs- und Industrieunternehmen die Rede ist. Ohne Strom keine warme Mahlzeit, ohne Strom keine Lebensmittelproduktion. Ohne Strom keine funktionierende Toilettenspülung, ohne Strom keine ausreichende Kühlung in Kernkraftwerken. Eben diese Abhängigkeit macht Elsberg zum Thema seines Buchs. “Strom ist wie Blut im menschlichen Körper – beide müssen fließen, sonst bricht das jeweilige System zusammen”, legt der Autor einem seiner Protagonisten in den Mund. More