
Schon interessant: in UK wird die Luftrettung privatisiert. Interessant deshalb, weil der erste Gedanke so oder ähnlich lautet: “jetzt geht’s mit der Qualität bergab”, worauf vielleicht auch ein “So spielen sie also mit Menschenleben” folgt. Kommt das bekannt vor?
Hierzulande geht ja auch der Geist der Privatisierung sowohl im Rettungsdienst, als auch bei der Feuerwehr um. Ich denke, der obige, erste Gedanke dürfte recht üblich sein. Kann das gut gehen?
Lässt sich natürlich nicht pauschal beantworten. Kann man eigentlich “Grundversorgung” definieren? Beim Thema “Wasser” jedenfalls bin ich absolut klarer Meinung, das soll und muss öffentlich bleiben.
Zurück zu den Hubschraubern. Wenn man ein Bisschen weiter denkt, wird SAR hierzulande, oder auch in der Schweiz, auch sehr wohl von einem privaten Träger geleistet, und das gar nicht so schlecht, wie ich finde. Das Problem in UK ist unter Anderem die alternde Hubschrauberflotte, für deren Erhalt jenseits von 2016 mindestens 300 Millionen GBP aufgewendet werden müssen. Damit hat man das erstmal nur verschoben und nicht gelöst.
Im Artikel findet sich ein sehr schöner Satz, der bei allen Privatisierungen seine Gültigkeit hat (Guardian):
“The difficulty I have about privatisation is that somewhere down the road someone will have one eye on the casualty and the other eye on the balance sheet.” [Private schauen mit einem Auge auf die Arbeit, mit dem Anderen auf die Zahlen]
Dem könnte man entgegnen, bestehende Angebote – siehe Luftrettung – seien einfach nicht zu halten. Wie auch immer, die Hoffnung besteht, dass man über die letzten Jahrzehnte aus den Erfahrungen gelernt hat, und die Wahrscheinlichkeit eines Totalreinfalls immer weniger wird.
[Anm.: Was in der Gleichung fehlt, ist die Bedeutung der Rettung zur See - inwieweit diese sich von den Anforderungen an Rettung in den Bergen unterscheidet, vermag ich natürlich nicht zu urteilen. Denke aber, dass ein ehemaliger Militärpilot die gleiche (oder neuere) Maschine gleich gut fliegen dürfte.]
(Bild: RAF Rescue Helicopter, Wikimedia Commons)
Moin!
Auch hierzulande wird zwischen dem SAR Dienst und der Luftrettung unterschieden. Der SAR Dienst ist staatliche Aufgabe durch NATO Verträge und umfasst die Seenotrettung und Rettung nach Flugzeugabstürzen. Der fliegerische Teil wird dabei durch die Bundeswehr geleistet.
Die Luftrettung als Teil des Rettungsdienstes mit den RTH zur schnellen heranführung eines Notarztes und Transport des Verletzten / Erkrankten wird zum Teil durch private Anbieter durchgeführt.
Gruß Akku
Akku
Nichts anderes ist es in Deutschland im bodengebundenen Rettungsdienst.
Bevor ich munter solche Behauptungen wie “Jetzt wird alles schlechter” aufstelle sollte der Hintergund betrachtet werden. In Deutschland ist es völlig irrelevant ob der Rettungsdienst durch private Anbieter wie die Fa. Falck oder eine der bekannten Hilfsorganisationen gestellt wird.
Durch den Träger (bodengebunden in Hessen = Kreis) werden die Leistungserbringer aufgefordert einen gewissen Qualitätsstandard sicherzustellen. Siehe ISO 9001. Was auf dem Auto für ein Aufkleber drauf ist, ist also egal. Die Qualität ist dieselbe. Ein Unterschied mag allein in der Zufriedenheit der Mitarbeiter in Sachen Bezahlung, Urlaub, Arbeitsstunden und Schichtsystem liegen.
Ein Urteil über das UK-System kann ich mir mangels Hintergrundwissen nicht erlauben, bin mir aber sicher, dass auch hier auf Qualitätsmanagment geachtet wird.
Rob